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Nachrichten aus Elztal

Neue städtische „Paketlösung“ in Kollnau Josefshaus wird Bürgertreff

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung verfolgt die Stadt Waldkirch derzeit unter anderem die Strategie, sich auf weniger Gebäude zu konzentrieren, Synergien zwischen Standorten zu nutzen und sich von Liegenschaften zu trennen, um bei den Unterhaltungskosten zu sparen.

v.l.n.r. (hinten): Thomas Braunstein (Pfarrer und stellv. Leiter der Kirchengemeinde an der Elz), Michael Schmieder (Oberbürgermeister Stadt Waldkirch, Johannes Dilger (ehem. Stiftungsrat der kath. Kirchengemeinde Waldkirch), Tino Störk (Betriebsleiter Wohnungswirtschaft der Stadt Waldkirch) v.l.n.r. (vorne): Ilka Kern (Leiterin Dezernat II – Kultur, Bildung und Soziales), Renate Rieder (Ortsvorsteherin Kollnau), Susanne Neumann (Leiterin Abteilung 2.2. Jugend, Soziales und Integration)

Stadt Waldkirch

„Eine Reduzierung des Bestandes geht nur dort, wo wir wirklich gute und sinnvolle Alternativen im Angebot haben, die für alle Beteiligten eine gute Lösung bieten“, berichtete Oberbürgermeister Michael Schmieder bei der Seniorenrundfahrt am vergangenen Freitag. Als Beispiel für so eine neue städtische „Paketlösung“ nennt er in Kollnau die Hildastraße 2. Dort steht das Josefshaus. Die Wohnungswirtschaft der Stadt Waldkirch hat das Haus von der ehemaligen kath. Kirchengemeinde Waldkirch gekauft. Warum?

Bürgertreff zieht ins Josefshaus

„Hier in Kollnau bietet sich eine hervorragende Gelegenheit, Synergieeffekte zu nutzen und mit dem Kauf mehrere Probleme im Gesamtzusammenhang zu lösen“, erklärte der Oberbürgermeister, der den Kaufvertrag für das Josefshaus gemeinsam mit Pfarrer Thomas Braunstein Ende 2025 beim Notar unterschrieben hat. Schmieder kündigte an, dass man das Josefshaus für Kollnauer Vereine nutzen und stattdessen das alte Gebäude des Bürgertreffs auflösen wolle. „Das Gebäude vom Bürgertreff ist sehr marode, Gebäude und Gelände vom Bürgertreff wollen wir verkaufen und dafür mit dem Bürgertreff in das Josefshaus einziehen. Aus dem Verkauf gewinnen wir Einnahmen, die wir für die Finanzierung des Josefshauses nutzen können“, so seine Ausführungen.

Keine Aufstockung an der Schule

Zweitens sieht er damit auch eine Lösung für die Raumnot der Grundschule am Kohlenbach. Hier gab es in der Vergangenheit wiederholt Pläne, das Schulgebäude an einer Ecke aufzustocken, um dringend nötige, zusätzliche Räume zu gewinnen. „Wir müssten hier für sehr viel Geld aufstocken und könnten das ohnehin nur in einem kleinen Teil des Gebäudes, da es Denkmalschutz und Statik gar nicht überall

erlauben“, so Schmieder. Stattdessen könne die Stadt jetzt den Vereinen, die noch im Schulbereich untergebracht sind, im Josefshaus alternative Räume anbieten. Somit werde dieser Platz wieder frei für die Bedürfnisse der Schule. Auf eine Aufstockung kann die Stadt infolge verzichten und die Investition einsparen.

„Mit Verkauf des alten Bürgertreffs und dem Nicht-Investieren in die Aufstockung der Schule haben wir das Geld schon wieder eingespart, das wir für den Kauf vom Josefshaus gebraucht haben. Wir haben dann für Kollnau einen zentralen Anlaufpunkt für alle Vereine und den Bürgertreff. Gleichzeitig können wir noch die Schullandschaft erweitern, ohne dass wir wieder irgendwo anders neu bauen müssen. Und so macht das Ganze als Paketlösung einfach Sinn“, fasste Schmieder zusammen. Einen weiteren Pluspunkt hat der Kauf noch: Zum Gelände vom Josefshaus gehört im hinteren Bereich auch noch ein kleines Grundstück, auf dem man sogar noch ein kleines Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohnungen bauen könnte. Das wird die Stadt aber vorerst noch nicht in Angriff nehmen. Jetzt geht es erst einmal darum, mit den Vereinen zu sprechen und gemeinsam die Alternativen zu konkretisieren.

Das Josefshaus in der Hildastraße in Kollnau.

Bürgerbeteiligung für Nutzungskonzept

Die Stadt kann das Josefshaus ab ersten Juli beziehen. Für die zukünftige Nutzung entwickelt sie derzeit im Rahmen einer Bürgerbeteiligung gemeinsam mit Vereinen, Bürgerschaft und Gremien ein Grundlagenkonzept. Ziel ist ein multifunktionaler, vollständig öffentlich genutzter Standort. Ein zentraler Treffpunkt, der bestehende Angebote bündeln, Synergien schaffen und Begegnung sowie Bürgernähe stärken soll.

Der Auftaktworkshop findet am Montag, 11. Mai, von 17 bis 20 Uhr im Josefshaus statt oder alternativ am Samstag, 23. Mai, von neun bis zwölf Uhr im Bürgertreff; dort ist der Zugang barrierefrei. Nach dem Auftakt gibt es noch Vertiefungsworkshops am Freitag, 19. Juni sowie am Donnerstag, 30. Juli. Über den Beginn wird noch abgestimmt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzumachen und sich anzumelden unter: https://eveeno.com/190227818

Text/Bild: Stadt Waldkirch

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