Stadtmuseum online erkunden
Baden-Baden. Das Stadtmuseum mal online erkunden – warum nicht?
Da das kulturelle Leben derzeit überall heruntergefahren ist und keine Veranstaltungen in den diversen Institutionen stattfinden können, stehen digitale Kulturangebote jetzt ganz besonders im Fokus.
Zu der Vielzahl spannender Möglichkeiten zählen dabei auch virtuelle Ausstellungsrundgänge. Zahlreiche große Museen in Berlin, Paris oder London können auf diese Weise erkundet werden. „Auch vom Stadtmuseum Baden-Baden gibt es eine Online-Tour“, freut sich Heike Kronenwett, die Leiterin des Stadtmuseums und Stadtarchivs.

Das Stadtmuseum auch online entdecken – eine gute Möglichkeit in Zeiten von Corona!
Sie stellt heraus, dass es dem Museum schon vor der Corona-Krise wichtig war, auch online seine Pforten zu öffnen. So wurde der Virtuelle Rundgang bereits 2017 verwirklicht. „Das hat die großzügige Unterstützung unseres Freundeskreises Stadtmuseum/Stadtarchiv ermöglicht“, erklärt Kronenwett und führt weiter aus: „Gerade in diesen Zeiten wird deutlich, wie wichtig so ein Online-Angebot ist – deshalb nochmals ein herzliches Dankeschön an den Freundeskreis!“
Zu finden ist die 360-Grad-Panoramatour auf der Museumhomepage www.stadtmuseum-baden-baden.de und der Internetseite des Freundeskreises www.freundeskreis-stadtmuseum-baden-baden.de. Mit der Maussteuerung kann man sich durch alle Teile der Dauerausstellung bewegen, an die Objekte heranzoomen, den Blick nach oben oder unten im virtuellen Raum lenken. „Zu ausgewählten Objekten können über einen Info-Button noch nähere Erläuterungen aufgerufen werden. Dabei gibt es viel zu sehen“, sagt Heike Kronenwett. Vorgestellt wird etwa die 2000-jährige Tradition Baden-Badens als Kurort, ebenso wie die Zeit der Markgrafen von Baden. Man kann die Vergnügungen, die das Weltbad seinen Gästen im 19. Jahrhundert zu bieten hatte erkunden, aber auch die wechselvollen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Wer sich durch das ganze Haus klicken möchte, sollte eine halbe bis Dreiviertelstunde einplanen.
Wie besonders dieses Online-Angebot ist, berichtet Dr. Katja Mikolajczak, seit November 2019 Abteilungsleiterin des Stadtmuseums. „Ich war ganz begeistert, dass es so einen Rundgang durch das Museum im Alleehaus gibt. Das ist für kleinere Häuser wirklich ungewöhnlich. Der virtuelle Rundgang ist eine tolle Möglichkeit, die Vielseitigkeit der Sammlung zu entdecken.“ Dabei sei die Bandbreite der ausgestellten Stücke erstaunlich und reiche vom Opernglas zu großformatigen antiken Steinskulpturen. „Doch es gibt auch Grenzen. Nicht alles kann online im Detail gezeigt, nicht jedes Schild gelesen werden“, räumt Mikolajczak ein. Der Rundgang sei als ergänzendes Angebot gedacht und nicht als Ersatz für einen realen Museumsbesuch, bei dem die Exponate aus der Nähe von verschiedenen Seiten betrachtet werden können. Außerdem gibt es nur vor Ort den mehrsprachigen Audioguide, der eine Fülle zusätzlicher Informationen enthält. Derzeit hofft das Team des Stadtmuseums allerdings, dass die digitale Tour allen, die momentan Ausstellungsbesuche vermissen, ein wenig Abwechslung verschafft: „Man kann sich schon mal Appetit für den nächsten Besuch holen und stößt durch die andere Darstellung vielleicht auf Werke, die einem bisher nicht ins Auge gefallen sind.“


