Teilnehmer waren begeistert vom nächtlichen Eintauchen in das mittelalterliche Burgleben
Mit dem Türmer auf die Kastelburg – Zum letzten Male am 1. und 2. September
Waldkirch (hbl). Die erste Türmerführung war Garant für ein herrliches Eintauchen in das mittelalterliche Burgleben. Begeisterte Teilnehmer erlebten eine nächtliche Sternstunde auf der Kastelburg mit zahlreichen Laien-Schauspielern wie der Burgwache bis hin zu den Spielleuten und der Burgköchin.

Romantische Nachtstimmung auf Burg
Doch bis es soweit war, galt der Blick gen Himmel und den Wetterprognosen. Die unsichere Wetterlage war bei den Verantwortlichen der ehrenamtlichen Türmergruppe zu spüren. Doch das Wetter hielt, die Teilnehmer waren am Freitagabend alle erschienen, um das vierstündige Spektakel nicht zu versäumen. Los ging es vom Marktplatz, wo sie vom Schreiberling zur Kastelburg begleitet und auch schon die ersten Informationen erhielten wie über die Aktion Kastelburg in Not, die seit 2002 für die Sanierung und neuerdings die Pflege des 368 m hohen Waldkircher Wahrzeichens sorgt. Oben vor dem Burggraben angekommen, wartete dann bereits das erste Hindernis.
Hürden und Hindernisse für das niedere Volk
Doch das „niedere Volk“ der Stadt überstand den kritischen Blicken des Torhüters (Roland Wehrle) und wurde sogar mit Fanfarenklängen begrüßt, ehe es galt, die nächste Hürde zu überwinden. Der Herr der Stangenbüchse (Daniel Fuchs) preiste im unteren Burghof voller Stolz seine neueste Schusswaffe an. Und siehe da, sie funktionierte wie der Knall und dichte Rauchschwaden den in sicherer Entfernung warteten Eindringlinge verriet. Zwischendurch wurden die neuzeitlich gewandeten Besucher immer wieder in die Geschichte der Burg eingewiesen und erfuhren beispielsweise über den Fehler beim Bau des Zwingers, was den Torhüter zur Bemerkung veranlasste „Ihr seht, Bausünden gab es schon früher“.
Warum der Wein ein wichtiges Getränk und Nahrungsmittel war, verriet die impulsive Burgmagd (Gabi Dorner). Nicht zu übersehen war die Burgwache (Stefan Mack, Thomas Birmele, Daniel Fuchs, Roland Wehrle und Stefan Schmidt), die sogar einen möglichen Meuchelmörder per Halsgeige abführten. Der Jubel, Würfelspiel und Trinkgelage währte nicht lange, da die doch vermeintlich abwesende Burgköchin (Barbara Kern) überraschend auftauche und der Burgwache die Leviten las. Sie schaute mürrisch und grimmig drein, musste sie nun das niedere Volk den ganzen Abend nicht nur unterhalten, sondern auch durchfüttern, wobei sie die Burgwache mit Schmalzbrot und Most unterstützte.

Nach herrlichen Stunden „Geht von dannen“ – nächste Mal am 1. und 2. September
Bei den etwas unerfreulichen Temperaturen entfachte der Türmer (Thomas Kern) in der Feuerschale ein wohltuendes Feuer und die Spielleute (Biggi Bernhardt und Stefan Schmidt) erwärmten mit ihrem Gesang, historischen Musikinstrumenten und Liedern die Herzen der Anwesenden. Das nächtliche Schauspiel, allerdings nach historischen Vorlagen, erreichte den Höhepunkt, ehe der Türmer die Veranstaltung beendete und mit lauter Stimme aufforderte „Und geht von dannen“. Gesagt, getan. Die fröhlichen Exkursionsteilnehmer schnappten sich die Laternen und wie ein Lindwurm gelangten sie durch den nächtlichen Wald mit überwältigenden Eindrücken zurück auf den Marktplatz. Die Wirklichkeit hatte sie wieder im Griff, als sie ihre Laternen ausbliesen und beim Schreiberling abgaben. Wer nun selbst in das mittelalterliche Burgleben eintauchen möchte, der hat für dieses Jahr gegen Ende der Sommerferien am 1. und 2. September die letzte Gelegenheit .

Abführen in Halsgeige
Türmer: Nachtführung für Erwachsene am Fr. 1. und Sa. 2. September, jeweils 19.00 Uhr; Treffpunkt Marktplatz, Marienbrunnen. Unkostenbeitrag 15,-- Euro;
Informationen und Anmeldungen: Tourist-Information Waldkirch, Marktplatz 1-5 (Rathaus), Tel. 07681/19 433, www.stadt-waldkirch.de/Freizeit/Stadtführungen.


