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Nachrichten aus Baden für Baden - Für Sie in der Region unterwegs

Baden bewegt: B&HP Weißhaar Emmendingen

Hier gibt es alles, wenn jemand gesehen oder gehört werden will – und bei B&HP Weißhaar steht der Mensch im Mittelpunkt

Jonas Arnitz und Bernd Weißhaar

Gemütlich ist das Büro mit Lederinterieur und schottischem Whiskey-Ambiente, meine beiden Gegenüber sind herzlich, offen und irgendwie so überhaupt „nicht aus der Ruhe zu bringen“.

Ich sitze bei B&HP Weißhaar in Emmendingen mit Geschäftsführer Bernd Weißhaar und Jonas Arnitz, der ebenfalls mit seinen jungen Jahren – die 3 steht gerade mal so vornean – Teil der Geschäftsleitung ist. „Wir lieben Events“ – ist der Slogan auf der Visitenkarte – ebenso „Veranstaltungen produzieren - Events schaffen“.

Die Veranstaltungstechnik von B&HP Weißhaar ist hinlänglich bekannt in der Region und auch deutschlandweit, wenn jemand gesehen oder gehört werden soll oder muss. Seit 1998 haben sich Inhaber Hans-Peter Weißhaar und Sohn Bernd kontinuierlich zu einem erstklassigen Arbeitgeber entwickelt und sich durch Know-how und Können, stetiger Servicebereitschaft und vor allen Dingen hoher Qualität und solider Arbeit einen Namen erarbeitet.

Dass hier der Mensch im Fokus steht und das Wichtigste im Unternehmen ist, wird ganz schnell deutlich.

Dass der 82-jährige Seniorchef noch heute jeden Tag in den Betrieb an der Freiburger Straße kommt, Belege für die Buchhaltung vorsortiert und durch sein Interesse auf dem Laufenden bleibt, ist nicht selbstverständlich, verdeutlicht jedoch die Liebe zum Unternehmen. Dieses ist mit seinen 19 Mitarbeitern nicht gerade klein und die Technik auf 1.650 Quadratmetern Lagerfläche mit rund 11.000 unterschiedlichen Artikeln nicht zu unterschätzen. Diese Artikel werden übrigens mindestens einmal jährlich geprüft, sind alle in ein entsprechendes Lagersystem aufgenommen, immer nach Gebrauch gereinigt und neu eingepackt und stehen so an Ort und Stelle griffbereit.

Die Anfänge – vor Corona
Aber zurück zu den Anfängen. Als Bernd Weißhaar 14 Jahre alt war, kam sein Onkel mit einem Verstärker und einer Box „und daraus habe ich etwas gemacht“, lacht Bernd Weißhaar. 1998 war er noch als Musiker unterwegs, spielte als Duo der „Grashüpfer“ Unterhaltungsmusik mit etwa 120 Auftritten im Jahr und war bereits sehr technikaffin. Als sein damaliger Chef Kleingeräte und Kabel zu montieren hatte, übernahm das Bernd Weißhaar mit seiner Familie, denn sein Interesse an Beschallung war schon immer groß. Und so begann die Geschichte der Veranstaltungstechnik B&HP Weißhaar. Seit 2017 am jetzigen Standort der Freiburger Straße 9/1 in Emmendingen, 13 Jahre Weiterentwicklung, lernen, probieren und investieren. „Ich bin stolz, wir haben nie einen Kredit, noch nicht einmal einen Überziehungskredit gebraucht“, betont der Chef. Und genau jetzt, wo es so gut läuft – die Umsätze konnten zwischen 2011 und 2023 sage und schreibe „ver23-facht werden“ – jetzt will er nochmal so richtig Gas geben. Letztes Jahr wurde Bernd Weißhaar 50, „jetzt noch 15 Jahre mit Vollgas, bhp3.0“, lacht er. Man habe feste Ziele, die gut tun und nicht „in der Gegend rumeiern lassen“. Und diese Ziele werden immer wieder vor Augen gebracht bei Team-Besprechungen im Unternehmen.

