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25 Jahre Continum AG: Warum Sicherheit und Digitalisierung heute zusammengehören

Von der kleinen IT-Schmiede zum Spezialisten für Cloud, Cyber Security und digitale Infrastrukturen: Die Freiburger Continum AG feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Im Rahmen von „Region im Blick on Tour“ sprachen Vorstand Tobias Leinweber und Chief Information Security Officer Thilo Rees über die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, die Herausforderungen der Gegenwart und ihre Vision für die Zukunft der Unternehmens-IT.

Eine Erfolgsgeschichte aus Freiburg

Als die Continum AG vor 25 Jahren gegründet wurde, standen Themen wie Webhosting, Webdesign und einzelne Serverlösungen im Mittelpunkt. Heute betreibt das Unternehmen eigene Rechenzentren, entwickelt individuelle Cloud-Strategien und begleitet Kunden bei komplexen Digitalisierungs- und Sicherheitsprojekten.

Für Thilo Rees war ein Schlüsselmoment in der Unternehmensgeschichte die Entscheidung, frühzeitig auf professionelle Rechenzentrumsstrukturen zu setzen. Was einst als kleine IT-Firma begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem modernen IT-Dienstleister mit regionalen Wurzeln und überregionaler Ausrichtung.

Tobias Leinweber, der seit rund anderthalb Jahren Teil des Unternehmens ist, beschreibt die Continum AG mit drei Begriffen: Verlässlichkeit, Partnerschaft und Innovationsbereitschaft. Besonders beeindruckt habe ihn die hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeitenden und die Vielfalt der Kunden, die vom Mittelstand bis zu großen Unternehmensgruppen reicht.

Partnerschaft statt Standardlösung

Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch das Gespräch: die Nähe zum Kunden.

Während viele Anbieter auf standardisierte Angebote setzen, verfolgt die Continum AG einen individuellen Ansatz. Jede IT-Landschaft, jeder Geschäftsprozess und jede Sicherheitsanforderung werden zunächst analysiert, bevor eine passende Lösung entwickelt wird.

„Wir begegnen unseren Kunden auf Augenhöhe“, betonte Thilo Rees. Gerade in einer Zeit, in der Unternehmen häufig mit anonymen Hotline-Strukturen konfrontiert seien, werde der direkte Austausch und die persönliche Verantwortung besonders geschätzt.

Dazu gehöre auch der eigene 24/7-Service Desk, den das Unternehmen bewusst nicht ausgelagert hat.

Cyberangriffe werden professioneller

Einen großen Teil des Gesprächs nahm das Thema Cyber Security ein.

Die Experten sind sich einig: Die Bedrohungslage hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Während früher vor allem technische Angriffe im Fokus standen, werden heute zunehmend Menschen selbst zum Angriffsziel.

Social Engineering, Phishing-Mails und betrügerische Kontaktaufnahmen sind längst keine Einzelfälle mehr. Hinzu kommt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Angriffe wesentlich glaubwürdiger und schneller macht.

„Früher saß vielleicht ein einzelner Angreifer vor dem Bildschirm. Heute stehen dahinter hochprofessionell organisierte Strukturen“, erklärte Thilo Rees. Selbst bei der Abwicklung von Lösegeldforderungen würden Täter mittlerweile regelrechte Service-Hotlines anbieten.

Die wichtigste Erkenntnis: Moderne Technik allein schützt nicht ausreichend.

Der Mensch bleibt der wichtigste Sicherheitsfaktor

Deshalb setzt die Continum AG stark auf sogenannte Awareness-Maßnahmen. Mitarbeitende werden regelmäßig geschult und mit simulierten Phishing-Kampagnen konfrontiert, um gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen.

Für Unternehmen lautet die Empfehlung der Experten eindeutig:

  • Mitarbeitende regelmäßig sensibilisieren und schulen
  • Sicherheitsprozesse konsequent etablieren
  • Software und Systeme kontinuierlich aktualisieren

„Patchen, patchen, patchen“, bringt es Thilo Rees auf den Punkt. Nicht geschlossene Sicherheitslücken seien vergleichbar mit einer offenstehenden Haustür.

Cloud ist nicht gleich Cloud

Auch beim Thema Cloud räumen die Gesprächspartner mit gängigen Missverständnissen auf.

Viele Unternehmen verbinden Cloud-Lösungen vor allem mit Flexibilität und Kostenvorteilen. Tatsächlich sei das Thema deutlich komplexer. Datenschutz, Datensouveränität, Sicherheitsanforderungen und die tatsächlichen Betriebskosten müssten sorgfältig bewertet werden.

Besonders die großen internationalen Cloud-Anbieter, die sogenannten Hyperscaler wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud, haben die IT-Welt grundlegend verändert. Sie bieten Unternehmen nahezu unbegrenzte Rechenleistung, flexible Speicherlösungen und modernste Technologien wie Künstliche Intelligenz, Datenanalyse oder Automatisierung auf Knopfdruck. Gerade für Unternehmen, die schnell wachsen oder kurzfristig hohe Rechenkapazitäten benötigen, eröffnen diese Plattformen enorme Möglichkeiten.

