Kommunale Inklusionsvermittler tauschten sich bei einem Treffen im Landratsamt Emmendingen aus.
Landkreis Emmendingen. Beim Netzwerktreffen der kommunalen Inklusionsvermittlerinnen und -vermittler (KIV) im Landkreis Emmendingen standen am 1. Juli 2026 aktuelle Projekte, Erfahrungen aus den Kommunen und die weitere Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Vordere Reihe v.l.: Esther Weber (Beauftragte für Menschen mit Behinderung für den Landkreis Emmendingen), Winfried Höhmann (KIV Kenzingen), Philipp Hensel (Beauftragte für Menschen mit Behinderung für den Landkreis Emmendingen); hintere Reihe v.l.: Carina Wehrle (Fachbereichsleiterin Soziales Entschädigungs- und Schwerbehindertenrecht Sozialamt Landratsamt Emmendingen), Helmut Raschdorff (Schwerbehindertenvertreter VdK Herbolzheim), Ilona Lehmann (Geschäftsstelle KIV Teningen), Johannes Baur (Senioren- und Inklusionsbeauftragter Stadt Emmendingen); Sonja Pawelek (KIV Endingen, Bahlingen, Forchheim, Sasbach, Wyhl). Es fehlt (entschuldigt): Alexandra Haas (KIV Teningen), Ingrid Kern (KIV Rheinhausen), Nicole Kessler ( KIV Riegel), Klaus Kury (KIV Elzach,Winden, Biederbach), Nina Kühl (Inklusionsbeauftragte Stadt Waldkirch)
Nachdem Carina Wehrle, Fachbereichsleiterin für Soziales Entschädigungs- und Schwerbehindertenrecht am Landratsamt Emmendingen, die Anwesenden begrüßt und ihnen für ihr Engagement in den Bereichen Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe gedankt hatte, berichteten die kommunalen Behindertenbeauftragten des Landkreises Emmendingen, Esther Weber und Philipp Hensel, über zahlreiche Aktivitäten im vergangenen Jahr.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Dazu gehörten unter anderem ein Schreiben an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte und Gemeinden zur barrierefreien Gestaltung von Spielplätzen und Friedhöfen, Ortsbegehungen. Ein besonderes Ereignis war die Eröffnung des ersten CAP-Marktes im Landkreis in Denzlingen, der regelmäßig eine sogenannte „Stille Stunde“ anbietet. Diese richtet sich besonders an Menschen, die empfindlich auf Reize wie Geräusche oder grelles Licht reagieren. Auch zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember und zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai gab es Aktionen, unter anderem auf dem Emmendinger Weihnachtsmarkt sowie mit mobilen Rampen für Geschäfte in der Emmendinger Innenstadt.
Johannes Baur, Senioren- und Inklusionsbeauftragter der Stadt Emmendingen, berichtete unter anderem, dass die Homepage der Stadt auf Barrierefreiheit geprüft wurde. Die beauftragte Agentur setzt nun weitere Anregungen um, etwa Verbesserungen für blinde Menschen und Angebote in Leichter Sprache. Geplant sind außerdem Workshops zur digitalen Teilhabe in Kooperation mit dem Kooperationskreis Psychiatrie.
Auch aus weiteren Kommunen wurden Entwicklungen vorgestellt: In Waldkirch gibt es Planungen für einen barrierefreien Stadtplan nach dem Open-Source-Prinzip. Dieser soll Informationen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie für Menschen mit Hör- oder Sehbehinderung enthalten. Erste Workshops für ehrenamtlich Engagierte haben bereits stattgefunden, gemeinsame Mapping-Aktionen sind für den 8. und 25. Juli geplant.
In Teningen beginnt noch in diesem Jahr der barrierefreie Umbau der Kirche, unter anderem mit einem barrierefreien Zugang zum Altar. In Sasbach wird der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen vorangebracht. In Endingen wurde auf den barrierefreien Bahnhof, eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt sowie eine inklusive Stadtführung am 18. Juli in Einfacher Sprache in Kooperation mit der Lebenshilfe hingewiesen. Zudem entsteht dort eine neue Wohngruppe für junge Menschen mit Pflegebedarf in Kooperation mit La Vida.
In Kenzingen wurde unter anderem über die Kennzeichnung von Behindertenparkplätzen im offiziellen Stadtplan sowie über Beratungen zum Thema Inklusion im Arbeitsleben berichtet. Der Pflegestützpunkt bietet dort einmal im Monat Beratung an. Aus Herbolzheim wurden die Teilnahme an Sitzungen des Stadtrats, die barrierefreie Umgestaltung des Friedhofs, abgesenkte Bordsteine sowie zahlreiche Beratungen zu Grad der Behinderung und Pflegegrad genannt. Allgemein kam der Hinweis, dass bestehende kommunale Schadensmelder auch genutzt werden sollten, um auf fehlende Barrierefreiheit aufmerksam zu machen und auch sonst jeder Bürger und jede Bürgerin dazu aufgerufen ist, Ideen an die Kommunen weiterzugeben, wie der Alltag der Menschen barrierefreier gestaltet werden kann.
Hintergrund
Die kommunalen Inklusionsvermittler und Inklusionsvermittlerinnen (KIV) haben es sich zur Aufgabe gemacht, in ihren Kommunen das Thema Barrierefreiheit transparent zu machen und stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Bei den Netzwerktreffen tauschen sich die KIV gegenseitig aus. Aktuell gibt es sieben Kommunale Inklusionsvermittler und Inklusionsvermittlerinnen, einen Inklusionsbeauftragten und eine Inklusionsbeauftragte, die im Landkreis Emmendingen insgesamt 14 der 24 Kommunen betreuen.


