Konkrete Ergebnisse nach dem Abschluss-Workshop zur Innenstadtberatung
Die IHK Innenstadtberatung schlägt nach der Analyse und dem Zustandsbericht unter anderem eine Ergänzung des Leitbildes der Stadt Waldkirch im Punkt Stärkung des Stadtkerns vor. In einem Workshop an dem sich Oberbürgermeister Michael Schmieder, Fraktionsvertreterinnen und -vertreter, der Lenkungskreis Innenstadt und weitere Innenstadtgruppierungen beteiligten, stellte IHK Innenstadtberater Thomas Kaiser die erarbeiteten Leitlinien vor. Zudem wurden 44 konkrete Maßnahmen bewertet und von den Teilnehmenden priorisiert.
Am Workshop nahmen Oberbürgermeister Michael Schmieder (nicht auf dem Bild) Fraktionsvertreterinnen und -vertreter, der Lenkungskreis Innenstadt und weitere Innenstadtgruppierungen teil
Die Waldkircher Innenstadt als Wirtschafts-, Arbeits-, Kultur- und Lebensraum steht laut Thomas Kaiser nach der Pandemie gut da, insbesondere der Wochenmarkt ist Zugpferd und Frequenzbringer. Die geringe Leerstandsquote von 3 % ohne strukturelle Leerstände sei gut, dennoch fürchtet er, dass sich dies ändern könne. Wegen eines fehlenden Schutzmechanismus für innenstadtrelevanten Sortimente ist es in jedem Fall erklärtes Ziel der Stadtpolitik, diese wichtigen Frequenzbringer durch flankierende Maßnahmen auch dort zu halten.
Die Potenziale der Stadt und damit auch der Innenstadt sind angelegt: Altstadtflair, toller Angebotsmix, der Wochenmarkt, die Elz und der Kandelblick und auch die vorhandenen Kümmerer-Strukturen im Hauptamt der Stadt und im Ehrenamt der Werbegemeinschaft oder weiteren bürgerschaftlichen Gruppierungen sind vorhanden. Dies gilt es zu bündeln und gemeinsame Ziele einzunorden.
Für Waldkirch schlägt Kaiser zur Konkretisierung des städtischen Leitbildes sechs Leitlinien vor, die unter den Überschriften „Waldkirch festigt Strukturen in der Zusammenarbeit in der Innenstadt“, „Waldkirchs Innenstadt bleibt erreichbar“, „Waldkirch schützt die Akteure der Innenstadt“, „Waldkirch liebt seinen Wochenmarkt“, „Waldkirch achtet auf Details in der Aufenthaltsqualität“, „Waldkirch betreibt proaktives Flächenmanagement“ stehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops bestätigten die vorgeschlagenen Leitlinien einstimmig, die – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat – bis 2030 gelten sollen.
„Auf der Ebene der konkreten Maßnahmen läuft schon einiges“, kann Kaiser berichten. Mit den Eigentümern der Strom- und Telekommunikationskästen in der Innenstadt fanden bereits erste Gespräche zur Verschönerung dieser statt. Parkflächen in der Stadt werden bereits erfasst und in einer Onlinekarte so aufbereitet, dass diese unter Angabe der Gebühren, aber auch Zusatznutzungen wie Lademöglichkeiten leicht online auffindbar sind. Ein wirkungsvolles Konzept zur Bewerbung des Wochenmarktes mit einer Social Media-Kampagne steht in den Startlöchern und mit der Wahl eines Marktsprechers im Herbst wird es wieder möglich sein, auch strategisch die Fortentwicklung des Marktes anzugehen.
Die Priorisierung der weiteren Ideen überraschte Kaiser, denn hier landete der Maßnahmenvorschlag „Optische Aufwertung der Schuster- und Engelstraße“ an erster Stelle. Gefolgt von der Abarbeitung der über 40 Feststellungen aus dem ersten Stadtspaziergang. Dieser soll als Dauermaßnahme auch aus verschiedenen Perspektiven wie zum Beispiel Tourist, Kind, Rollifahrer fortgesetzt werden. Konkrete Einzelmaßnahmen wie die Installation von Trinkwasserspendern in der Innenstadt zahlen auf die Leitlinie „Details in der Aufenthaltsqualität“ ein. Zudem wurde die Fortsetzung der Arbeit des „Lenkungskreises Innenstadt“ vorgeschlagen.
Kaiser macht deutlich, dass viele der Ideen letztlich nur Angebote an die Stadtpolitik, die Gewerbetreibenden und Standortgemeinschaften sind. Was dann davon tatsächlich umgesetzt wird, will Kaiser in einem Besuch im Lenkungskreis in zwölf Monaten gerne nachhalten. Besonders gefreut hat ihn, dass die Werbegemeinschaft einen Teil ihrer „Hausaufgaben“ bereits umsetzt. In der Mitgliederversammlung wurde der „Vorwurf der Überalterung des Vorstandes“ bereits durch Aufnahme von drei jungen Personen aus der Unternehmerschaft in den Strategiebeirat der Werbegemeinschaft angegangen.


