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Dreiland-Klinikum Lörrach: Modellprojekt für die Medizin der Zukunft

Lörrach. Beim „Tag der offenen Baustelle“ des Dreiland-Klinikums in Lörrach stand ein zentrales Thema im Mittelpunkt: Wie sieht die Gesundheitsversorgung von morgen aus?

Adrian Hoffmann und Daniela Hiebel gemeinsam mit Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kliniken des Landkreises Lörrach,

In einem Live-Podcast-Format gewährten die Moderatoren Daniela Hiebel und Adrian Hoffmann gemeinsam mit Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kliniken des Landkreises Lörrach, Einblicke in eines der bedeutendsten Gesundheitsprojekte der Region.

Ein Leuchtturmprojekt nimmt Gestalt an

Das Dreiland-Klinikum wird vielfach als Modell für die zukünftige Gesundheitsversorgung betrachtet. Aus ehemals vier bestehenden Krankenhausstandorten entsteht ein modernes Zentralklinikum, das die Versorgung bündeln und zukunftsfähig gestalten soll.

„Die Entscheidung, alles an einem Standort neu zu denken, war richtig und notwendig“, betonte Udo Lavendel. Alte Gebäude, veraltete Strukturen und steigende Anforderungen an die Medizin hätten den Wandel unumgänglich gemacht. Mit dem Neubau auf der „grünen Wiese“ sollen nicht nur Abläufe effizienter gestaltet, sondern auch die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Versorgung weiter verbessert werden.

Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kliniken des Landkreises Lörrach, gibt Einblicke in eines der bedeutendsten Gesundheitsprojekte der Region.

Ambulant vor stationär

Ein weiterer wichtiger Trend ist die sogenannte Ambulantisierung. Viele Eingriffe, die früher einen Krankenhausaufenthalt erforderten, können heute ambulant durchgeführt werden.

Das Dreiland-Klinikum reagiert darauf mit einem modernen Konzept:

  • enge Verzahnung von ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung
  • kurze Wege für Patientinnen und Patienten
  • Behandlung möglichst am selben Ort („Point of Care“)

Der Gesundheitscampus: Mehr als ein Krankenhaus

Besonders innovativ ist der Ansatz des Gesundheitscampus, der weit über klassische Klinikstrukturen hinausgeht.

Geplant sind unter anderem:

  • ein Ärztehaus für niedergelassene Mediziner und eine Apotheke
  • ein Boardinghaus für Mitarbeitende mit einer Kita zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Angebote zur Prävention und Rehabilitation
  • Kurzzeitpflegeplätze direkt am Klinikum

Ziel ist eine durchgehende Versorgungskette – von der Vorsorge über die Behandlung bis zur Nachsorge.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel

Ein weiteres zentrales Element sind interdisziplinäre Zentren, etwa für Herzmedizin oder den Bewegungsapparat. Hier arbeiten verschiedene Fachrichtungen eng zusammen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früher getrennten Strukturen.

„Medizin ist heute hoch spezialisiert, aber gleichzeitig interdisziplinär“, erklärte Lavendel. Gemeinsam abgestimmte Behandlungen steigerten sowohl Effizienz als auch Qualität.

Beim „Tag der offenen Baustelle“ des Dreiland-Klinikums in Lörrach stand ein zentrales Thema im Mittelpunkt

Digitalisierung verändert die Medizin

Auch die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle im neuen Klinikum.

Beispiele sind:

  • digitale Patientenportale für Terminvereinbarungen und Dokumente
  • Orientierungssysteme im Gebäude per Smartphone
  • der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, etwa in der Radiologie

Künstliche Intelligenz könne Ärztinnen und Ärzte zwar nicht ersetzen, aber unterstützen – beispielsweise durch Frühwarnsysteme bei Auffälligkeiten in Bilddiagnosen.

Herausforderungen bleiben

Trotz aller Fortschritte sieht Udo Lavendel weiterhin große Herausforderungen:

  • zunehmender Fachkräftemangel
  • sinkende Zahl an niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten
  • steigende Belastung der Notaufnahmen
  • hoher finanzieller Druck im Gesundheitswesen

Allein im Landkreis Lörrach seien zahlreiche Hausarztsitze unbesetzt, was die Versorgung zusätzlich erschwere.

Attraktiver Arbeitgeber mit Zukunft

Um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, setzt das Klinikum auf attraktive Arbeitsbedingungen:

  • moderne Infrastruktur und New-Work Arbeitsplatzkonzepte
  • Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • flexible Arbeitszeiten
  • zusätzliche Leistungen wie Wohnen und Kinderbetreuung

Nach Angaben der Kliniken macht sich die Attraktivität des neuen Standorts bereits bei der Personalgewinnung sehr deutlich bemerkbar.

Team Markus Edgar Ruf

Blick in die Zukunft

Nach Einschätzung Lavendels wird sich die medizinische Versorgung weiter stark verändern:

  • mehr ambulante Behandlungen
  • stärker digitalisierte Prozesse
  • weniger, dafür größere Kliniken

Das Dreiland-Klinikum sieht er dabei in einer guten Ausgangsposition: „Wir haben früh die richtigen Weichen gestellt.“

Klare Botschaft an die Bevölkerung

Zum Abschluss des Gesprächs formulierte Lavendel eine deutliche Einschätzung:

„Dieser Versorgungsstandort ist alternativlos.“

Das neue Dreiland-Klinikum soll langfristig die Gesundheitsversorgung in der Region sichern – als moderner, leistungsfähiger und vernetzter Gesundheitscampus.

Mit einer klaren Botschaft wandte sich Lavendel an die Besucherinnen und Besucher des „Tags der offenen Baustelle“: In Lörrach entstehe ein Projekt, das weit über die Region hinaus Strahlkraft entwickeln könne.

Text/Bilder: Region im Blick

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