Einordnung des Medizin-Nobelpreises 2026
Freiburger Herzforscher erklärt die Bedeutung der Forschung zur Optogenetik, die 2026 ausgezeichnet wird

Prof. Dr. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des Universitätsklinikums Freiburg.
Am Montag, 5. Oktober 2026 wurde um 11.30 Uhr bekannt gegeben, dass der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 an drei Wissenschaftler geht, die mit ihrer Forschung zur Entwicklung der Optogenetik beigetragen haben, mit der sich die Aktivität einzelner Nervenzellen im lebenden Gehirn an- oder abschalten lassen.
Prof. Dr. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des Universitätsklinikums Freiburg, ordnet ein, welche Bedeutung die Forschungserkenntnisse haben und welche Perspektiven sie für die medizinische Forschung bieten:
„Optogenetische Methoden erlauben es uns, die Funktion spezifischer Zellen in einem lebenden Organismus per Licht zu analysieren und zu steuern. Das eröffnet enorme Möglichkeiten, um Lebensprozesse mit höchster räumlicher und zeitlicher Auflösung zu untersuchen.
Wir setzen optogenetische Methoden unter anderem in der Herzforschung ein, um die Beiträge verschiedener Zelltypen zur elektrischen Steuerung des Herzschlags zu erforschen.
Wir sind dieser Tage Gastgeber einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz zum Thema Autoregulation des Herzens und haben die Entscheidung des Nobelpreis-Kommittees bereits gebührend gefeiert. Die jetzt ausgezeichneten Forscher entwickelten die Optogenetik ursprünglich für die Hirnforschung, mittlerweile revolutioniert diese Methodik zahlreiche Bereiche der Medizin – wie auch die Herzforschung.“
Zur Person:
Prof. Dr. Peter Kohl ist Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin des Universitätsklinikums Freiburg. Er erforscht, wie elektrische Signale und mechanische Kräfte die Herzfunktion beeinflussen und wie verschiedene Zelltypen im Herzen zusammenwirken.


