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Der große historische Roman um die Entdeckung Amerikas

Die Geschichte beginnt 1492 in Palos. Der 13- jährige Schweinehirte Rodrigo hat im Streit mit einem Messer auf seinen betrunkenen Stiefvater eingestochen. Aus Angst vor der Strafe flieht er auf das nächstbeste Schiff im Hafen. Es ist die Santa Maria, das Flaggschiff der Kolumbus- Flotte, die just in dieser Nacht zu ihrer großen Entdeckungsfahrt ausläuft.

Rodrigo wird bald entdeckt. Als blinder Passagier und schwächstes Glied in der unbarmherzigen Hierarchie der Mannschaft muss er Demütigungen und Erniedrigungen hinnehmen. Doch mit Schläue und zähem Überlebenswillen gelingt es ihm, sich zu behaupten und als Schiffsjunge die Große Fahrt in den fernen Westen mitzumachen.

Im Oktober 1492 erreicht Christoph Kolumbus mit seiner kleinen Flotte die Karibik, am Weihnachtstag 1492 erleidet sein Flaggschiff Santa Maria Schiffbruch vor der Insel Hispanola (heute Haiti).

Kolumbus lässt die 40 Mann Besatzung in der Neuen Welt zurück, in einem Fort, das in Gedenken an den Tag der Havarie "La Navidad" getauft wird. Dann kehrt der Entdecker nach Spanien zurück. Als er ein knappes Jahr später auf seiner 2. Reise die Besatzung ablösen will, ist das Fort niedergebrannt. Die Spanier finden nur noch Leichen und hören dubiose und widersprüchliche Geschichten von den Indianern. Was ist in diesem einen Jahr in La Navidad passiert?

Rodrigo gehörte zu den vermeintlich glücklichen Auserwählten, die nach dem Schiffbruch der Santa Maria in der eilig errichteten Siedlung La Navidad zurück bleiben dürfen. 40 spanische Seeleute wähnen sich im Paradies. Doch schon bald greifen Neid, Missgunst, Goldgier und der Streit um die Frauen der Eingeborenen um sich. Die Mannschaft von La Navidad zerfällt in rivalisierende Banden, die marodierend über die Insel ziehen, immer auf der Suche nach Gold und Frauen.

Doch die Raubzüge und Plündereien finden ein Ende, als sich der mutige Eingeborenen-Häuptling Caonabo erhebt und die verschiedenen Stämme der Insel Hispanola zum gemeinsamen Vorgehen gegen die Eindringlinge sammelt. Die Spanier werden in Hinterhalte gelockt, verfolgt, belagert und nach und nach dezimiert. Am Ende schart sich nur noch ein Häuflein Überlebender in La Navidad zusammen. Ihre einzige Hoffnung ist ein kleines Segelboot, mit dem sie sich in die karibische Inselwelt retten wollen...

Das Buch schildert rund um die Hauptfigur, - den Schiffsjungen Rodrigo - die Entdeckungsfahrt des Kolumbus, die Landung in der Neuen Welt und den Untergang der Festung La Navidad.

Parallele Erzählstränge verfolgen den Werdegang von Rodrigos Geschwistern in Palos. Ihre Mutter wird zu Unrecht beschuldigt einen Seemann ermordet zu haben und hingerichtet. Der Bruder Miguel findet bei den Mönchen des Klosters La Rabida Unterschlupf und Förderung, bevor er Gehilfe des listigen und grausamen Händlers Don Burro wird. (Nach vielen Irrwegen wird er sein großes Ziel erreichen und Mönch bei den Franziskanern im Kloster La Rabida werden.) Der jüngste Bruder Pedro schließt sich einer Kinderbande in der Favela von Palos an. (Aus dem Dieb und Bettlerjungen wird später ein gewiefter Kaufmann.) Consuela, erst vier Jahre alt, wird von dem zwielichtigen Seemann Montilla zu dessen Mutter gegeben. Er ist der einzige Augenzeuge, der weiß, wer jenen Mord beging, für den Consuelas Mutter mit ihrem Leben bezahlte, und erpresst die Brüder Isabella Pinzons geschickt.

