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Nachrichten aus News

Insitutionalisierte werteorientiere Medizin

Klinisches Ethik-Komitee wählt Vorsitzende und nimmt seine Arbeit auf

Lilian Fischer, Schulleiterin der Berufsfachschule für Pflege, und Valentin Lindenblatt, Assistenzarzt in der Klinik für Neurologie, wurden von den Mitgliedern des interdisziplinären Klinischen Ethik-Komitees (KEK) der Kliniken des Landkreises Lörrach zu den Vorsitzenden gewählt.

Hintere Reihe von links: Dr. Philipp Pilz, Stefan Troendle, Jörg Hinderer, Eva Nübel, Valentin Lindenblatt, Kai Edling. Vordere Reihe von links: Janina Zentner, Dr. Elisabeth Blohm, Manuela Zöge, Lilian Fischer.

Die in Vorbereitung auf das Dreiland-Klinikum entwickelte Vision einer Medizin, die sich konsequent an ethischen Werten orientiert, wurde bereits vor einem Jahr mit der Institutionalisierung des KEK in eine feste Struktur überführt.

Die Ernennung der beiden Vorsitzenden ist ein deutliches Signal für eine Medizin, die den Menschen in seiner ganzen Verletzlichkeit ernst nimmt, Orientierung in moralischen Dilemmata bietet und Verantwortung strukturell trägt – ein Schritt zu mehr Menschlichkeit mit Haltung. „Wir freuen uns sehr, diese Aufgabe zu übernehmen und die ethische Kultur gemeinsam mit allen Beteiligten weiterzuentwickeln“, sagt Lilian Fischer. Valentin Lindenblatt ergänzt: „Mit Offenheit und Engagement möchten wir den Dialog fördern und ethische Entscheidungen unterstützend begleiten.“

Aufgabe und Arbeitsweise des KEK

Das KEK versteht sich als moderierende Instanz, die Patient:innen, Angehörige und Mitarbeitende in ethisch belastenden Situationen unterstützt. Grundlage sind die Werte Patientenautonomie, Fürsorge, Nichtschaden und Gerechtigkeit. Ziel ist es, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und eine offene Ethikkultur im Klinikalltag zu verankern. Ergebnisse ethischer Fallberatungen werden dokumentiert und in die Patientenakte übernommen. Das Komitee entwickelt Leitlinien, organisiert Fortbildungen und fördert den interprofessionellen Austausch. Die ärztliche Verantwortung bleibt unberührt: Entscheidungen treffen die behandelnden Ärzt:innen auf reflektierter Grundlage.

Institutionalisierung und Bedeutung des KEK

Die Institutionalisierung des KEK im November 2024 im Großen Saal des Landratsamtes markierte einen wichtigen Schritt zu einer patientenzentrierten, verantwortungsvollen und transparenten Gesundheitsversorgung. „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, betonte Landrätin Marion Dammann. Neben ökonomischen und strukturellen Fragen dürfe die Sorge um den einzelnen Menschen nicht aus dem Blick geraten. Für Udo Lavendel, Geschäftsführer (CEO), ist das KEK ein identitätsstiftendes Element der Klinikorganisation: „Ethik muss als gelebter Bestandteil der Klinikrealität sichtbar sein. Besonders bei sensiblen Entscheidungen, etwa am Lebensende, hilft ein ethischer Diskurs, schwierige Entscheidungen gemeinsam zu reflektieren.“ Die Bedeutung des KEK unterstrich Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Freiburger Medizinethiker: „Zuwendung ist der Beginn jeder Therapie. Sie gibt dem Patienten ein Gesicht, schafft Begegnung und Vertrauen.“ Fünf Kriterien ethischer Medizin seien entscheidend: Menschenwürde, Autonomie, Sorge, Schadensvermeidung und Gerechtigkeit. Ein Ethik-Komitee zeige, dass alle reflektiert arbeiten wollen, und verändere die Kultur des Hauses hin zu mehr Verantwortungsbewusstsein, Dialogbereitschaft und Orientierung an ethischen Grundwerten.

Text/Bild: KLINIKEN DES LANDKREISES LÖRRACH GMBH

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