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Ein absoluter Hingucker: das neue, barrierefreie Rathaus in Sasbach a.K. – knapp 2,2 Millionen Euro an Zuschüssen

Die eigentliche Geschichte um einen Neubau des Sasbacher Rathauses ist lang. Die ersten Pläne dazu von vor über 30 Jahren und dem Vor-Vorgänger von Bürgermeister Jürgen Scheiding sind noch vorhanden. Ein Projekt, was damals aus verschiedenen Gründen nicht verwirklicht werden konnte, kann nun in neuer Form und Art eingeweiht werden.  Damit wird das große Ziel der Barrierefreiheit erreicht.

Alle mit Kinderwagen hatten bisher ein Problem überhaupt eines der Verwaltungsbüros aufsuchen zu können, Rollstuhlfahrer, Herrschaften mit Rollatoren blieben ebenso außen vor. Im Eingangsbereich von der Hauptstraße aus, ein Treppenaufgang und von hinten herkommend zwar ebenerdig, aber innen mussten ebenfalls Stufen überwunden werden. Absolut keine Bürgerfreundlichkeit, der Ratssaal gleich im 1. OG – die Gemeinderatssitzungen wurden schon längst in das Foyer der Grundschule verlegt – eben um Bürgerfreundlich zu sein.

Man musss außerdem wissen, dass die Finanzverwaltung im auf der anderen Straßenseite liegenden Gebäude, in dem unten die Raiffeisenbank Breisgau Mieter ist, liegt. Auch dieser Aspekt, nicht alles in einem Gebäude zu haben, störte Bürgermeister Scheiding. Ebenso, dass Sozialräume fehlten. Mit der Frage, wie die Räume der Gemeindeverwaltung barrierefrei gemacht werden könnten, hat man sich so seit vielen Jahren beschäftigt.

Viele Anläufe und Planungen gab es hierzu seit 2012, doch entweder waren die Lösungen zu klein oder zu teuer. Vor vier Jahren, 2020, hat sich dann die Chance geboten, einen barrierefreien Umbau öffentlicher Gebäude bezuschusst zu bekommen – just im letzten Jahr als Sasbach noch Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum mit Fördervorrang und höherem Fördersatz, war. Und dann liefen die Drähte heiß, die Köpfe rauchten, binnen weniger Monate haben Verwaltung, Gemeinderat und das Architekturbüro Hess und Volk eine Planung für Sanierung und Anbau entwickelt und drei Förderanträge gestellt: für die Baureifmachung des Areals durch die Abrisse, für die Wohnfeldumgestaltung und für den barrierefreien Umbau mit Anbau in Holzbauweise. Gut 1,2 Millionen Euro Zuschuss gab es aus dem ELR, „mehr geht eigentlich gar nicht", sagt der Rathauschef.  Dazu kamen weitere 500.000 Euro aus dem Ausgleichsstock. Bürgermeister Scheiding dankt dem Land, dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt für diese große Unterstützung, denn „für einen reinen Neubau hätte wir keinen Cent Zuschuss bekommen.“

Symbolischer Spatenstich

Der Umbau und die Erweiterung des Sasbacher Rathauses hat mit dem Spatenstich symbolisch begonnen. Die Projektbeteiligten gaben einen Überblick.  Die Abrissarbeiten auf dem Areal in der Ortsmitte längst gelaufen, das alte Rathaus weitgehend entkernt. Nun standen die Erweiterung des Sasbacher Rathauses mit Neubau und Platzgestaltung an. Der Neubau erfüllt künftig den aktuell bestmöglichen Energiestandard 40, der Altbau erreicht nach der Sanierung den Energiestandard 100. Geheizt und gekühlt wird das gesamte Rathaus mit einer Grundwasser-Wärmepumpe, kombiniert mit einer eigenen Solaranlage. Das ist zwar deutlich teurer als andere Lösungen, brachte der Gemeinde aber tatsächlich einen weiteren Zuschuss vom Bund mit 456.000 Euro. Die verbleibenden Mehrkosten amortisieren sich schnell durch die Einsparungen, die nicht nur künftige Haushalte entlasten, sondern auch zum Klimaschutz beitragen.
Ein gemeinsamer Aufzug erschließt Alt- und Neubau barrierefrei; eine Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung trägt zum Energiesparkonzept bei. Der Gebäudekomplex bietet der Verwaltung künftig moderne, zeitgemäße Räume, wobei auch das Dachgeschoss des Bestandsgebäudes – im Gegensatz zu früher – genutzt wird. Dort entstehen Büros sowie Sozialräume.

