Dem Vorrang für gewerbliches Fliegen Geltung verschaffen
Flugplatz Gewerbepark Breisgau (Bremgarten) will mehr Businessflüge abwickeln
Der Flugplatz Gewerbepark Breisgau (Bremgarten) ist ein Sonderlandeplatz, auf dem Geschäfts- und Sportflugzeuge bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen landen dürfen. Betreiber des Sonderlandeplatzes ist die Gewerbepark Breisgau GmbH. Auf dem Flugplatz mit einer 1650 Meter langen Asphaltbahn und einer 600 Meter langen Grasbahn finden jährlich zwischen 15 000 und 18 000 Flugbewegungen statt.

Sonderlandeplatz Gewerbepark Breisgau (Bremgarten)
„Ursprünglich war der Flugplatz hauptsächlich für den gewerblichen Flugbetrieb vorgesehen, doch zunächst hat in den ersten Jahren seit der Eröffnung 1997 der private Flugverkehr deutlich zugenommen. Inzwischen haben wir je zur Hälfte gewerbliche Flüge und private Flüge“, sagt erster Flugleiter Markus Kaltenbach, der für den sicheren und ordnungsgemäßen Flugbetrieb verantwortlich ist. Zusammen mit acht Kollegen sitzt er täglich zwischen 9.30 Uhr und 20 Uhr bzw. 30 Minuten nach Sonnenuntergang im Winterhalbjahr im Tower und überwacht den Flugbetrieb. Auch eine Tankstelle mit drei Sorten Flugbenzin und zwei Feuerwehrfahrzeuge für die Erstrettung gehören zum Flugplatz dazu. Kaltenbachs wichtigstes Arbeitsgerät ist das Funkgerät, über das er mit den Piloten kommuniziert. Flugzeug „November 500 Mike Romeo“, eine Douglas Invader, ca. 1945 gebaut, meldet sich. Der Pilot will einen Standlauf machen, bei dem er die Triebwerke testet. Der nächste Pilot, der sich beim Flugleiter meldet, ist der eines Hobbyfliegers. Er will einen Rundflug machen, in diesem Fall mit einem Ultraleichtflugzeug. Die Flugleitung verfügt über Daten zu Windgeschwindigkeit und -richtung, Sichtweite, Temperatur und legt anhand der Daten die Start- und Landerichtung fest.
Flüge von Flugschulen machen den größten Teil der gewerblichen Flüge aus, lediglich ca. 800 Flugbewegungen mit Businesskunden waren bis Ende September dieses Jahres auf dem Sonderlandeplatz Gewerbepark Breisgau (Bremgarten) zu verzeichnen. Das soll sich ändern. „Das gewerbliche Fliegen muss künftig im Vordergrund stehen, denn der Flugbetrieb erwirtschaftet jedes Jahr ein Defizit von einer halben Million Euro, das der Steuerzahler trägt“, sagt Markus Riesterer, der Geschäftsführer der Gewerbepark Breisgau GmbH. Flugleiter Kaltenbach ergänzt:„Wir stehen hier teilweise im Kreuzfeuer von Bevölkerung und Piloten, beides konträre Interessensgruppen.“
Künftig werden Businessflüge mit modernen Flugzeugen bis 20 Meter Länge und 20 Meter Spannweite, die den Flugplatz anfliegen, im Fokus stehen. Für sie soll ein Hangar gebaut werden, in dem sie ihre Flugzeuge sicher abstellen können. Mit dieser hochwertigen Ergänzung ist die Infrastruktur auch für die Gewerbetreibenden im Gewerbepark Breisgau einmalig in der Region. „Der Flugplatz lebt von der Akzeptanz der Bevölkerung, wir haben schon viel dafür getan, um die Lärmproblematik zu verbessern. Durch eine Neustrukturierung der Entgelte nach der Lautstärke, wurden Flüge von Oldtimerflugzeugen deutlich teurer. Bei den Businessmaschinen ist die Lärmthematik kein Thema“, so Riesterer. Es wird auch künftig weder Nachtflug, noch Linien- oder Frachtflüge am Sonderlandeplatz Gewerbepark Breisgau (Bremgarten) geben. Bei der Preisgestaltung werde in Zukunft sicher auch der CO2-Ausstoß eine Rolle spielen. Während ein Oldtimerflugzeug bis zu 600 Liter verbleites Benzin pro Stunde verbrenne, verbrauche ein Ultraleichtflugzeug etwa 12 Liter bleifreies Super Benzin pro Stunde. Zunächst gelte es aber die bereits laufenden rechtlichen Verfahren, die ansässige flugaffine Betriebe sowie Privatpersonen gegen die Entgeltordnung, Brandschutzauflagen und Einschränkungen der Flugzeiten angestrengt haben, abzuarbeiten.


