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Nachrichten aus Baden-Baden

Bürgerreise nach Moncalieri und in das Piemont finden wieder großen Anklang

Seit 2010 führen Nadja und Gerhard Nonnenmann alljährlich im Herbst Bürgerreisen in die italienische Partnerstadt Moncalieri und die Region des Piemont durch, nur unterbrochen durch zwei Corona-Jahre. Auch die in diesem Jahr somit 15. Bürgerreise war wieder ausgebucht und 39 Reiseteilnehmer machten sich unlängst auf den Weg nach Italien.

Reisegruppe aus Baden-Baden vor der „Basilica di Superga“ in Turin

Andreas Ewert

Auf der Hinreise machte die Reisegruppe in Vevey einen Stopp in „Chaplin’s World“, wohl eines der besten Museen in der Schweiz in puncto Besucherfrequenz und didaktischer Raffinesse. Leben und Werk des Ausnahmekünstlers Charlie Chaplin wurden in einem eigens errichteten Filmstudio aufwändig dokumentiert. Über den Tunnel des Großen Sankt Bernhard ging es in das Aostatal, wo in Pont-Saint-Martin Relikte aus der Römerzeit auf die hohe Baukunst der Römer hinwiesen. Bei der Ankunft im Hotel wurde die Reisegruppe aus Baden-Baden von Piero Vacchio und Roberto Cassetta empfangen, die ihre Freude über den Besuch aus der Partnerstadt zum Ausdruck brachten.

Der erste Tag führte in die Region der Langhe. In Alba illustrierte eine archäologische Führung „unter Tage“ Bauphasen aus der Römerzeit und aus dem Mittelalter. Der Erwerb von köstlichen Haselnüssen in Alba durfte beim anschließenden Bummeln durch die Gassen natürlich nicht fehlen. Von Alba ging es dann weiter in das Weinstädtchen Barolo, wo man in einem Museum im dortigen Schloss alles Wissenswerte über den König der Weine erfahren konnte. Auch eine kleine aber feine Ausstellung mit Werken Picassos, Dalis und Miros konnte dort besucht werden. Das kulinarische Highlight der Reise folgte dann in dem mittelalterlichen Städtchen Cherasco in einer Osteria mit einem piemontesischen Menu, passend dazu köstliche Weine aus der unmittelbaren Umgebung.

Tags darauf ging es in Richtung Seealpen in das Val Pellice, heute weltweites Zentrum der Waldenser mit Synodalsitz in Torre Pellice. Fachkundige Führungen ermöglichten der Reisegruppe detaillierte Einblicke in Geschichte und Kultur der Waldenser, aber auch in deren Erziehung und (Aus)Bildung. Am Spätnachmittag füllten sich dann auf dem Rückweg die Einkaufstaschen im Outlet des Edel-Schokoladenherstellers Caffarel und in einer Zweigstelle von Eataly, einer Einkaufskette mit vorwiegend italienischen Produkten und Spezialitäten.

Der nächste Tag führte die Reisegruppe dann erst zur Piazza Baden-Baden im Zentrum der Stadt unweit des die Partnerstadt überragenden Schlosses der Savoyer, bevor dann in Turin die „Basilica di Superga“ mit seiner dem Petersdom im Vatikan nachempfundenen Kuppel, ein Meisterwerk des berühmten Stararchitekten Filippo Juvarra aus dem frühen 18. Jahrhundert, die Besucher entzückte. Einen hohen Bekanntheitsgrad hatte die Basilika nicht zuletzt dadurch erlangt, dass 1949 bei schlechtem Wetter das Flugzeug der Fußballspieler des AC Turin auf der Rückseite der Basilika zerschellte, heute noch Gedenkstätte für viele Besucher. Im Zentrum Turins wurde dann das Nationale Filmmuseum Italiens in der Mole Antonelliana besichtigt, einst als Synagoge konzipiert und wegen Finanzproblemen von der Stadt Turin erworben. Ein technischer Defekt des gläsernen Aufzugs verhinderte leider für die meisten Reiseteilnehmer den Zugang zur Aussichtsplattform.

Die Rückreise erfolgte über den Simplonpass mit einem längeren Aufenthalt in Simplon-Dorf, wo ein ortskundiger Führer alles Wissenswerte über das Dorf und die Geschichte des Passes erzählte. Der Besuch eines Ökomuseums, die Verkostung eines Wallisertellers mit einheimischen Spezialitäten und Weinen aus dem Rhonetal sowie der Besuch einer Käserei rundeten die Stippvisite im Simplongebiet ab, letzte Station einer Bürgerreise mit vielen Eindrücken und Erlebnissen.

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