Zum Hauptinhalt springen
Nachrichten aus Markgräflerland

Fasnacht in Neuenburg

Schön war`s in Neuenburg

Es gibt sie doch! Die fünfte Jahreszeit mit all ihren Eigenheiten und Ausnahmen, eine Jahreszeit, die alles Rationale ausblendet und der Fantasie freien Lauf lässt! Und mittendrin die Spielgemeinschaft der Stadtmusik Neuenburg und des Musikvereins Zienken! Diese Jahreszeit kann einfach nicht ohne Musik existieren  -  das geht nicht! Es ist die Jahreszeit der Narren  -  die Narrenzeit!

Daniel Terhardt

Die Woche der geballten Narretei in Neuenburg begann mit dem Hemdglunki-Umzug. Die Musiker begleiteten die Hemdglunker bis zum Rathaus. Der Neuenburger Narrenmarsch bestimmte die Stimmungslage und unterstrich die Forderung an den widerspenstigen Rathauschef, die Schlüssel zum Machtimperium der Stadt an das närrische Volk zu übergeben. Unter Tusch-Vorlagen gelang dieser erste Schritt in die Fasnetzeit, der Narrenbaum wurde aufgerichtet und der Auftakt zu einer turbulenten Narrenzeit war gelungen.

Das Maß aller närrischen Dinge in unserer Stadt sind die zwei Zunftabende, die die Rhiischnooge im Stadthaus ausrichten und bei denen die Spielgemeinschaft die ersten musikalischen Akzente setzt. Die Erwartung des Publikums, das auf einen närrischen, unbeschwerten Abend eingestellt ist, ist groß. Gelb/Rot beherrschte die Farbgestaltung und mit klassischen Fasnachtsliedern heizte unser Orchester die Stimmung im Saal auf. Narrenmarsch, Fasnachtslieder und der Böhmische Traum brachten die Jecken im Saal zur Extase und ein nicht endender Applaus sprach für das richtige Gespür der Musiker für die Stimmungslage im Saal. Die Organisatoren hatten in der Spielgemeinschaft unter Dirigent Georg Günther den richtigen Partner, um die Zunftabende unvergessen zu machen.

Die Narrenmesse in der Liebfrauenkirche, die Pfarrer Dieter Maier zelebrierte, war die nächste Gelegenheit für unsere Spielgemeinschaft, mit Fasnachtsliedern eine für den Kirchenraum ungewohnte Atmosphäre zu zaubern. Der Narrenmarsch ist nun einmal in dieser Zeit die beherrschende Titelmelodie. Riesigen Applaus gab es für L. Cohens Komposition „Hallelujah“; die gesangliche Untermalung wurde exzellent durch unsere Musikerin Anne Eisert vorgetragen und unterstrich, dass Narretei und hoher kirchlicher Anspruch kein Widerspruch sein kann.  Beides gehört in diesen Tagen zusammen!

Der Umzug am Sonntag-Nachmittag wäre ohne uns unvollständig und auch nicht möglich! Ganz zuvor die Spielgemeinschaft, die vor zahlreichen begeisterten Zuschauern den Zug anführte. Unter Leitung von Dirigent Georg Günther setzt diese Spielgemeinschaft die musikalischen Gewichtungen mit Fasnachtsliedern, die schon zuvor bei den Veranstaltungen für den richtigen Sound gesorgt hatten. Wir müssen nur aufpassen, dass der Böhmische Traum nicht den Narrenmarsch als Nummer Eins ablöst. Aber das haben wir im Auge!

Der Neuenburger Narrenmarsch hat  -  diesmal allerdings als Trauer-Narrenmarsch in Moll gesetzt  -  auch die Fasnachtsverbrennung am Dienstag-Abend begleitet. Traurig wurde eine Fasnacht verabschiedet, die nach langer Zeit der Entbehrungen wieder Allen Gelegenheit gab, gemeinsam zu feiern und die Tagesaktualitäten für kurzen Zeit auszublenden. Schön war diese Fasnachtszeit  -  und dann, ganz zum Schluss der Verbrennung, hörte man ihn wieder  -  den Narrenmarsch in seiner unverfälschten Komposition! Die Botschaft: Wir kommen im nächsten Jahr wieder!

Die Fasnachtskampagne 2023 hat nochmal in aller Deutlichkeit gezeigt, dass die Spielgemeinschaft der Stadtmusik Neuenburg und des Musikvereins Zienken in unserer Gemeinde angekommen ist. Sie ist das Bindeglied in Veranstaltungen und Auftritten und die Musiker freuen sich, dass diese Gemeinschaft inzwischen so deutlich geworden ist.

Schön war`s in Neuenburg jt     

Text: Jochen Terhardt / Bild: Daniel Terhardt

Auch interessant:

Anzeige

Anzeige