Emmendingen packt den Klimaschutz an Emmendinger Herbstkonferenz bringt Menschen und Ideen zusammen
Mehr als 80 Menschen, 11 Projekte und jede Menge konkrete Ideen: Bei der Herbstkonferenz des Emmendinger Klimabeirats in der Steinhalle ging es nicht um abstrakte Klimaziele, sondern um Lösungen, die sich vor Ort umsetzen lassen. Wie lässt sich Solarstrom auch auf Mehrfamilienhäusern nutzen? Was kann aus alten Solarmodulen entstehen? Und wie wird ein Haus in nur 22 Tagen energetisch saniert? Mit solchen Fragen beschäftigten sich die Besucherinnen und Besucher.

Emmendinger Herbstklimakonferenz
Besonders gefragt war das Thema Solarenergie auf Mehrfamilienhäusern. An einem konkreten Beispiel wurde gezeigt, wie sich eine Wohnungseigentümergemeinschaft mit 47 Parteien auf eine gemeinsame Solaranlage verständigen und sie realisieren konnte. Auch das Projekt „Balkonsolar aus alten Solarpanels“ stieß auf großes Interesse. Mithilfe vorhandener Module und eines Solartischs konnten sich die Gäste vor Ort ein Bild davon machen, wie aus gebrauchten Solarmodulen neue Möglichkeiten für die eigene Stromversorgung entstehen. Engagierte Bürgerinnen und Bürger wollen das Projekt nun auch in Emmendingen auf den Weg bringen.
Wie sich die Stadt besser auf die Folgen des Klimawandels einstellen kann, war ein weiterer Schwerpunkt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Begrünung und die Versickerung von Regenwasser. Auch das Thema „Sanieren“ fand großen Anklang: Der Landkreis stellte den „Sanierungssprint“ vor, bei dem die energetische Sanierung eines Hauses innerhalb von nur 22 Tagen umgesetzt werden soll. Konkrete Gespräche gab es außerdem zum Projekt „Kleiner Wohnen“. Nach der Beratung vor Ort können sich Teilnehmende nun vorstellen, zusätzlichen Wohnraum im eigenen Haus zu schaffen, indem sie eine weitere Wohnung einbauen.
Dass klimafreundliches Handeln auch im Alltag viele Möglichkeiten eröffnet, zeigte der Umsonstladen Kollmarsreute mit seinem Lastenrad. Die Besucherinnen und Besucher konnten entdecken, wie vielseitig sich damit Einkäufe und andere Transporte erledigen lassen. Das gilt auch für Gewerbetreibende, für die neben neuen Mobilitätslösungen auch das vorgestellte Beratungsprogramm KEFF+ weiter kostenlos zur Verfügung steht. Neben diesen Beispielen boten zahlreiche weitere Projekte Anregungen und Gelegenheit zum Austausch.
Ideen weitertragen und gemeinsam ins Tun kommen: Das war das Ziel der Konferenz. Der neu ausgerichtete Klimabeirat bringt Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, darunter Handwerk, Bürgerenergie und Initiativen für nachhaltigen Konsum. Die Herbstkonferenz knüpfte an das Frühjahrsforum an, bei dem die Mitglieder Projektideen gesammelt und diskutiert hatten. Nun ging es darum, diese Ideen weiterzuentwickeln, Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen und erste Schritte für die Umsetzung zu vereinbaren.
Auch die Stadt Emmendingen arbeitet daran, ihre direkten Einflussmöglichkeiten für den Klimaschutz zu nutzen. Dazu gehören etwa der Neubau der Fritz-Boehle-Grundschule nach Passivhausstandard in Holzhybridbauweise, energetische Sanierungen städtischer Gebäude, der Ausbau von Photovoltaik und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Doch Klimaschutz lebt auch vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger.
Die vielen angeregten Gespräche und neu geschmiedeten Pläne zeigen: In Emmendingen gibt es Menschen, die Klimaschutz nicht nur diskutieren, sondern konkret voranbringen wollen.
Wie geht es weiter? Der Klimabeirat trifft sich am Montag, 18. Januar 2027, um 18 Uhr im Sitzungssaal. Dabei wird unter anderem über den Stand der Projekte aus der Herbstkonferenz berichtet.