Gleichzeitig wachsen jedoch die Anforderungen an Transparenz, Kostenkontrolle und Datensouveränität. Viele Cloud-Dienste werden nutzungsabhängig abgerechnet. Was zunächst wirtschaftlich erscheint, kann durch zusätzlichen Datentransfer, erweiterte Sicherheitsfunktionen oder steigende Nutzungskosten schnell unübersichtlich werden. Unternehmen stehen deshalb vor der Herausforderung, ihre tatsächlichen Ausgaben dauerhaft im Blick zu behalten.

Hinzu kommt die Frage nach dem Speicherort sensibler Daten. Da viele Hyperscaler ihren Ursprung in den USA haben, beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit den Auswirkungen internationaler Datenschutzregelungen und der Frage, wer potenziell Zugriff auf ihre Daten erhalten könnte. Besonders in regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Finanzwirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung gewinnt das Thema Datensouveränität zunehmend an Bedeutung.

Für Tobias Leinweber und Thilo Rees ist die Entscheidung für eine Cloud-Lösung deshalb längst keine reine Technologiefrage mehr. Vielmehr geht es darum, die richtige Balance zwischen Innovationskraft, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und rechtlichen Anforderungen zu finden.

„Man macht sich heute deutlich mehr Gedanken darüber, wo die eigenen Daten eigentlich liegen und wer darauf zugreifen kann“, betont Tobias Leinweber.

Genau hier setzen moderne Multicloud-Strategien an. Unterschiedliche Cloud-Anbieter werden gezielt miteinander kombiniert, um die jeweiligen Stärken zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu minimieren. Die Zukunft liege daher nicht in der ausschließlichen Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter, sondern in intelligent vernetzten Cloud-Umgebungen, die Flexibilität, Sicherheit und digitale Souveränität gleichermaßen gewährleisten.

Ein wesentlicher Vorteil der Continum AG: Die eigenen Rechenzentren befinden sich ausschließlich in Deutschland. Sensible Daten unterliegen damit deutschem Datenschutzrecht und können dort betrieben werden, wo Unternehmen dies aus regulatorischen oder strategischen Gründen benötigen.

Sicherheit und Compliance als Wettbewerbsvorteil

Regulierungen wie DSGVO, ISO 27001, NIS2 oder DORA empfinden viele Unternehmen zunächst als zusätzliche Belastung. Für die Experten stellen diese Anforderungen jedoch einen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung dar.

„Man sieht meist nur die Kosten, aber nicht den potenziellen Schaden“, erklärte Thilo Rees.

Ein erfolgreicher Cyberangriff könne über Monate oder sogar Jahre gravierende Folgen haben. Produktionsausfälle, Datenverluste und Reputationsschäden seien oftmals deutlich teurer als präventive Sicherheitsmaßnahmen.

Deshalb müsse Informationssicherheit von Beginn an Bestandteil jeder Digitalisierungsstrategie sein.

KI verändert die Unternehmenswelt

Beim Blick in die Zukunft wird deutlich, welches Thema die IT-Welt in den kommenden Jahren dominieren wird: Künstliche Intelligenz.

Dabei sehen die Experten die Entwicklung weit über klassische Chatbots hinausgehen. Künftig werden spezialisierte KI-Modelle Aufgaben übernehmen, die heute noch viel Personal und Zeit binden.

Gleichzeitig wächst jedoch auch die Verantwortung. Denn KI wird nicht nur für Produktivität und Innovation sorgen, sondern auch auf Seiten der Cyberkriminellen eingesetzt werden.

„Sicherheit wird immer stärker zu einem Wettlauf zwischen den Möglichkeiten der Angreifer und den Schutzmechanismen der Verteidiger“, so Thilo Rees.

Mehr Mut für Digitalisierung

Zum Abschluss der Podcast Folge formulierte Tobias Leinweber einen Wunsch für die Zukunft deutscher Unternehmen:

„Mehr Mut für Digitalisierung.“

Gerade Deutschland verfüge über enormes Innovationspotenzial. Dieses müsse jedoch konsequenter genutzt werden. Digitalisierung dürfe nicht ausschließlich als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern müsse als Investition in Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit verstanden werden.

Auch Thilo Rees formulierte eine klare Botschaft:

„Sicherheit muss von Anfang an mitgedacht werden.“

Die wohl prägnanteste Empfehlung des Gesprächs lautete jedoch:

„Sei wachsam.“

Ein einfacher Satz, der angesichts wachsender digitaler Herausforderungen aktueller kaum sein könnte. Für die Continum AG bleibt genau das auch nach 25 Jahren die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche digitale Zukunft.

Hier geht's zur Podcast-Folge:
Region im Blick on Tour bei der Continum AG Freiburg
Jetzt anhören:

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