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Nachrichten aus Sound aus Baden

Pinot & Rock Festival - Im Gespräch mit Kerem Sargut- über Musik, Wein und nachhaltigen Genuss in Breisach am Rhein

Das Pinot & Rock Festival in Breisach am Rhein, das vom 4. bis 7. Juli 2024 stattfand, war ein voller Erfolg. Mit einer beeindruckenden Kulisse direkt am Rheinufer bot das Festival eine Mischung aus erstklassiger Musik und regionaler Kulinarik. Highlights waren Auftritte von internationalen Stars wie den Scorpions, Alice Cooper, Susi Quatro, Nico Santos und Sarah Connor, die das Publikum begeisterten. Auch lokale Künstler und Newcomer hatten die Gelegenheit, auf der Kaiserstuhlbühne zu performen. Die Besucher genossen nicht nur die Musik, sondern auch die hervorragenden Weine und das vielfältige gastronomische Angebot, das das Festival zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.

Deniz Kerem Sargut

Kerem Sargut- Geschäftsführer des Pinot and Rock Festivals, ist eine Schlüsselfigur hinter dem Erfolg dieses einzigartigen Musik- und Genussevents in Breisach am Rhein. In einem mit ihm geführten Interview sprach er über seine Vision für das Festival, das nationale und internationale Stars mit feiner Kulinarik und Weinkunst am Kaiserstuhl verbindet. Kerem Sargut, zeigte sich im Interview begeistert: „Wir wollten exzellenten regionalen Genuss mit Spaß und spektakulärer Musik auf nachhaltiger Basis zusammenbringen, und das ist uns gelungen“. Mit einer beeindruckenden Line-Up bot das Festival eine Plattform, die sowohl die musikalische Vielfalt als auch die gastronomische Exzellenz Badens zur Schau stellte. Das Festival war nicht nur ein Ort der Unterhaltung, sondern auch ein Treffpunkt für Kulturliebhaber und Genießer, die die schönen Dinge des Lebens zu schätzen wissen. Sargut hob hervor, dass das Festival in der Lage war, Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus anzuziehen, und sieht dies als Bestätigung für das Konzept und die harte Arbeit des gesamten Teams. Er ist überzeugt, dass das Pinot and Rock Festival eine langfristige Bereicherung für die Kulturlandschaft der Region darstellt. Der Pinot & Rock Festival in Breisach am Rhein, war somit ein voller Erfolg. Pinot & Rock bot eine beeindruckende Mischung aus Live-Musik und kulinarischen Highlights, das sowohl große als auch kleine Besucher begeisterten. Die insgesamt positive Resonanz macht Lust auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Was war die Inspiration hinter der Gründung des Pinot and Rock Festivals und wie hat sich das Konzept vor Ort das erste Mal durchsetzen lassen?

Kerem Sargut: Die Inspiration und Gründung des Pinot and Rock Festivals hatte ihren Ursprung bei Initiator Fritz Keller. Schon seit Jahren war es sein Traum, ein großes Musikfestival am Kaiserstuhl stattfinden zu lassen, um die Region zu fördern und dabei großen Wert auf die kulinarischen Highlights der Region und die einzigartigen Weine zu legen.

Gemeinsam mit Fritz sind wir 2022 ins Napa Valley geflogen, um uns dort das Bottle Rock Festival anzusehen, bei dem Rockmusik und Wein in der Kombination bereits seit einigen Jahren gut funktionieren. Nach unserer Rückkehr in den Kaiserstuhl folgten noch einige Gespräche und dann die Entscheidung, gemeinsam seinen Traum wahr werden zu lassen.

Das Konzept und die Idee wurden von Anfang an von allen Seiten sehr geschätzt und unterstützt. Insbesondere die Idee, die Region, junge Nachwuchskünstler, Wein und Kulinarik in den Vordergrund zu stellen, kam bei allen Adressaten gut an. Außerdem wussten alle Gesprächspartner, dass dieses Vorhaben mit Fritz Keller an der Seite eine reelle Chance auf die Realisierung hat.

Sarah Connor

Paul Gärtner

Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Organisation eines Festivals dieser Größe meistern und wie haben Sie diese bewältigt?

Kerem Sargut: Die Herausforderungen bei der Organisation eines Festivals dieser Größenordnung sind breit gefächert. Sie beginnen mit dem Verkehrskonzept, dem Nachhaltigkeitskonzept, dem Notfallkonzept, logistischen Fragestellungen sowie der Bereitstellung eines ausreichend starken Strom-, Wasser- und Abwasser-Netzwerks.

