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Nachrichten aus Kehl

Wirtschaft trifft Kunst – und „markiert“ Kehl

Wirtschaft, Kommunalpolitik, eine Hafenverwaltung und eine Künstlerin bündeln ihre Kräfte in Kehl – und zeigen, was dabei möglich sein kann: Eine Stadt ohne Kunstmuseum bringt Kunst (mit Bezug zur Wirtschaft) in den öffentlichen Raum – und feiert damit ihr bedeutendstes Industriegebiet. 

Oberbürgermeister Wolfram Britz, Hafendirektor Volker Molz, die Künstlerin Gabriele Engelhardt, Wolfgang Huber (Vorstand Sparkasse Hanauerland) und Kehls Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp

Markus Dietze

Unternehmen werden zu Sponsoren, um nicht nur die Kehler zu beschenken, sondern auch selbst sichtbar zu werden. Niveau und Größe des Projekts sollen Touristen anziehen – und damit auch Einzelhandel und Gastronomie fördern. Eine Kooperation, die Grenzen überschreitet und Interessen vereint.

Wer will, kann Berge versetzen. Das beweist ein beispielhaftes Projekt, entstanden aus der Kooperation von Unternehmen, kommunaler Wirtschaftsförderung, Stadtverwaltung, einer Hafendirektion sowie einer international renommierten Künstlerin. Es macht deutlich: Wenn Industrie, Dienstleister und Banken mit Kunst kooperieren, kommunale Wirtschaftsförderung und ein Oberbürgermeister Wege frei machen sowie die Hands-On-Mentalität einer Körperschaft des öffentlichen Rechts auch noch zur Wirkung kommt, profitieren nicht nur alle Akteure, sondern auch die Gesellschaft.

Ab dem 17. September 2025 kommen Berge von Rohstoffen, Recyclingmaterialien und Schüttgut aus dem Hafengelände Kehl in die Innenstadt – und zwar in Form von Fotografien von Gabriele Engelhardt. Der Ausstellungstitel „Kehler Berge“ nimmt Bezug auf die gleichnamige Werkserie Engelhardts, die eine Verbindung von Bildhauerei und Fotografie erschafft und zu der jüngst im Verlag für moderne Kunst Wien eine Werkkatalog erschienen ist. Dabei werden Rohstoffe und Recyclingmaterialien zu fotografischen Skulpturen, aufgedruckt auf  5,4 x 2,3 Meter großem PVC-freiem Ökotex-Material. Dieses wird – wie es sich für einen Hafen als Absender gehört – an 20 Seecontainern fixiert, jeweils zwei werden übereinandergestapelt und an sieben Standorten in der Kehler Innenstadt platziert.

Die Kehler Berge machen sich auch noch auf den Weg nach Paris

Engelhardts Berge waren bereits zu sehen in der österreichischen Hafenstadt Krems (in Kombination mit Kremser Bergen), in der Kunsthalle Baden-Baden, in der Staatsgalerie Stuttgart und im November 2025 werden sie zur Biennale de l'Image Tangible nach Paris reisen. „Wir sind Gabriele Engelhardt dankbar, dass sie Kehl in die internationale Kunstwelt mitnimmt. Es wäre sehr schade, wenn wir daran nicht anknüpften. Wir nutzen die Chance, Kehl als eine Stadt zu etablieren, die Kunst kann – auch, wenn sie kein Kunstmuseum hat. Und damit eine Marke zu erschaffen, die die Stadt braucht und verdient“, ist der Kehler Oberbürgermeister überzeugt. Wie richtig Wolfram Britz mit dieser Einschätzung liegt, bestätigt die Tatsache, dass die Ausstellung vom Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, Arne Braun, eröffnet wird.

Eine Wertschätzung für tausende Menschen, die im Hafen arbeiten

Das Projekt ist integriert in das Jubiläum „125 Jahre Hafen Kehl“. Ein Tag der offenen Tür wie vor 25 Jahren, als zehntausende Menschen in den Hafen strömten, ist laut Hafendirektor Volker Molz aus Sicherheits- und Platzgründen nicht mehr möglich. Wie Molz weiter ausführt, gehört es jedoch zu den Zielen der von ihm erstellten Hafenstrategie, die Kehler mit ihrem wichtigsten Industriegebiet in Verbindung zu bringen: „Dies ist auch eine Form der Wertschätzung der rund 4.800 Menschen, die in mehr als 100 Unternehmen im Hafen arbeiten“, ist Volker Molz überzeugt.

Dieser Fakt ist zugleich eines der Motive für den Kehler Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp, mit seinem Team die Organisation der Ausstellung in die Hand zu nehmen: „Der Kehler Hafen ist nicht nur logistisches Rückgrat der Region, sondern auch von zentraler Bedeutung für die städtische Wirtschaftskraft. Mit mehr als 100 angesiedelten Unternehmen und tausenden von Arbeitsplätzen bildet der Hafen das größte zusammenhängende Gewerbegebiet in Kehl. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Hafenstandorts wirkt somit unmittelbar positiv auf die städtische Handlungsfähigkeit und macht Kehl zu einem bedeutenden Industriestandort in der Region“. Oberbürgermeister Wolfram Britz teilt die Ansicht seines Wirtschaftsförderers, wie er es in einem Interview mit der Kehler Zeitung äußerte: „Der Hafen ist nicht unbedingt die bessere Hälfte der Stadt, aber er ist ihre andere Hälfte und gehört zu ihr – auch wenn das Vielen nicht so bewusst ist. Gerade in Zeiten, in denen die Menschen sich Sorgen machen, dass wir uns in einer Wirtschaftskrise befinden, ist es doch ganz gut, wenn man positiv auf die Wirtschaft vor der eigenen Haustür blicken kann, die sehr vielfältig und stark ist.“

