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Nachrichten aus Kehl

Stierstall Auenheim: Herausfordernde Sanierung gemeinsam gemeistert

 Es war eine echte Herausforderung: Um den denkmalgeschützten Stierstall in Auenheim so zu sanieren, dass er vom Heimatbund wieder genutzt werden kann „mussten wir ein neues Haus reinstellen“.

Dass dies gelungen ist und zumindest das Erdgeschoss beim Bauernmarkt am Sonntag (27. August) geöffnet werden kann, ist für Ralf Mika, „eine Gemeinschaftsleistung“. In diese bezieht der stellvertretende Leiter des städtischen Gebäudemanagements nicht nur den Heimatbund Auenheim, sondern auch die beteiligten Handwerker mit ein. Die Stadt investiert rund 640 000 Euro – in Auenheim wird damit nach der Kindertageseinrichtung und der Grundschule das dritte denkmalgeschützte Gebäude mustergültig saniert.

Weil die Natursteinfundamente im Boden schwach, das Mauerwerk schlecht und die Statik angesichts der geplanten Nutzung durch den Heimatbund fragwürdig war, „musste der Zimmermann viel Grips aufwenden“, sagt Ralf Mika. Den Dachstuhl galt es nämlich ebenso zu erhalten, wie das denkmalgeschützte Fachwerk. Auch für den Handwerker, der das Fundament mit Beton ertüchtigt und oberirdisch Sichtbetonaufkantungen geschaffen hat, auf denen die neuen Holzstützen millimetergenau stehen, hat der städtische Architekt nur Lob übrig. Aus Beton, Stahl und Holz ist eine neue Tragkonstruktion entstanden, die es dem Verein nach Abschluss der Sanierung ermöglicht, beide Etagen im Stierstall zu nutzen.

Im Erdgeschoss ist der ehemalige Stallcharakter gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes erhalten geblieben. Ein Boden aus hellen Betonsteinen ermöglicht es dem Heimatbund, dort seine schwereren Gerätschaften unterzubringen. Mitglieder des Vereins haben die alten Halbbogenfenster restauriert. Teile des schlechten Mauerwerks konnten dort deshalb ersetzt werden, weil Rolf Heidt, Vorsitzender des Heimatbundes, zu Hause noch alte Ziegelsteine gelagert hatte. „Hier steckt nicht nur Eigenleistung, sondern auch viel Herzblut drin“, betont er. Vereinsmitglieder haben auch die zweiteilige historische Tür aufgetrieben, mit welcher die aus Kunststoff und Glas bestehende Vorgängerin ersetzt werden konnte.

In der oberen Etage wurden auf die Fachwerkmauern gedämmte Holzwände aufgedoppelt, die, nachdem der Bauernmarkt wieder abgebaut ist, wiederum hinter einem Lehmputz verschwinden werden. Fachwerkwände müssen diffusionsoffen gestaltet werden, damit das Holz nicht fault. Der Lehmputz, erläutert Ralf Mika, ist ideal, weil er Feuchtigkeit gut aufnehmen kann. Allerdings „finden sich kaum noch Handwerker, die das können“. Doch im hinteren Kinzigtal war er auf seiner Suche erfolgreich.

Die historischen Dachbalken sind aus Brandschutzgrünen „verpackt“ worden und in der neu eingezogenen Decke verschwunden, erklärt Ralf Mika. Mit dem Denkmalschutz ist das abgestimmt, wichtig ist, dass die Balken „noch da sind“. Nur oben auf der Empore, die jetzt über eine Treppe (und nicht nur wie früher über eine Leiter) erreichbar ist, sind die Balken sichtbar geblieben – und zwar auch die, welche einst durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden.

In der oberen Etage kann der Heimatbund seine Trachten künftig in zwei klimatisierten Räumen lagern. Die zwischen diesen Boxen und der Empore liegende Fläche kann wahlweise zum Üben von Tänzen oder für Ausstellungen genutzt werden. Im Winter sorgt eine Infrarotheizung dafür, dass es schnell warm wird, wenn der Stierstall vom Verein genutzt wird; eine dauerhafte Beheizung findet nicht statt.

Hintergrund

Bis 1980/81 lebten im Farrenstall neben Stieren auch Eber und Ziegenböcke, die zum Decken genutzt wurden. Danach wurde das Gebäude vom Betriebshof übernommen; unter anderem auch, um Streusalz zu lagern.

Quelle: Stadtverwaltung Kehl / Bilder: Annette Lipowsky

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