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Nachrichten aus Freiburg

Premieren von TANGO SHALOM, BABYN YAR und MISS HOLOCAUST SURVIVOR im Friedrichsbau - Jüdische Kulturtage 2023

TANGO SHALOM - Ein Film von Gabriel Bologna

TANGO SHALOM

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2023 finden folgende Filmpremieren bei uns im Friedrichsbau statt:

TANGO SHALOM mit der Hauptdarstellerin Judi Beecher heute, am 18. Oktober um 17 Uhr; BABYN YAR. KONTEXT mit dem Regisseur Sergei Loznitsa am Dienstag, den 24. Oktober um 17 Uhr; und MISS HOLOCAUST SURVIVOR mit dem Filmemacher Radek Wegrzyn am Sonntag, den 29. Oktober um 17 Uhr. Die Gäste stehen jeweils im Anschluss an die Vorstellung für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung. Es handelt sich um Veranstaltungen in Kooperation mit der Israelitischen Gemeinde.

Die Tickets kosten jeweils 10,00 € (ermässigt 8,50, für alle unter 25 nur 7,00). Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Leser und Hörer auf dieses Premieren im Friedrichsbau hinweisen könnten. TANGO SHALOM läuft ab Donnerstag täglich im Friedrichsbau; MISS HOLOCAUST SURVIVOR startet dann am 9. November bei uns im Kino.

TANGO SHALOM

Heute (Mittwoch) um 17.00 Uhr im Friedrichsbau:

Premiere mit Hauptdarstellerin Judi Beecher

TANGO SHALOM

Ein Film von Gabriel Bologna

Der chassidische Rabbiner Moshe Yehuda (Jos Landiado) sieht als letzten Ausweg aus seiner Finanzmisere, den von ihm betriebenen »Cheder« und das Familienauskommen durch seine Teilnahme an einem Tango-Wettbewerb zu retten. Doch wie soll er das mit dem Paartanz anstellen, da er doch seine Tanzpartnerin (Karina Smirnoff) aufgrund seines strengen Glaubens nicht berühren darf. Der Versuch zu tanzen, ohne den Moralkodex des orthodoxen Judentums zu verletzen, führt zu einer rührenden Slapstick-Komödie.

Der Film gewann 25 Preise auf Filmfestivals weltweit, darunter den Preis »Best World Peace and Tolerance Narrative Feature Film Award« in Cannes

BABYN YAR

Dienstag, den 24. Oktober um 17.00 Uhr im Friedrichsbau:

Premiere mit Filmemacher Sergei Loznitsa

BABYN YAR. KONTEXT

Ein Dokumtarfilm von Sergei Loznitsa; Vorführung im ukrainisch-russisch-deutschen Original mit Untertiteln

Jubelnde Erwachsene und Kinder schenken den deutschen Panzersoldaten beim Einmarsch in die Ukraine im Sommer 1941 Blumen. In Kyiv ermorden nationalsozialistische Einsatzgruppen und ukrainische Beamte in der Schlucht von Babyn Jar mehr als 33.000 Jüdinnen und Juden. Das Massaker gehört zu den schlimmsten Verbrechen des vergangenen Jahrhunderts. Was eigentlich unfilmbar scheint, wurde damals dokumentiert. Sergei Loznitsa hat sich an eine audiovisuelle Bearbeitung des Materials aus deutschen, russischen und ukrainischen Archiven gemacht, um die titelgebenden, komplexen Kontexte der Ereignisse im September 1941 zu veranschaulichen.

»Etliche deutsche Offiziere und Soldaten hatten Amateur­ka­meras dabei und filmten den Alltag in der Stadt. Diese Aufnahmen hatten keinen Propa­g­an­da­ch­a­rakter, aber für mich bieten sie das inter­es­san­teste und faszi­nie­rendste Material. Da sehen wir Bruchs­tücke des Alltags­le­bens in Kyiv 1941-1943. Das Material kommt aus einigen öffent­li­chen und privaten Archiven in Russland, Deutsch­land und der Ukraine. Manches davon war Jahr­zehnte lang in den Archiven begraben, nicht einmal Histo­riker hatten es angesehen. Ich unter­suche, wie Entmensch­li­chung geschieht – deshalb muss ich mit der deutschen Invasion anfangen. In der Umbruch­zeit, im Chaos, in der Gesetz­lo­sig­keit zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen. Wenn jede Handlung straflos bleibt. Im September 1941 ahnten viele in Kyiv, dass Juden nicht ›umge­sie­delt‹ werden, sondern ermordet. Aber niemand hat protes­tiert.« (Sergei Loznitsa)

L'Œil d'or – Dokumentarfilmpreis von Cannes 2021!

BABYN YAR

Sonntag, den 29. Oktober um 17.00 Uhr im Friedrichsbau:

Premiere mit Regisseur Radek Wegrzyn

MISS HOLOCAUST SURVIVOR

Ein Dokumentarfilm von Radek Wegrzyn; Vorführung im Original mit deutschen Untertiteln

MISS HOLOCAUST SURVIVOR

In Haifa (Israel) findet einmal im Jahr ein einzigartiges Ereignis statt: Ein Schönheitswettbewerb für Frauen, die den Holocaust überlebt haben. 12 Frauen im Alter von 77-95 Jahren flanieren einen Laufsteg entlang. Sie tragen ihre schönsten Kleider. Schmuck und Makeup zieren gealterte Gesichter und zerbrechliche Körper. Es ist der eigenartigste Schönheitswettbewerb der Welt. Denn die Frauen haben eines gemeinsam: Sie sind die letzte Generation der Holocaustüberlebenden.

Diese Frauen sind der schlimmsten Hölle des 20. Jahrhunderts entkommen. Sie wurden ihrer Kindheit, ihrer Körper, ihrer Femininität und Freiheit beraubt. Trotzdem wurden sie Mütter, Großmütter, manche Urgroßmütter. Jetzt stehen sie dem Unvermeidlichen gegenüber: dem altersbedingten Verfall des eigenen Körpers. Die meisten teilen sich ein Zuhause: Das Altenheim für Holocaust-Überlebende in Haifa (Israel). Diese Einrichtung, in der sie Tanzabende und Altersromanzen erleben, hat sie davor bewahrt, ihre letzten Tage in Armut zu verbringen: Ein Viertel aller Holocaustüberlebenden in Israel lebt unterhalb der Armutsgrenze. Für die Jury im Schönheitswettbewerb kommt es fast nur auf innere Schönheit an. Sie verbringen eine Woche mit den Teilnehmerinnen, bevor sie ihr Urteil fällen. Die Suche nach innerer Schönheit ist universell, in fast allen Ländern werden Frauen ab einem bestimmten Alter oft ignoriert. Dieser Film erzählt nicht nur von einzigartigen Holocaustüberlebenden, sondern von der Schönheit, die Frauen in fortschreitendem Alter innewohnt. „It’s about the one who celebrates life the most”, sagt Shimon, der Gründer des Altenheims. Werden sie es schaffen, ihre Rivalitäten und Traumata für einen Abend in etwas Positives zu verwandeln? Werden sie sich, wenn auch nur für einen Moment, schön fühlen – innerlich und äußerlich?

Text/ Bilder: Harmonie & Friedrichsbau Lichtspiele

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