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Nachrichten aus Herbolzheim

Urnengräber unter Rosen im neuen Rosengarten auf dem oberen Friedhof

Friedhöfe und die Bestattungskultur an sich werden ebenso wie das Leben selbst, vielseitiger. Am Sonntagnachmittag wurde auf dem oberen Friedhof in Herbolzheim ein neuer Rosengarten als Bestattungsort eingeweiht.

Stilvoll wurde der Rosengarten am oberen Friedhof am Sonntag durch Bürgermeister Thoms Gedemer eingeweiht, links das Musiker-Duo Dieter Bauer und Stephan Oberländer.

Der Garten, der Urnenbestattungen ermöglicht, wurde als ruhiger und geschützter Rückzugsraum für Trauernde gestaltet. Mit der Rose als Symbol für Liebe und Abschied knüpft er an die Tradition der Naturbestattung an. Musikalisch wunderbar umrahmt vom Duo Dieter Bauer und Stephan Oberländer, verwies Bürgermeister Thomas Gedemer auf die Vielseitigkeit der Bestattungsformen in Herbolzheim und den Stadtteilen. Man sei vielseitig im Angebot bei Hochzeiten, in den Kindergärten und auch auf den Friedhöfen unterwegs.

Bestattungen am Rebstock, die Insel der Erinnerung oder das Sternenkinderfeld, sowie barrierefreie Zugänge machten Orte der Begegnung möglich und böten ausreichend Platz für die Trauernden. Hier könne man nun bei einem Besuch reflektieren, wo man später beerdigt werden wollte, „am besten dort, wo man sich wohlfühlt“, sagte Gedemer. Der Trauer müsse man einen Raum geben, „denn die Trauer schlägt Kapriolen, es gibt Tage in tiefer Dunkelheit, dann wieder Stunden mit Lichtblicken“, ergänzte er. Sich mit den Verstorbenen verbunden wissen, das wird nun auch im Rosengarten ermöglicht. Deswegen die Rose, denn gerade diese Blume steht für ihre Ausstrahlungskraft und für die Liebe. Christina Gedemer verlas aus dem Leben von Rainer Maria Rilke, bei seinem einstigen Besuch in Paris, „Die Rose“, bei der deutlich wurde, dass manchmal eine Rose wichtiger als ein Stück Brot sein kann. „Man muss dem Herzen schenken, nicht der Hand“, war hier die Botschaft und genau etwas fürs Herz wurde auf dem oberen Friedhof für laut Bürgermeister Gedemer, 50.000 Euro realisiert. Die Rose als Zeichen der Liebe und der Verbundenheit über den Tod hinaus.“ Auch Trauerfeiern sind künftig direkt hier vor Ort möglich, 50 Urnengrabstätten gibt es

Für jeden Besucher gab es vom Ehepaar Gedemer eine Rose überreicht – Sinnbild des neu geschaffenen Bestattungsfeldes.

Zu jedem Urnengrab ein Ring, den man vollständig bepflanzen kann, oder nur hälftig, oder mit einer Platte versehen. Von den Kirchen gab es durch Pfarrerin Luisa Bernecke und Pfarrer Stefan Meisert den Segen. Meisert dankte der Stadt für diesen neuen Lebensraum und den Mut hierzu. Er wollte den Begegnungsraum als solche segnen, „denn Friedhöfe sollten in die Mitte der Gesellschaft nicht an deren Rand, wie es leider ist.“
Bürgermeister Gedemer dankte Ortschaftsrat Hans-Jörg Haas für dessen Planung und Unterstützung, dem Gemeinderat für die Bereitstellung der Gelder, aber auch dem Bauhof und seiner Ehefrau für die Begleitung des neuen Ortes. Als Dank gab es für die Anwesenden eine Rose.

Wunderschön angelegt am oberen Friedhof werden die Rosen noch am Pavillon hochranken können.

Fotos/Text: Heike Scheiding

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