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Nachrichten aus Elztal

Vielfältiges Angebot der Museumspädagogik im Elztalmuseum

Auf dem Tisch des Cafés im Elztalmuseum liegen bunte Blätter und einige Spielkarten. Eine ältere Dame greift danach und sieht sie sich an. Museumspädagogin Rita Ghobad fragt, ob Sie das Spiel denn kenne. „Das ist ein Quartett, das haben wir als Kinder auch gerne gespielt“, sagt die Seniorin. Sie gehört zu einer Gruppe der DRK Tagespflege „Hilda“, die an diesem Tag zum Erzählcafé ins Elztalmuseum gekommen ist.

Sehen, fühlen, riechen: Die Gegenstände, die Rita Ghobad beim Erzählcafé mitgebracht hat, regen das Gespräch und die Erinnerung an

Foto: Stadt Waldkirch

Ihre Gäste wieder ins Gespräch miteinander kommen zu lassen und sich dabei zu erinnern, dies ist an diesem Vormittag ein Ziel von Rita Ghobad. Sie ist seit Anfang des Jahres mit der Museumspädagogik der Stadt Waldkirch im Elztalmuseum betraut. Grundsätzlich ist ihre Aufgabe dabei die Vermittlung der Sammlungs- und Ausstellungsobjekte. Meist wird diese Vermittlung ausschließlich mit Kindern und Schulklassen in Verbindung gebracht, doch sie umfasst alle Alters- und Zielgruppen.

Für demente und ältere Menschen bietet das Erzählcafé die Gelegenheit, sich durch sinnliche Reize, die die Stücke der Sammlung durch Ansehen, Anfassen und Fühlen oder auch Anhören hervorrufen, an frühere Erlebnisse und Ereignisse zu erinnern.

„Was sehen Sie denn auf der Karte?“, fragt Rita Ghobad. Schon lebt das Gespräch wieder auf: „Das ist eine Quitte. Davon hat meine Mutter früher immer Quittengelée gemacht und heute Morgen gab es auch welches beim Frühstück, das war sehr schön“, stellt eine Besucherin gleich fest. Auch andere berichten über das Obst, das früher an den Bäumen im eigenen Garten oder auf dem Feld wuchs.

„Geruch, Materialität - eine dazu passende körperliche Bewegung. Das fand ich bei einem der Herren so interessant. Er hat dann immer direkt eine bestimmte Bewegung mit der Hand gemacht, wenn er ein neues Objekt auf dem Tisch erblickte. Er war früher Schreiner“, sagt Rita Ghobad.

Auch aus der Perspektive der Mitarbeiter*innen des Museums sind die Gespräche interessant, denn die meisten sind einiges jünger als die Gäste und kennen die Gegenstände gar nicht mehr aus dem täglichen Gebrauch. „Da lernen wir mit und sammeln Geschichte(n)“, fügt Ghobad hinzu. Ein Tennisschläger aus Holz, ein Blasebalg und eine Handgewindedrehmaschine geben weitere Erinnerungs- und Gesprächsanlässe, an denen sich nach und nach alle beteiligen.

„Meine Arbeit befasst sich hier auch ganz klassisch mit der Vermittlung an Kindergarten- und Schulkinder, doch die Gruppe älterer Menschen ist mir ein besonderes Anliegen. Mit dem Angebot, ins Elztalmuseum zu kommen, möchten wir Menschen mit Demenz kulturelle Teilhabe ermöglichen. Es dient dazu, gemeinsame Erlebnisse außerhalb des gewohnten Rahmens zu bieten, aber auch dazu, die Erinnerung anzuregen. Im Elztalmuseum gibt es viele verschiedene Gesprächsanlässe, sei es durch Gegenstände der Sammlung oder die Dauer- und Sonderausstellungen. Mir ist es dabei wichtig, dass ich mich immer wieder neu auf die Gruppen einstelle und alle einzubeziehen, auch die, die sich zunächst noch zurückhalten“, erklärt Rita Ghobad.

Neben dem Erzählcafé gibt es einige weitere Angebote für an Demenz erkrankte Menschen. Weitere Informationen dazu gibt es auf den Internetseiten des Elztalmuseums unter www.elztalmuseum.de in der Rubrik „Besuch“. Für weitere Informationen über das museumspädagogische Angebot oder für eine Anmeldung können sich Interessierte auch gerne per E-Mail an info@elztalmuseum,de wenden.

Text/Foto: Stadt Waldkirch

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