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Nachrichten aus Kunst & Kultur

Fünf Jahre Freiburger Filmförderung

Freiburger Regisseur_innen stellen ihre Filme vor und beleuchten die Effekte der kommunalen Filmförderung

Die Initiative Freiburger Film (IFF) lädt am 8. und 9. Oktober ein zum 5-jährigen Jubiläum der Freiburger Filmförderung. Die Regisseur_innen sagen danke für fünf Jahre Unterstützung aus dem Kulturamt und zeigen in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino einen Querschnitt ihrer durch das Kulturamt geförderten Filme, darunter auch preisgekrönte wie etwa „Beyond The White“ des Regisseurs Evgeny Kalachikhin, produziert von Nina Bärmann.

Der Freiburger Filmeditorin und -produzentin ist es mit der Anschubfinanzierung der Stadt gelungen, weiterreichende Fördermittel des Bundes für Kultur und Medien (BKM) einzuwerben. Damit konnte sie den 90-minütigen Dokumentarfilm finanzieren, der in epischen Bildern die Menschen und ihr Tun in drei Dörfern auf der Kola-Halbinsel hinter dem Polarkreis mit der Kamera begleitet. „Die Förderzusage aus dem Kulturamt hat uns den Zugang zur BKM-Förderung ermöglicht.

Mit der Filmförderung hat die Stadt einen wichtigen Schritt in Richtung Erschaffung und Etablierung der Filmszene in der Stadt getan“, schwärmt Bärmann. Ihr Film „Beyond The White“ hat mittlerweile einige Preise eingespielt, darunter den Deutschen Kamerapreis. Der spannende Kurzdokumentarfilm „What Life Should Be About – Fahrradkuriere In Europa“ von Sarah Moll beleuchtet die Arbeits- und Lebensbedingungen von Fahrradkurieren in Freiburg, Budapest, Bukarest, London und Brüssel. Herausgekommen ist ein temporeiches „Roadmovie“ mit Szenen, die einem als Zuschauer_in buchstäblich die Luft anhalten lassen.

Die Filmemacherin und Mitbegründerin der IFF sowie Mitinitiatorin der Freiburger Filmförderung Sarah Moll freut sich ebenfalls über ihren Erfolg und hebt das große Interesse an der Kunstsparte Film in Freiburg hervor. „Wir haben eine ausgesprochen lebendige und vielfältige Filmszene in unserer Stadt. Dazu passt es, dass Freiburg neben Bremen und Hannover die bundesweit einzige Kommune ist, die einen Förderetat für die Kunstsparte Film bereitstellt. Unsere kommunale Filmförderung war bereits vor fünf Jahren und ist noch heute ein beachtenswertes Leuchtturmprojekt!“, so Moll. Ein weiteres Beispiel für ein sehr erfolgreiches Ineinandergreifen verschiedener Förderebenen ist der aktuell auf Festivals laufende und für den Hessischen Filmpreis nominierte Film „Fitness California“ der Freiburger Regisseurin Nadine Zacharias. „Der Film wurde kommunal und auf Landesebene gefördert. Im Film lassen drei Freiburger Ringerlegenden im altehrwürdigen Freiburger Kraftraum „Fitness California“ außergewöhnliche Geschichten über Mut und Leidenschaft wieder aufleben und setzen sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. „Mit dem Zuschuss aus dem Freiburger Kulturamt konnten wir eine Finanzierungslücke in der Postproduktionsphase schließen“, erklärt Zacharias. Die Unterstützung aus dem Kulturamt half auch dabei, Sponsoren für Filmvorhaben zu gewinnen, wie etwa für den Dokumentarfilm „Roadside Radiation“ von Moritz Schulz. Der Regisseur begleitet darin Menschen, die nach der Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl in die verseuchte Stadt Prypjat zurückkehren. Moritz Schulz gelang es zusätzlich zur Freiburger Förderung die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) als Partner ins Boot zu holen, die das Filmprojekt ebenfalls großzügig unterstützten.

Anbei ein Filmstill aus "What Life Should Be About - Fahrradkuriere In Europa" von Sarah Moll

Seit Etablierung der Filmförderung gingen 160 Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von 780.000 € bei der Stadt ein. Dieser Zahl gegenüber steht das tatsächliche Fördervolumen von rund 200.000 €, ausgeschüttet an 78 Antragsteller_innen. Die projektbezogenen Zuschüsse bewegten sich jeweils zwischen mindestens 500 € und höchstens 6.000 €. Manche Projekte haben mehrere Förderungen und damit eine deutlich höhere Gesamtsumme von bis zu 12.000 € erhalten. „Es ist möglich für ein Filmprojekt in einem mehrstufigen Verfahren Zuschüsse für die drei Arbeitsphasen Stoffentwicklung, Produktion und Postproduktion Anträge zu beantragen“, erklärt Ann-Kathrin Harr, Leiterin der Freiburger Filmförderung und Mitglied der Jury.

Um eine Förderung zu erhalten, müssen die Filmschaffenden ein schlüssiges Konzept vorlegen und bestimmte Kriterien erfüllen. „Anträge können alle stellen, die ihren filmberuflichen Wirkungsort in Freiburg haben. Um ein Fördergesuch beurteilen zu können, brauchen wir von den Antragsteller_innen auch eine detaillierte Aufschlüsselung der aufgerufenen Geldsumme“, so Ann-Kathrin Harr. Zusammen mit ihr beraten sich einmal pro Halbjahr drei weitere Personen über die eingegangenen Förderanträge: Dr. Sabine Rollberg, ehem. ARTE-Chefredakteurin und Professorin für Dokumentarfilm und Fernsehformate, Dr. Sigrid Faltin, Historikerin und Filmemacherin und Fabian Kiefer, Leiter der Filmcommission Freiburg Schwarzwald. Die Filmförderung richtet sich bewusst nicht nur an etablierte Filmemacher_innen. „Dadurch decken wir einerseits eine große Vielfalt an Filmideen ab, können aber andererseits mit dem begrenzten Budget Filmprojekte nicht umfassend fördern“, erläutert Ann-Kathrin Harr.

Text/Bilder: Astrid Bischofberger – Videoproduzentin, Autorin

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