„Wir haben hier etwas für die Zukunft gebaut“

Nur 10 Monate nach dem Spatenstich konnte im Mai 2023 das Richtfest am Erweiterungsbau des Rathauses und dem sanierten Altbau gefeiert werden. Klaus Müller von der Steinacher Zimmerei Hansmann fiel als Jüngstem auf dem Bau die ehrenvolle Aufgabe des Richtspruchs zu. Er pries, assistiert von seinem Kollegen Jonas Schilli, den Bau als „dem Bürger zu Nutze, der Gemeinde zum Stolz“ und wünschte, dass das Gebäude lebendiger Mittelpunkt der Gemeinde sein werde. 

Dass dieses Großprojekt Bürgermeister sehr am Herzen liegt, ist bekannt. Am 30. April geht Jürgen Scheiding in den Ruhestand und der neu gewählte Nikolas Kopp wird dann als Bürgermeister hier im neuen Rathaus seinen Schreibtisch und sein Büro haben. Jürgen Scheiding war es wichtig, noch die Einweihung am Sonntag, 14. April, vornehmen zu können. Scheiding hatte seine private Lebensplanung zugunsten des Projekts und der Gemeinde zurückgestellt und nicht nach 20 Jahren sein Amt beendet, sondern nun nach knapp 23 Jahren.

Der Bau

Das Architekturbüro Hess-Volk aus Herbolzheim, mit dem die Gemeinde Sasbach schon viele Jahre konstruktiv zusammenarbeitet – wie beispielsweise bei der Rheinauen-Grundschule – hat mit dem Bau ein sichtbares Zeichen gesetzt.  Über 50 Firmen waren am Bau beteiligt, Dank gilt seitens der Gemeindeverwaltung allen Handwerkern und Unternehmen für ihren Input, ihre Schweißtropfen, die hier geflossen sind, ihr Know-how, ihre Produkte.

Hier ein paar Kennzahlen von Architekt Walter Hess im Überblick:

Beginn Rückbauarbeiten Nebengebäude: 29. November 2021

Beginn Entkernung Rathaus: 17. Mai 2022

Baubeginn (Gerüst u. Kran): 09. August 2022

Bodenplatte Erweiterung: 10. November 2022

Beginn Dachstuhl aufschlagen: 23. März 2023 

Umbauter Raum BRI: 3.685 cbm (ca. 50/50 Altbau / Erweiterung)

Nettoraumflächen: 870 qm

 Kosten gesamt: 6.244.300 Euro brutto

- Bauwerk: 5.223.500 Euro brutto

- Ausstattung: 310.800 Euro brutto

- Freianlagen: 540.800 Euro brutto

- Abbruch: 169.200 Euro brutto 

Konstruktion u. Technik:

Bestand: Rückbau Bestand Rathaus bis auf drei Außenmauern

Wärmedämmung Außenwände

statische Ertüchtigung Wände und Decken

Einschneiden neuer Fenster in Bestandsmauern

neuer Dachstuhl

Erweiterung:

UG: Stahlbeton

EG und OG: Holzrahmenbau mit Wärmedämmverbundsystem

flachgeneigtes Dach mit Photovoltaik 

Alle Nutzräume mit Akustikdecken

Alle Räume mit kontrollierter Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung

Grundwasserwärmepumpe 

Energiestandards: (EE=erneuerbare Energie)

Bestand:       Effizienzgebäude 100 EE

Erweiterung: Effizienzgebäude 40 EE

Der Hauptakteur – das Architekturbüro Hess-Volk

Da ist der Hauptakteur: das Architekturbüro Hess und Volk. „Mit dem Wort „Partnerschaft“ verbinden wir seit über 20 Jahren die Formel unseres Erfolgs und legen Wert auf eine authentische und partnerschaftliche Zusammenarbeit – untereinander und im Zusammenspiel mit unseren Kunden. Für einen verantwortungsvollen und konstruktiven Dialog. Von Anfang an.“

Die Gebäude des 1998 ins Leben gerufenen Architekturbüros sind überwiegen den gesetzlichen Bedingungen meilenweit voraus, denn das vorrangige Ziel bei er Planung ist, den Verbrauch von Energie zu minimieren. Die richtige Gebäudehülle mit darauf abgestimmter Gebäudetechnik schafft dabei ein behagliches Gebäudeklima und das Tolle: Klima- und Umweltschutz gehen einher mit gesunder Bauweise. Für Walter Hess, Jürgen Volk und Sören Rieger heißt dabei Qualität in erster Linie Vertrauen einhergehen mit Transparenz und außerdem die Verantwortung der finanziellen Rahmenbedingungen. Ästhetisch und wirtschaftlich überzeugend – dass ist nicht nur mit der Rheinauen-Grundschule, sondern jetzt auch mit dem neuen Rathaus an exponierter Stelle bestens geglückt.