Für Bernd Weißhaar und Jonas Arnitz, der auch Prokura hat, ein spannender Prozess. Weitere Entwicklungs- und Umsetzungsideen, Umsatzsteigerungen und eine Weiterentwicklung stehen an. Die Mitarbeiter sind in die Prozesse involviert, „wir gehen mit Zahlen offen um, denn unsere Leute müssen wissen, was von einem Euro Umsatz bleibt“, heißt es. Dass hier der Mensch im Fokus steht und das Wichtigste im Unternehmen ist, wird ganz schnell deutlich. Hier werden die Mitarbeiter wertgeschätzt, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes spielt eine immens wichtige Rolle. Das müsse man Kunden oft erklären, dass 12, 14 oder gar 20 Stunden nicht gehen. Wer jetzt einmal nachdenkt, der versteht, dass Events zumeist dann stattfinden, wenn andere feiern, nämlich an Wochenenden. Es muss oft angereist werden, der Mitarbeiter muss mit aufbauen, Soundcheck, Technik – alles muss stimmen, der Auftritt erfolgt, man muss präsent sein, falls etwas gebraucht wird und dann ist das Event vorbei und man muss abbauen und vielleicht noch zurück nach Emmendingen fahren. Hier bauen sich Stunden um Stunden auf.

Alles lief gut bis Corona kam, dann stagnierte das Veranstaltungsgeschäft und B&HP Weißhaar musste einen Rückgang von 99 Prozent verkraften. „Ich hatte Angst um die Existenz, war ja auch meinen Mitarbeitern verpflichtet“, erinnert sich Bernd Weißhaar. Für viele aus dem Mitarbeiter-Team ist die Arbeit der Lebensmittelpunkt. Neue Wege wurden beschritten, neues Know-how durch Digitalisierung erarbeitet. Im ersten Coronajahr dann 111 Live-Streams, wie beispielsweise der Gottesdienst der katholischen Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen. In Emmendingen bei Bernd Weißhaar wurde hier ein Studio aufgebaut – übrigens mit verschiedenen Outfits, damit es für verschiedene Kunden nutzbar wurde und aus der Not heraus wurden dann hier Gottesdienste produziert. Aber auch für Band-Konzerte, die auf YouTube übertragen wurden, oder wichtige Versammlungen von Banken, die Inbetriebnahme des WLAN-Netzes in Riegel als Livestream im Studio in Emmendingen gedreht und vieles, vieles mehr.

B&HP Weißhaar hat sich in diesen schweren Zeiten neu erfunden. „Wir emotionalisieren Ihre digitalisierte Veranstaltung“, hieß der nun neue Leitspruch. Während es vor Corona vor lauter Arbeit kaum Möglichkeiten gab, nach rechts oder links zu schauen und neue Ideen zu realisieren, so klappte das dann in der Pandemie bestens. 24 Monate Kurzarbeit bedeuteten neue Impulse zu setzen und am Markt zu überleben. „Bei uns geht es schließlich fast ausschließlich um Emotionen mit vielen Gefühlen und so konnten wir uns hier mit unserem errichteten kleinen Studio neu ausrichten“, sagt der Chef. Am 1. März 2022 ging es aus der Kurzarbeit heraus und das „alte“ Geschäft kam auch wieder zurück. Die Kunden sind treu geblieben und während es mitten in Corona volldigital zur Sache ging, ist man heute zusätzlich hybrid unterwegs. Das ist natürlich für Unternehmen ein ökologischer und ökonomischer Aspekt, wenn weltweit der Redner zugeschaltet wird und nicht alle Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern erst einmal in die Region anreisen müssen.

