Mutwillige Sachbeschädigung bei der Ausstellung zu jüdischen Stars im deutschen Sport

Zerstörte Figur von Ralph Klein
Das Zentrum deutsche Sportgeschichte e. V. sowie die Universitäten Potsdam und Hannover haben das Projekt erarbeitet, in Freiburg präsentiert es das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus der Städtischen Museen Freiburg in Kooperation mit dem Sport-Club Freiburg e. V. und der Israelitischen Gemeinde Freiburg. Die Veranstalter sind von der mutwilligen Beschädigung schockiert, gehen von einem womöglich antisemitischen Hintergrund aus und haben umgehend Anzeige erstattet. Von Seiten der Polizei kann ein politischer Hintergrund bislang weder ausgeschlossen noch bestätigt werden, Hinweise zu Tatverdächtigen liegen aktuell nicht vor.
Schon in 28 Städten würdigte die Präsentation das große Verdienst jüdischer Persönlichkeiten für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland. Sie dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerinnen und Sportler, die als Nationalspieler, Welt- oder Europameisterinnen und -meister, als Olympiasiegerinnen und -sieger oder Rekordhalte-rinnen und - halter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten.
Wie der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (RIAS) am Donnerstag, 7. Juli, in einen Facebook-Post berichtete, kam es in Freiburg bereits vorher zu Beschädigungen einzelner Figuren durch Farbe und Flüssigkeiten, die jedoch von engagierten Passantinnen und Passanten entfernt werden konnten. Die Veranstalter hatten von diesen Vorkommnissen bislang keine Kenntnis. Am Donnerstag, 14. Juli, findet ab 18 Uhr die Finissage der Ausstellung vor dem ehemaligen Verkehrsamt, Rotteckring 14, statt. Der Sporthistoriker Professor Lorenz Peiffer hält einen Vortrag über die Notwendigkeit des Erinnerns. Das Projekt wurde 2015 von der DFB-Kulturstiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiiert und seitdem maßgeblich gefördert.