 

Josef Wolf (Head of Sales) LEIK-Standort Freiburg

Das neu gegründete Unternehmen LEIK GmbH ist zunächst mit deutschlandweit 8 Standorten und einem über 160-köpfigen Team mit über 30 Jahren Erfahrung und Kompetenz im Bereich „New Work“ einer der führenden Büro- und Objekteinrichter in Deutschland. Am 1. September 2023 wurde mit der LEIK GmbH eine neue Marke in der Büro- und Objekteinrichtungsbranche geschaffen. Die Fusion erfolgte aus der Leonhard GmbH aus Stuttgart und Kist Büro- und Objekteinrichtung GmbH aus Offenburg. Einer der Standorte ist in Freiburg.

Dr.-Ing. Melanie Markstein Vermessungsbüro Markstein Emmendingen

Als öffentlich bestellte Vermessungsingenieure ist das Vermessungsbüro Markstein kompetenter Partner in allen Fragen des Vermessungswesens. Als beliehene Freiberufler versteht man sich als ganzheitlicher Dienstleister rund um das Grundstück. 

Unsere Firma war bei diesem Projekt zuständig für …die Grundlagen-, Entwurfs- und Bauvermessung

Das Projekt war für unsere Firma …ein angenehm kollegiales und erfolgreiches Zusammenwirken mit den beteiligten Unternehmen und Beteiligten

Unser Wunsch für diesen Bau … ist, dass das neue Rathaus nicht „nur“ Sitz der Verwaltung, sondern auch ein Ort für die Menschen von Sasbach wird. 

Die Unternehmensphilosophie vom Vermessungsbüro Markstein

Seit über 45 Jahren bieten wir als öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, gemeinsam mit einem hochmotivierten Team, unseren Kunden ein umfangreiches Komplettangebot rund um das Thema Vermessung. Wir sind der Ansprechpartner zu allen Fragen zu Grund und Boden, Immobilien und Bauen.

Jedes Kundenprojekt ist bei uns in guten Händen, von der Verpflockung für den Erdaushub bis zur hochpräzisen Ingenieurvermessung, dem Laserscanning oder der Grundstücksvermessung. Für die baurechtliche Beratung von Eigenheimprojekten stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, ebenso wie für die Betreuung und Unterstützung der Kommunen bei der Durchführung von Bodenordnungsverfahren. Das ist unser Anspruch!

Hermann Schüber, Schüber Metalltechnik GmbH, Wyhl

Der Betrieb wurde 1966 als Schlosserei von Paul Schüber gegründet.
1997 wurde aus der Einzelunternehmung eine GmbH gegründet. Diese bestand aus den Gesellschaftern Paul und Hermann Schüber. Im Mai 2005 trat Paul Schüber in den Ruhestand. Seitdem ist Hermann Schüber alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer. Die Industriekunden der Schüber Metalltechnik GmbH kommen u.a. aus dem Maschinenbau, dem Ladenbau und der Bühnentechnik. Laser-, Kant- und Stanzteilen sowie Dreh- und Frästeilen stehen hier im Angebot. Des Weiteren zählen zu den Kunden Privatpersonen, Architekten und Baugesellschaften, die mit Schlosserarbeiten beliefert werden. Einen großen Wert legt das Unternehmen auf Sonderanfertigungen für Geschäfts- und Privatkunden.

Klaus Hansmann, Hansmann Zimmerei-Holzbau GmbH aus Steinach

Ob man sein Traumhaus bauen, den Altbau energetisch sanieren lassen, einen Gewerbebau plant oder einfach eine andere der vielfältigen Leistungen eines soliden Holzbaubetriebes in Anspruch nehmen möchten. Die Hansmann Zimmerei-Holzbau GmbH aus Steinach steht als bewährter und qualitätsorientierter Meisterbetrieb in der Region Ortenau, Freiburg und Karlsruhe bis hin zum nahen Frankreich stets zur Seite. Hochwertige und zuverlässige Ausführung der uns übertragenen Arbeiten ist ihr Maßstab, Kundenzufriedenheit ihr Ziel.

Krebser und Freyler, Planungsbüro GmbH, Teningen mit
Matthias Wehrle Geschäftsführer

Als freies, unabhängiges Beratungs- und Planungsunternehmen, ansässig in Teningen, werden mit individuellen Lösungen die Nutzungsqualität, die Wirtschaftlichkeit und die Wertschöpfung des jeweiligen Projektes gefördert. Nach dem Grundsatz „so wenig Technik wie möglich, so viel wie nötig“ entsteht dadurch eine beherrschbare und anwenderfreundliche Technik für die Praxis.

Krebser und Freyler fokussiert sich dabei auf innovative Energiekonzepte mit einem größtmöglichen Anteil von regenerativen Energien wie Biomasse-Heizungen, Geothermie mit Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, natürliche Be- und Entlüftung, Bauteilaktivierung, Solartechnik, Photovoltaik, solare oder passive Kühlung sowie Tageslichtnutzung und Absorptionskälte.

Text/Fotos: Heike Scheiding

Fotos: Jürgen Scheiding und die jeweiligen Betriebe