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Nachrichten aus News

Runder Tisch Hospiz- und Palliativversorgung:

Würdevolle Begleitung am Lebensende stärken

Wer selbst oder ein geliebter Mensch unheilbar erkrankt, erlebt oft eine Zeit voller Fragen und Unsicherheit. Gerade dann sind Angebote wichtig, die entlasten und Orientierung geben.

Im Hintergrund (von links nach rechts): Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer (Klinischer Geschäftsführer), Dr. Norbert Krauss (Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin), Anja Drechsle (Krankenhausseelsorgerin), Gabriele Weber (Kreisrätin und Vorsitzende des Fördervereins Sozialstation Kandern), Kerstin Wunderle (Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst Schopfheim & Kleines Wiesental), Dr. Christa Häfner (Gründungsmitglied des Runden Tisches), Stefanie Sproß (Koordinatorin Ambulante Hospizgruppe Dreiländereck), Beate Fuchs (Einsatzleiterin Hospizgruppe der Evang. Sozialstation Südliches Markgräflerland). Im Vordergrund (von links nach rechts): Tonio Paßlick (Kreisrat und Vorsitzender der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck), Udo Lavendel (Vorsitzender der Geschäftsführung), Eva Nübel (Krankenhausseelsorgerin), Sonja Steiger (Leiterin der Diakonie-Dienststelle in Schopfheim), Graziella Scholer (Einrichtungsleitung Stationäres Hospiz am Buck), Katharina Hemminger (Leitung Sozialberatung).

© Dreiland-Klinikum

Ein zentraler Baustein dafür ist der bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Palliativstation im Dreiland-Klinikum eingerichtete Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung im Landkreis
Lörrach. Er steht beispielhaft für sektorenübergreifende Versorgungsangebote, die eine Begleitung in der letzten Lebensphase mit Würde und Achtsamkeit ermöglichen. Umfassende Informationen zur palliativen und hospizlichen Unterstützung im Landkreis Lörrach sind im Digitalen Sozial- und Gesundheitskompass verfügbar unter www.gesundsozial.digital/hospizpalliativversorgung.

Palliative und hospizliche Unterstützung richtet sich an schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen. Sie bietet Beratung und Begleitung in herausfordernden Lebensphasen und am Lebensende und trägt dazu bei, Lebensqualität zu erhalten und Entlastung zu fördern. „Mit allen Leistungserbringern und Initiatoren einer sektorübergreifenden Palliativversorgung an einen Tisch zu kommen hat einen hervorgehobenen Stellenwert und macht deutlich, dass Palliative Care im Dreiland-Klinikum einen festen Platz erhält und sich unser Qualitätsanspruch an Haltung,
Verantwortung und Respekt gegenüber den Menschen orientiert, die sich uns anvertrauen“, erläutert Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Mit dem sektorenübergreifenden Angebot, das ambulante, stationäre und rehabilitative Leistungen frei von Konkurrenzdenken miteinander vernetzt, werden Patientinnen und Patienten ganzheitlich begleitet. „Ziel der Hospiz- und Palliativversorgung ist es, sich die Zeit nehmen zu können, die jeder Mensch in dieser Situation braucht, um seinem individuellen Bedarf und seiner Würde gerecht zu werden. Dieser Runde Tisch zeichnet sich durch einen außerordentlichen und konstruktiven Team-Charakter aus mit der Fokussierung auf die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige“, betont Dr. Norbert Krauss, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin.

Historische Wurzeln und Charta-Prinzipien
Die heutige enge Vernetzung im Landkreis geht wesentlich auf das Engagement von Menschen wie Dr. Christa Häfner zurück, die in der Zeit als Vorsitzende der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck die Gründung des runden Tisches maßgeblich initiiert hat. Ihr Nachfolger im Vorsitz der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck, Kreisrat Tonio Paßlick, betont den im Runden Tisch gelebten Geist der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, die am Welthospiztag 2018 in der Stadtkirche Lörrach unterzeichnet wurde. Die Charta
fordert, dass jeder Mensch am Lebensende würdig, schmerzarm und gut begleitet sterben kann – getragen von qualifizierten Fachkräften, gesellschaftlicher Verantwortung und einer flächendeckend vernetzten Hospiz- und Palliativversorgung.

Netzwerkangebote im Landkreis
Der bereits 2019 begonnene Aufbau entsprechender Versorgungs- und Vernetzungsstrukturen bündelt die zentralen Angebote im Landkreis und macht sichtbar, wie vielfältig Unterstützung sein kann: von ambulanter hospizlicher Begleitung durch ehrenamtliche Hospizbegleitende über den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst bis hin zum Kinder-Palliativteam im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Wenn eine Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist, steht mit dem stationären Hospiz am Buck ein wichtiger Ort der Betreuung
zur Verfügung. Weitere tragende Säulen sind die Krankenhausseelsorge, die Sozialberatung in den Kliniken, die Brückenpflege des Onkologischen Schwerpunktes sowie das Angebot „Letzte Wünsche-Mobile“, das Wunschfahrten in der letzten Lebensphase ermöglicht. Ergänzend beraten der Pflegestützpunkt Landkreis Lörrach und der ipunkt der Fritz-Berger-Stiftung umfassend rund um das Thema Pflege.

Ausblick: Palliativstation im Dreiland-Klinikum
Die wertvolle Netzwerkarbeit wird kontinuierlich ausgebaut und an den wachsenden Bedarf angepasst. So eröffnet beispielsweise das stationäre Hospiz am Buck im Jahr 2027 seinen Um- bzw. Neubau mit dann 12 Plätzen. Mit der entstehenden Palliativstation im neuen Dreiland-Klinikum werden bestehende Kompetenzen künftig gebündelt und interdisziplinär weiterentwickelt. Durch strukturierte Fallbesprechungen und gemeinsame Visiten mit anderen Fachabteilungen wird die Versorgung individuell angepasst und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert. Sozialdienst, Schmerztherapie und das Palliativnetzwerk werden frühzeitig eingebunden – auch für einen sicheren Übergang in häusliche Pflege oder Hospizbetreuung. Das Dreiland-Klinikum setzt damit ein Zeichen für moderne, menschliche Medizin, die Patientinnen und Patienten umfassend unterstützt und begleitet.

Text/Bild: Dreiland-Klinikum

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