Silke Tapken und Simone Steier gewinnen den 8. Lehrer*innenpreis
Was macht eine gute Lehrerin / einen guten Lehrer aus? Die Antworten von Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Festveranstaltung zur Verleihung des 8. Freiburger Lehrer*innenpreises am Dienstagabend im E-Werk Freiburg waren mannigfaltig:

Silke Tapken (rechts) und Simone Steier - Gewinnerinnen beim 8. Freiburger Lehrer*innenpreis der Oberle-Stiftung.
Sie reichten von „Power", über „Leidenschaft", „Möglichmachen", „Geduld" und „Coolness" bis hin zu einer „guten, ansteckenden Aura im Klassenzimmer." Und die Gewinnerin, Silke Tapken von der Hexental-Grundschule in Merzhausen, brachte da wohl im Querschnitt die allerbesten Eigenschaften mit. Der Sonderpreis für das beste Freiburger Schulsekretariat ging an Simone Steier von der Grund- und Werkrealschule Karlsschule in Freiburg.
Moderatorin Julica Goldschmidt legte in ihrer Anmoderation vor 290 Gästen den Finger auf die Kernidee des Freiburger Lehrer*innenpreises: „Es geht nicht darum, eine einzelne Lehrerin oder einen einzelnen Lehrer in den Mittelpunkt zu stellen – es geht vielmehr um eine allgemeine Wertschätzung." Und Freiburgs Schulbürgermeisterin und Schirmherrin Christine Buchheit verwies in ihrem Grußwort darauf, dass „doch alle Anwesenden wollen, dass alle Kinder die gleichen optimalen Chancen haben". Da könne eben jede einzelne Lehrkraft einen Unterschied machen, so Buchheit. Und wenn das gelinge, dann würde Schule auch Spaß machen.
Insgesamt 292 Nominierungsvorschläge für 133 verschiedene Lehrkräfte waren eingegangen. Die finale Auswahl oblag dann einer vielköpfigen Fachjury. Die beiden Hauptpreise waren jeweils mit 1.000 Euro für die Klassen- bzw. Schulkasse dotiert. Die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler für die Verwendung dieses Preisgelds reichten vom Klassiker „Abi-Ball" über „Blumenstrauß", „Eis essen gehen", „Verschönerung der Schultoiletten" bis „Verprassen". Schön also, dass die veranstaltende Wilhelm Oberle-Stiftung spontan auch für die fünf platzierten Lehrkräfte und ihre Schulklassen jeweils 500 Euro spendierte.
Im Finale fanden sich neben Tapken auch Patricia Barhofer (Paul-Hindemith-Schule), Stefanie Böcherer (Ruth-Cohn-Schule), Marieluise Bartmann (Deutsch-Französisches Gymnasium), Raphaela Vietri (Grund- und Gemeinschaftsschule Rust) und Alexander Theobald (Max-Weber-Schule).
Goethe-Gymnasiast, Schülerrat- und Jury-Mitglied Tron Tan Le ließ in seinen Worten kurz vor der Preisverleihung die ebenso einfache wie zutreffende Sichtweise vom Stapel, dass Lehrkräfte, die „beim Reinkommen ins Klassenzimmer gleich eine positive Stimmung verbreiten, damit die Schülerinnen und Schüler anstecken – und umgekehrt". Eine Art Kreislauf guten Unterrichts, könnte man sagen. Und Schülerratskollege Henry Thunert fügte hinzu: „Ich find's gut, wenn Lehrer offen sind und auf Augenhöhe, also nicht sagen, ich bin King und ihr seid nur der kleine Rest."
Preisträgerin Silke Tapken meinte jedenfalls, ihr Beruf sei „das Schönste, was man machen kann." Den Preis habe sie nur gewinnen können, weil ihre ganze Schule ein Team sei: „Eigentlich brauche ich diese Wertschätzung vielleicht gar nicht, weil mir Schülerschaft, Eltern und Schulleitung eh schon so viel entgegenbringen. Ich sehe mich nur als Stellvertreterin der ganzen anderen Kolleginnen und Kollegen, die hier sind und diesen Preis genauso verdient hätten."
Aber was ist Silke Tapkens Geheimnis, dass ihr in Merzhausen derart viel Wertschätzung von Schülerschaft, Eltern und Kollegium entgegengebracht wird? „Ich mag es nicht so sehr, immer wiederholend das Gleiche zu machen. Und ich schätze sehr die Ideen der Kinder, mich da reinzudenken und daraus Projekte zu entwickeln. Was mir dabei hilft, ist, dass auch ich gerne spiele. Man muss einfach den Mut haben als Lehrkraft, ein Stück weit loszulassen – dann geht's von ganz alleine."
Clemens Salm von der Wilhelm Oberle-Stiftung sieht in den Unterstützern des Lehrer*innenpreises – Gesamtelternbeirat, Schülerrat, Baden FM und der Firma Wall –ideenreiche Spielpartner, mit denen man solch ein wertschätzendes Projekt über die Jahre entwickeln konnte. „In Freiburg lernt man mit den Schulen fürs Leben!"