Geschäftsführer Bernd Weißhaar

Nichts von der Stange

Jede Veranstaltung, ob klein oder groß ist eine Neuentwicklung, dafür stehen fünf Projektleiter im Haus zur Verfügung. Ob riesengroße Konzerte von Karo-Events oder Veranstaltungen der BZ-Medien – jeder Kunde bekommt seinen Ansprechpartner an die Hand. Etwa 850 Produktionen stehen im Jahr im Kalender des Unternehmens. Zuhören, was der Kunde will und braucht, Budget-Planung und Umsetzung – alles aus einer Hand mit viel Fachwissen, Liebe zum Detail und Herzblut. Auch im Tournee-Geschäft in Frankreich, Österreich und der Schweiz ist das Emmendinger Unternehmen involviert. Neue Wege geht man übrigens auch mit dem Fuhrpark. Alles wird hier über die Firma Schmolck abgewickelt, so stehen nur ein Auflieger und ein Sprinter im Hof – alles andere wird gemietet und ist dann immer in der Größe da, wie man es tatsächlich benötigt.

Ein weiteres Standbein von B&HP Weißhaar ist der Bereich Verkauf und Festinstallation. Etwa 9% des Gesamtumsatzes werden mit Festinstallationen für Beschallungs- und Medientechnik in Kirchen, Konferenzräumen, Festhallen oder auch der Übertragungstechnik von Röntgenbildern im Kreiskrankenhaus, sowie auch Wartungsarbeiten im Europa Park oder an Schulen generiert.

Ausbildungsbetrieb

Damit alles wie am Schnürchen läuft, gibt es neben den festangestellten Mitarbeitern auch ein gutes Netzwerk an freien Technikern, die Spitzen abdecken können. Pro Lehrjahr wird ein junger Mensch ausgebildet und wer Lust auf ein Praktikum hat, ist bei Bernd Weißhaar ebenso gerne gesehen. Allerdings muss der junge Mensch einstellungsmäßig zum Unternehmen passen und Teamplayer sein.

Für Jonas Arnitz gibt es keinen anderen Beruf, der so vielfältig ist und so emotional behaftet. „Man kann sich immer wieder neu entwickeln“

Die nächste Generation mit Jonas Arnitz

Jonas Arnitz brennt für seinen Job, für ihn ist das kein normaler Job sondern eine Berufung. 2012 machte er sein Abi und wollte danach Veranstaltungstechnik studieren. Dann lernte er bei einer Veranstaltung Bernd Weißhaar kennen, machte ein Praktikum bei ihm und blieb. 2013 bis 2016 war Jonas Azubi im Unternehmen, dann kam er in die Projektleitung, dann folgte die Prokura und nun wirkt er in der Geschäftsleitung mit. „Ich habe in Jonas höchstes Vertrauen, denn er ist motiviert, bringt Ideen, brennt für dieses Unternehmen“, sagt der Chef. Dass gerade dieser Beruf toxisch für Familien sein kann – dies aufgrund seiner Arbeitszeiten, liegt auf der Hand. Dem will Bernd Weißhaar, dessen Ehefrau Elke voll hinter ihm steht, entgegenwirken. „Mir ist es extrem wichtig, dass es meinen Mitarbeitern gut geht“, so Weißhaar.

Für Jonas Arnitz gibt es keinen anderen Beruf, der so vielfältig ist und so emotional behaftet. „Man kann sich immer wieder neu entwickeln“, strahlt er. Seine Hobbys: der Beruf, der Garten und als Schlagzeuger im Musikverein Nimburg. Indes liebt sein Chef die Modelleisenbahn oder ist mit dem Hund unterwegs. Die Firmenphilosophie: der richtige Mensch bei uns an der richtigen Stelle, für den Kunden der bestmögliche Mitarbeiter mit dem bestmöglichen Produkt. Dabei wird nichts angeboten, auf was man nicht spezialisiert ist, wie beispielsweise Feuerwerke oder Lasershows.

Menschlichkeit, Respekt und Fairness

Der Kunde bekommt immer Transparenz und Visualisierungen im Vorfeld. So liegt es auf der Hand, dass B&HP Weißhaar aus Emmendingen auch in großen Hallen Konzertatmosphäre zaubern, der Kunde eine absolute Sicherheit genießen kann und viele Glücksmomente verschenkt werden, „Wir verbinden unterschiedliche Qualitätsstufen an Mitarbeitenden und spielen in der Champions League mit einem Team und das übrigens auch ohne Profifußballer“, lacht der Chef.

Text: Heike Scheiding / Bilder: RiB/DB

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