Harte Fakten und weiche Formate: Halbjahresbilanz der Wirtschaftsförderung
Unternehmerforen, Einzelhandelsdialoge, After Work, gemeinsam frühstücken oder sich am Stammtisch treffen – unterschiedliche Formate mit einem gemeinsamen Zweck: Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp hat in den vergangenen eineinhalb Jahren die Gelegenheiten zum Austausch all derer erweitert, die zum Wirtschaftsleben in Kehl beitragen.

Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp
Denn nur wenn es der Wirtschaft gut geht, kann die Stadt für Einwohnerinnen und Einwohner investieren, Vereine unterstützen, Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche sowie Kulturveranstaltungen anbieten, um nur einige Beispiele zu nennen.
Unternehmerforen und Einzelhandelsdialoge werden in Kehl zwar bereits seit Beginn der 2000er-Jahre erfolgreich praktiziert, doch wurden inzwischen die Dialog- und Vernetzungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Ob es beim monatlichen After Work auf dem Marktplatz ist oder beim Unternehmerfrühstück ohne Tagesordnung: Auch solche „verbindenden und weichen Formate“ sind wichtig, hat Wirtschaftsförderer und Kehl-Marketing-Chef in Personalunion, Christoph Hodapp, festgestellt. So können beim Innenstadtstammtisch, bei dem Vertreterinnen und Vertreter von Einzelhandel, Gastronomen, Hoteliers und Dienstleistern zusammenkommen, „gerne auch Leute aus den Ortschaften dabei sein“. Christoph Hodapp will verbinden, anstatt Grenzen zu ziehen.
Gerade in schwierigen und volatilen Zeiten möchte er bei Terminen an ungewöhnlichen Veranstaltungsorten über die rein unternehmerischen Themen hinausgehen: So wird bei der Diakonie Kork im Herbst thematisiert, wie die Wirtschaft der Verantwortung für die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft gerecht werden kann. Referent wird Europaabgeordneter Dennis Radtke sein. Er gehört der Fraktion der Europäischen Volkspartei an. Seit 2023 ist er zudem Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft.
Im Gegensatz zu solchen Formaten stehen Unternehmerforen, bei denen es um konkrete Problemstellungen geht, die mehrere Kehler Unternehmen betreffen: So hat eine Veranstaltung bei der Anwaltskanzlei für deutsches und französisches Recht ABCI eine weitere Zusammenkunft in der Steuerberatungskanzlei GHJ ausgelöst. Beide Male ging es in unterschiedlicher Form um Künstliche Intelligenz und ihren Einsatz im Firmenalltag. Mitten in der Hitzewelle „war das eines der bestbesuchtesten Unternehmerforen überhaupt“, berichtet Christoph Hodapp. Weil er nach knapp eineinhalb Jahren in Kehl „noch am Experimentieren“ ist und herausfinden will, „was macht Sinn für Kehl und woran besteht Interesse“, hat er mit seinem Halbjahresbericht auch einen entsprechenden Fragebogen an die Adressaten geschickt.
Verbindend und identitätsstiftend
Da der Übergang zwischen Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing fließend ist, und auch die sogenannten weichen Standortfaktoren zur Attraktivität einer Stadt beitragen, sind für Christoph Hodapp Veranstaltungen sehr wichtig. Allen voran ist das natürlich der viertägige Kehler Messdi, für dessen nächste Ausgabe die Vorbereitungen längst angelaufen sind. Doch auch Ausstellungen, welche verbindend und identitätsstiftend wirken, sind für ihn ein wichtiger Baustein. Waren es im vergangenen Jahr die Kehler Berge von Künstlerin Gabriele Engelhardt, die zum 125-jährigen Bestehen des Kehler Hafens in der Innenstadt an Schiffscontainern drapiert gezeigt wurden, erwartet Kehl in diesem Herbst eine Ausstellung zum Thema 800 Jahre Münsterbauhütte. Denn, was wohl die Wenigsten wissen dürften: Kehlerinnen und Kehler haben mit ihren Zahlungen vor acht Jahrhunderten ebenfalls zum Bau der Straßburger Kathedrale beigetragen. Mit einem Beitrag der Künstlerin Angela Warnecke wird Kehl darüber hinaus Teil der Straßburger Kunstmesse ST-ART.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Geht die Ausstellung zum Jubiläum der Münsterbauhütte weit zurück in die Vergangenheit, weisen die „unnamed trees“ von Angela Warnecke mit ihren virtuellen Samen, die ebenfalls virtuelle einzigartige Baumstrukturen bilden, eher in die Zukunft. Beide Ausstellungen betonen „die Zusammengehörigkeit von Straßburg und Kehl“, sagt Christoph Hodapp: „Wir sind Teil eines großen Ganzen.“ Mit diesen Beteiligungen möchte er die Kooperation im rheinübergreifenden Lebensraum befördern. Seit Jahrzehnten bereits hält die Stadt Kehl Anteile an der Straßburger Messegesellschaft Strasbourg Événements, der Kehler Wirtschaftsförderer sitzt im Aufsichtsrat. Diese Beteiligung möchte Christoph Hodapp gerne zu einer Partnerschaft weiterentwickeln: So könnten kleinere Events, die Großveranstaltungen in der Europastadt – wie das Weltforum der Demokratie – begleiten, auch in Kehl stattfinden, ist er überzeugt. Die beiden Ausstellungen sollen hier den Auftakt bilden.


