Kreiskrankenhaus Emmendingen: So sichert die Klinik die Gesundheitsversorgung im Landkreis
Die Zeiten, in denen jedes Krankenhaus alle medizinischen Leistungen unter einem Dach anbieten wollte, sind vorbei. Das Kreiskrankenhaus Emmendingen setzt deshalb auf eine klare Strategie: Kooperationen mit starken Partnern, moderne Medizintechnik und gezielte Spezialisierungen sollen die Gesundheitsversorgung im Landkreis Emmendingen langfristig sichern. Für die Verantwortlichen ist dieser Weg keine Option, sondern eine Voraussetzung, um den Krankenhausstandort Emmendingen zukunftsfähig aufzustellen.

Dr. Ulrich Saueressig /Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer Armin Müller
Vor Publikum diskutierten Geschäftsführer Armin Müller und Dr. Ulrich Saueressig im Live-Podcast „Region im Blick on Tour“ über die Zukunft des Kreiskrankenhauses Emmendingen, die Auswirkungen der Krankenhausreform, den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen und neue Entwicklungen in der Patientenversorgung.
Kreiskrankenhaus Emmendingen setzt auf starke Kooperationen
Für Armin Müller ist klar: Ein Krankenhaus der Größe Emmendingens kann nicht jede medizinische Leistung selbst vorhalten. Stattdessen setzt die Klinik auf enge Kooperationen mit dem Universitätsklinikum Freiburg, dem Zentrum für Psychiatrie Emmendingen, dem Diakoniekrankenhaus und weiteren Gesundheitseinrichtungen in Südbaden.
„Jeder soll nicht mehr alles machen“, betonte Müller. Entscheidend sei, dass Patienten dort behandelt werden, wo sie die beste Versorgung erhalten.
Gerade die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Freiburg sei dabei ein wichtiger Baustein. Gemeinsame Chefärzte, kurze Wege und ein enger fachlicher Austausch ermöglichen eine hochwertige medizinische Versorgung auch bei komplexen Erkrankungen.

Der neue Eingangsbereich des Kreiskrankenhauses Emmendingen bietet Patienten, Besuchern und Mitarbeitenden einen modernen, freundlichen und funktionalen Empfang.
Notaufnahme und Endoprothetik als zentrale Schwerpunkte
Die Notfallversorgung bleibt das Herzstück des Kreiskrankenhauses Emmendingen. Gleichzeitig gewinnen planbare Eingriffe für die Klinik zunehmend an Bedeutung.
Insbesondere die Endoprothetik mit Hüft- und Kniegelenksersatz hat sich zu einem wichtigen Schwerpunkt entwickelt. Auch die moderne Viszeralchirurgie profitiert von der Kooperation mit Freiburg. Viele Behandlungen können wohnortnah in Emmendingen erfolgen, während komplexe Fälle gemeinsam mit Spezialisten der Universitätsmedizin betreut werden.
„Wir wollen den Menschen die bestmögliche Behandlung bieten, entweder hier im Haus oder gemeinsam mit unseren Partnern“, erklärte Dr. Ulrich Saueressig.
Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen
Wie viele Krankenhäuser in Deutschland steht auch das Kreiskrankenhaus Emmendingen vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, während der Bedarf an medizinischer Versorgung weiter steigt. Die Klinik setzt deshalb auf eine eigene Krankenpflegeschule, zahlreiche Ausbildungsangebote und die gezielte Gewinnung internationaler Fachkräfte.
Zur Integration gehören Sprachförderung, Wohnraummanagement, Praxisanleiter sowie feste Ansprechpartner für neue Mitarbeiter. Der Aufwand sei hoch, zahle sich aber aus.
Mit Erfolg: Nach Angaben der Klinik arbeitet das Kreiskrankenhaus Emmendingen seit Mai vollständig ohne Leiharbeitskräfte. „Ohne ausländische Fachkräfte wird die Versorgung der Menschen künftig nicht möglich sein“, machte Müller deutlich.
Moderne Medizintechnik und Künstliche Intelligenz im Krankenhausalltag
Auch bei der Digitalisierung investiert das Krankenhaus Emmendingen konsequent in die Zukunft. Ein neues CT ermöglicht schnellere Untersuchungen, eine bessere Bildqualität und eine geringere Strahlenbelastung für die Patienten.
Zudem spielt Künstliche Intelligenz in der Radiologie bereits heute eine wichtige Rolle. Moderne Software analysiert automatisch Röntgenbilder und unterstützt Ärzte bei der Erkennung von Knochenbrüchen und anderen Auffälligkeiten. „Die KI nimmt niemandem den Job weg. Sie hilft uns, sicherer zu arbeiten und Fehler zu vermeiden“, sagte Dr. Ulrich Saueressig.

Dr. Ulrich Saueressig /Chefarzt und Ärztlicher Direktor
Neue Notaufnahme stärkt den Krankenhausstandort Emmendingen
Ein zentrales Zukunftsprojekt ist die neue Zentrale Notaufnahme, die gemeinsam mit einer neuen Intermediate-Care-Station in Betrieb gehen soll.
Die Investition kommt nicht von ungefähr: Die Zahl der Patienten in der Notaufnahme ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit den neuen Räumlichkeiten sollen sowohl die medizinische Versorgung als auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten verbessert werden. Für die Klinik ist das Bauprojekt ein klares Bekenntnis zum Krankenhausstandort Emmendingen und zur Gesundheitsversorgung im Landkreis.
Die Zukunft der Medizin wird stärker vernetzt sein
Für die Verantwortlichen wird sich das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren deutlich verändern. Mehr ambulante Behandlungen, weniger stationäre Aufenthalte und eine stärkere Vernetzung zwischen Kliniken, Arztpraxen und weiteren Gesundheitsdienstleistern gelten als zentrale Entwicklungen. Vor allem die bisher strikte Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung wird kritisch gesehen.
„Wenn man den Menschen einfach nur helfen will, sind diese Grenzen manchmal unglaublich nervig“, sagte Dr. Ulrich Saueressig.

Von links: Moderator Adrian Hoffmann, Dr. Ulrich Saueressig, Armin Müller (Kreiskrankenhaus Emmendingen) und Daniela Hiebel, Redaktionsleitung Region im Blick, im Gespräch auf dem Podium.
Eine klare Botschaft für die Region Emmendingen
Trotz aller Veränderungen bleibt das Ziel des Kreiskrankenhauses unverändert: eine wohnortnahe, moderne und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis Emmendingen sicherzustellen.
Auf die Frage, warum die Region auch künftig ein starkes Kreiskrankenhaus Emmendingen braucht, antwortete Geschäftsführer Armin Müller mit einem Satz, der den Kern der Aufgabe auf den Punkt bringt:
„Damit Sie wissen, wo Sie im Notfall hinmüssen.“