Im heimatlichen Palos kämpfen also Rodrigos Brüder Miguel und Pedro, sowie seine Schwester Consuela gegen ganz andere Gefahren und Widrigkeiten um ihr Überleben. Gleichzeitig fiebert in Palos die Kapitänstochter Isabella Pinzon der Rückkehr der Kolumbus-Flotte entgegen, nicht nur wegen ihres Vaters, sondern vor allem auch wegen des schönen Matrosen Pablo, an den sie ihr Herz verloren hat.

Herausgeber: Lindemanns Verlag

Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 688 Seite

Abmessungen ‏ : ‎ 14.9 x 5.5 x 22 cm 

ISBN 978-3-96308-093-7, Preis: 29,90 €

Anmerkung der Redaktion:

Historisch sehr interessant und spannend.

Unser Resümee: Spannend bis zur letzten Seite und sehr empfehlenswert!

Anmerkung:

Die wichtigsten Kapitel der Entdeckungs- und Eroberungsgeschichte Mittel- und Südamerikas haben sich zwischen 1492 und 1542 ereignet, also in einem Zeitraum, der in die Lebensspanne eines Menschen passt. So könnte theoretisch eine einzige Person alle wichtigen Ereignisse miterlebt haben, man könnte sie anhand des Lebenslaufes einer Person nachzuzeichnen.

In diesem Fall ist diese eine Person, Titelheld Rodrigo, der 1492 als 13jähriger Schiffsjunge die Entdeckungsfahrt des Kolumbus mitmacht, (1.Buch „Die Neue Welt“) dann bis 1513 als Matrose die karibischen Abenteuer der Konquistadoren Hojeda, Ponce de Leon und Balboa bis zur Entdeckung des Pazifik miterlebt (2. Buch „Bis zum Südmeeer“), um sich von 1517-1523 Hernando Cortez bei der Eroberung des Aztekenreiches anzuschließen (3. Buch „Das Reich der Azteken“), danach mit Pizarro die Entdeckung und Eroberung (1524-1540) des Inkareiches erlebt (4.Buch „Das Reich der Inka“) und schließlich 1542 als inzwischen 63jähriger Veteran, die berühmte Amazonasfahrt des Oranella mitmacht. (5. Buch „Der große Fluss“). Titelheld Rodrigo verkörpert den typischen spanische Peon seiner Zeit, den Fußsoldaten, der vom El Dorado träumt und stets an vorderster Front der Eroberungsgeschichte mit dabei ist.

Parallele Erzählstränge verfolgen die Werdegänge von Rodrigos drei Geschwistern: Miguel, der sich den Franziskanermönchen anschließt – und als Missionar ebenfalls in die neuentdeckten Länder zieht; Pedro, der sich aus einer Kinderbande hocharbeitet bis in die wichtigsten Bankhäuser von Sevilla – von wo aus die Eroberungen und Entdeckungen in der Neuen Welt finanziert und gesteuert werden; Consuela, die als Hure in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt, und zu den ersten spanischen Frauen gehört, die sich Richtung Westindien einschiffen. Zu diesen ersten Frauen gehört auch Isabella Pinzon, die reiche und verwöhnte Kapitänstochter, Rodrigos ewige Angebetete aus Palos, die aber den jungen Kapitän und Rivalen Rodrigos liebt, den Abenteurer Pablo.

All diese Figuren sind in ihren Lebenswegen schicksalhaft verwoben, treffen immer wieder aufeinander und sind in die historischen Ereignisse eingebunden, die mit allen ihren authentischen Protagonisten detailgenau nachgezeichnet werden. So entsteht ein großartiges Panorama der süd- und mittelamerikanischen Entdeckungs- und Eroberungsgeschichte.

Dr. Roland Weis

Roland Weis leibt und arbeitet in Südbaden. Der gelernte Zeitungsredakteur hat mehr als zwanzig Jahre bei Tageszeitungen, Radiostationen und Wochenzeitungen gearbeitet, ehe er 2002 in die Unternehmenskommunikation eines Energieversorgers wechselte, die er heute leitet. Der promovierte Historiker hat neben zahlreichen Beiträgen in historischen Fachzeitschriften und Nachschlagewerken inzwischen mehr als 20 Bücher veröffentlicht, darunter regionalgeschichtliche Untersuchungen, Krimis, Wanderführer und populärwissenschaftliche Sachbücher.

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