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„Schule kann man nur gemeinsam machen“

Theresia Ehret, Marianne Jöllenbeck und Daniel Volaric gewinnen den 4. Freiburger Lehrerpreis

Allerbeste Feierlaune und gespannte Vorfreude herrschte am frühen Mittwochabend, 28. September 2022, im Freiburger Jazzhaus, vor der Bekanntgabe und Verleihung des vierten Freiburger Lehrerpreises. Clemens Salm von der gastgebenden Wilhelm Oberle-Stiftung in Staufen und Moderatorin Julica Goldschmidt (baden.fm) begrüßten rund 250 Gäste, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen, zur feierlichen Preisverleihung.

von links nach rechts: Theresia Ehret, Daniel Volaric, Marianne Jöllenbeck

„Foto: Martin Koswig

Eröffnet wurde der Abend durch das vierköpfige Freiburger Saxophon-Ensemble.  Dann gab es eine Wissens- und Experimenturshow der Freiburger "Experinauten" Esra Mandaci und Nicola Gepperth, die unter anderem einen „ökologischen Raketenantrieb“ anschaulich vorstellten. Eine Einleitung sprach Freiburgs erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach als Schirmherr der Veranstaltung. „Meine Frau ist Lehrerin, und ich weiß, was Lehrkräfte vor allem in den letzten drei Jahren mit Pandemie, Homeschooling und Digitalisierung leisten mussten“, so von Kirchbach. „Das kann man nicht aus dem Ärmel schütteln; dazu muss der Ärmel erst mal gefüllt werden.“

Moderatorin Goldschmidt leitete die Preisverleihung damit ein, dass gute Lehrkräfte „auch mal schubsen und ziehen“ müssten, wenn dies vonnöten sei. Mit insgesamt 270 Schülerzuschriften stellte die Aktion 2022 einen Teilnehmer-Rekord ein, auch was die Anzahl der Nominierungen anging: 120 Personen wurden als Preisträger vorgeschlagen.

Freiburgs erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach als Schirmherr der Veranstaltung

Michael Jänsch /RiB

Danach wurden die Jury-GewinnerInnen mit einer kurzen Laudatio bekanntgegeben. Als Erster wurde der Englischlehrer Daniel Volaric vom Meret-Oppenheim-Schulzentrum in Steinen als Gewinner durch Laudator Prof. Dr. Edgar Kösler (ehemaliger Rektor der Katholischen Hochschule Freiburg) benannt.

Volaric hatte sich als Klassenlehrer einer siebten Klasse unter anderem mit einer Motto-Lesenacht, der Theateraufführung eines selbstgeschriebenen Stückes, einer Oldschool-Postkartenaktion, eines Audio-Aufnahme-Formats und selbst erstellten Erklärvideos um seine Schülerinnen und Schüler bemüht: „Es geht mir einfach darum, auf möglichst vielfältige und aktivierende Weise Begeisterung für die Sprache zu entwickeln.“

Laudator Prof. Dr. Edgar Kösler

Michael Jänsch /RiB

Im Anschluss verkündete Laudatorin Dr. Jutta Nikel (Pädagogische Hochschule Freiburg), die Gewinnerin Theresia Ehret von der Emil-Thoma-Grundschule in Freiburg. Deren Grundschülerinnen und -schüler brachen in minutenlangen Jubel aus und rissen ihre Lehrerin dabei fast vom Stuhl. Ehret hatte den ihr anvertrauten Nachwuchs unter anderem mit Straßenmusikaktionen, deren Erlöse in Theater- und Kinobesuche umgesetzt wurden, mit Lesekreisen, Gefühlsrunden und einer Freitagsbühne begeistert: „Die Kinder haben mich bestürmt - das war sehr aufregend. Ich habe mein Geheimnis für mich so definiert, dass ich in jedem Kind etwas Liebenswertes finde, auch wenn es manchmal ein bisschen dauert. Aber dann ist alles einfach.“

Im Anschluss wurde erstmals auch eine Rektorin ausgezeichnet. Laudator Dr. Patrick Bronner, selbst Preisträger des Deutschen Lehrerpreises 2016 (Friedrich-Gymnasium Freiburg), rief Marianne Jöllenbeck vom Wentzinger-Gymnasium in Freiburg auf die Bühne, die sich durch große Freundlichkeit, Klarheit, Weitblick und Offenheit für Neues auszeichne und immer ein offenes Ohr für alle habe. Aber wie kann das möglich sein? „Schritt für Schritt. Immer einen Atemzug machen und die Ruhe bewahren“, meinte die Rektorin im Gespräch, „und indem man immer den Menschen im Blick behält.“ Auf der Bühne erklärte Jöllenbeck kurzerhand ins Mikrofon: „Schule kann man nur gemeinsam machen.“

Die Gewinnerin Theresia Ehret von der Emil-Thoma-Grundschule in Freiburg.

Michael Jänsch /RiB

Alle drei PreisträgerInnen erhalten ein Preisgeld eines anonymen Stifters in Höhe von jeweils 1.000 Euro, welches im Falle der beiden LehrerInnen vollumfänglich für die jeweilige Klassenkasse sowie bei dem in diesem Jahr erstmals ausgelobten RektorInnen-Preis für das Lehrerkollegium zur Verfügung gestellt wird.

Und was war die große Gemeinsamkeit? Alle drei GewinnerInnen zeichnet vor allem anderen eine große Empathiefähigkeit aus, was in den eingeblendeten Video-Statements von SchülerInnen und KollegInnen betont wurde.  Die drei Preisträger sind damit auch Stellvertreter für viele Lehrkräfte, die mit Herzblut ihren Beruf ausüben.

Michael Jänsch /RiB

Insgesamt war die Preisverleihung von einer berauschenden Stimmung eines glücklichen Gemeinschaftsgefühls durchdrungen, mit vielen vor Begeisterung glühenden Gesichtern.  Bereichernd war der intensive Austausch, quer durch die Gruppen der Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler. Auch das kann Schule offensichtlich sein: Motivierend, kommunikativ und ein klares Zeichen für ein wertschätzendes Miteinander.

Text: Wilhelm Oberle-Stiftung / Bilder: Michael Jänsch /RiB

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