Regionale Unternehmen stehen für ein ganz besonderes Miteinander

Ähnlich wie bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Hafens im Jahr 2000, als nahezu alle im Hafen ansässigen Unternehmen sich beim „Tag des offenen Hafens“ auf vielfältige Weise engagierten, sind auch bei den „Kehler Bergen“ zahlreiche Unternehmen und Organisationen als Sponsoren aktiv. Zu diesen gehört auch das E-Werk Mittelbaden, dessen Vorstandsvorsitzender Bernhard Palm die Bereitschaft zum Sponsoring wie folgt begründet: "Wir engagieren uns, weil die Stadt Kehl sowohl als Anteilseigner als auch durch den Kehler Hafen ein strategischer Partner für das E-Werk Mittelbaden ist. Zum ersten Mal nutzen wir den Rhein als Transportweg und den Kehler Hafen als Umschlagplatz für Windenergieanlagen – eine klimafreundliche Logistiklösung, die CO2 spart und den Verkehr auf den Straßen entlastet. Gemeinsam setzen wir damit starke Impulse für regionale Zusammenarbeit, CO2-Einsparungen und das Gelingen der Energiewende."

Weitere Sponsoren sind die Unternehmen ADA Cosmetics, Koehler Paper, Krasniqi Garten- und Landschaftsbau, Dogan Group, Zürcher GmbH, MSG Krandienst GmbH, RMA Kehl GmbH & Co. KG, Deltaflor GmbH, die Sparkasse Hanauerland, die Volksbank Bühl und die Hafenverwaltung Kehl selbst.

Wir sponsern die Kehler Berge, weil...

 MSG

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil der Hafen Kehl für uns eine Herzensangelegenheit ist!“

Björn Jatz, Geschäftsführer MSG Krandienst GmbH

RMA

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil wir überzeugt sind, dass wirtschaftliche Stärke und kulturelle Vielfalt zusammengehören.“

Andreas Truttenbach, Geschäftsführer RMA Kehl GmbH & Co. KG

Krasniqi GmbH

„Wir sponsern die „Kehler Berge“, weil künstlerische Ausstellungen das kulturelle Profil der Stadt stärken, das Image Kehls aufwerten und zu einer lebendigen Vielfalt beitragen.“

Zenun Krasniqi, Geschäftsführer Krasniqi GmbH

Volksbank Bühl

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil wir als Volksbank Bühl die kreative Kraft unserer Region fördern und Kunst dorthin bringen möchten, wo die Menschen sind.“

Marco Feit, Vorstand Volksbank Bühl

ADA Cosmetics:

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil ADA Cosmetics seit über 45 Jahren in Kehl hochwertige Hotelkosmetik entwickelt und produziert, die Gäste weltweit begeistert. Von hier aus prägen wir Standards für Hygiene, Nachhaltigkeit und Design in Hotels auf allen Kontinenten. Kunst und Hotelkosmetik teilen die Kraft, Erlebnisse zu schaffen und Menschen zu verbinden. Deshalb unterstützen wir >Kehler Berge< – ein Projekt, das Kehl kulturell auf die Landkarte setzt.“

Lutz Hübner, Geschäftsführer ADA Cosmetics International

Koehler Paper

„Koehler Paper ist seit 1988 fester Bestandteil des Hafens in Kehl. So wie wir zum Hafen gehören, gehört der Hafen zur Stadt Kehl. Die Kunstaktion >Kehler Berge< ist ein großartiges Projekt, bei dem das Leben im Hafen in die Stadt und in die Welt getragen wird.“

Dr. Stefan Karrer, Vorstand Technik, Koehler-Gruppe 

Deltaflor GmbH

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil wir stolz sind ein Teil des Kehler Hafens zu sein!“

Reimar Gass, Betriebsleiter Deltaflor GmbH

Sparkasse Hanauerland

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil der Kehler Hafen ein Wirtschaftsmotor ist, und Kehl zu einem bedeutenden Standort macht. Mit dem Projekt >Kehler Berge< wird dies nun auch künstlerisch erlebbar. Die Sparkasse Hanauerland ist ebenfalls Teil der besonderen Stadtgeschichte und seit 175 Jahren fest in der Region verankert. Mit der Unterstützung dieses Projekts erinnert sie auch zum eigenen Jubiläum daran, was Kehl stark macht – seine Menschen, seine Kultur, seine Heimat. Die Kunst am Container vor der Hauptstelle zeigt: Kehl kann Kunst. Und Kunst versetzt Berge, bewahrt Erinnerungen und hält die Stadt Kehl lebendig und verbunden.“

Wolfgang Huber, Vorstand Sparkasse Hanauerland

Zürcher Bau GmbH

„Wir sponsern die Kehler Berge, weil … es einen Berg guter Gründe gibt, den Hafen zu feiern, die Kunst zu unterstützen und die Menschen zusammenzubringen.“

Ralf Zürcher, Geschäftsführer Zürcher Bau GmbH

Text: Doris Geiger / Fotos: Markus Dietze

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