Realisiert werden konnte das Ganze nur durch die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern. Hierzu gehören u.a. Auch als externe Partner Kai Flogaus, Benedikt Jäger und Thomas Eloo die verantwortlich für die Produktion, Sicherheit und Veranstaltungsleitung, also auch für das Sicherheitskonzept und die Realisierung des gesamten Festivals waren.

Als weitere Herausforderung kann ganz klar gesagt werden, dass wir eine vollkommen untypische Location zur einem Festivalgelände gemacht haben. Die Idee, dass eine Bühne in der Größenordnung, wie sie final auf dem Gelände stand, dort stehen könnte, erschien zunächst unvorstellbar. Durch die technischen Zeichnungen und Berechnungen, die durch das Team erstellt wurden, wurde klar, dass wir es schaffen können, eine Bühne dieser Größe zu realisieren. Unterstützung hatten wir auch von Beginn an von Herrn Bürgermeister Rein und der Stadt Breisach, mit der die Kooperation bis heute immer noch viel Spaß macht.

Eine Herausforderung, die sicherlich auch wir unterschätzt haben, war, dass unsere wunderschöne Festivalfläche, also der Fritz-Schanno-Park in Breisach, keine „gelernte Veranstaltungstätte“ war bzw. Ist. Zum Vergleich, wenn man am Freiburger Messegelände einen weltbekannten Act ankündigt, wissen alle, dass dieser Act dort spielen wird, es dort Gastronomie gibt etc. Als wir unser Line-up im Fritz-Schanno-Park angekündigt haben, wurden wir bspw. Gefragt, ob „die Coverbands, die dort spielen, auch wirklich die Songs der Scorpions, von Alice Cooper, Sarah Connor und Peter Fox“ spielen werden. Niemand hatte damit gerechnet, dass diese Künstlerinnen und Künstler auf dieser Location spielen werden und unsere Ankündigung wurde teilweise als „Fake“ abgetan.

Wie wurde die Auswahl der Künstler getroffen und welche Kriterien waren dabei entscheidend?

Kerem Sargut: Bei der Auswahl der Künstler waren uns mehrere Kriterien wichtig. Einerseits war es uns ein besonderes Anliegen neben den großen Namen auch lokalen Künstlern, kleineren Bands und auch Newcomern eine Bühne zu geben. Andererseits war es uns wichtig, verschiedene Geschmäcker zu treffen und damit ein breit gefächertes Publikum anzusprechen. Durch die besondere Lage haben wir außerdem Wert darauf gelegt auch verschieden Nationen (Schweiz, Frankreich und Deutschland) anzusprechen. Darüber hinaus war es unser Wunsch, dass wir auch einen Tag als Familientag, also als Ausflug für die gesamte Familie, organisieren wollten.

Dazu gehörte natürlich auch wieder die Eingliederung regionaler Stars, wie der Blaskapelle Oberbergen, den United Strangers oder Berühmtheiten wie der wundervollen Betty BBQ.

Inwiefern hat das Festival zur Förderung der regionalen Kultur und Wirtschaft beigetragen?

Kerem Sargut: Ich denke, es ist uns gelungen, diese wunderschöne Region noch einmal eine Nummer bekannter zu machen, als sie es ohnehin schon war. Direkt am Rhein gelegen und als erste Europastadt berühmt geworden, ist Breisach ohnehin kein unbekannter Fleck in Deutschland, allerdings ist es nun das erste Mal gewesen, dass die Stadt auch für musikalische Furore im großen Stil gesorgt hat. Dadurch, dass wir die lokale Kulinarik und die erstklassigen Weine in den Vordergrund stellen konnten, ist es uns gelungen, die Markenzeichen der Stadt Breisach noch einmal nachhaltig zu unterstreichen und zugleich mit Pinot and Rock eine eigene Marke in der Stadt zu integrieren. Meines Wissens wird aktuell eine Dokumentation über Breisach und sein Musik Festival erstellt, die sicherlich schon bald erscheinen und als gute Werbung für die Stadt Breisach dienen wird.

RiB/Frank Scherer

Können Sie uns mehr über die Zusammenarbeit mit lokalen Winzern und Gastronomen erzählen?

Kerem Sargut: Die Zusammenarbeit mit den lokalen Winzern und Gastronomen war von Anfang an positiv. Die Idee, große Künstler mit erstklassigen Weinen und einzigartiger Kulinarik zu verbinden, kam bei allen gut an. An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an alle Gastronomen und Winzer, die uns bei der Realisierung dieses Festivals unterstützt und das kulinarische Angebot verfeinert haben.

Welche besonderen Momente oder Überraschungen gab es während des Festivals, die in Erinnerung bleiben werden?

Kerem Sargut: Es gab viele einzigartige Momente, die wir während den vier Tagen erleben durften. Ob es die strahlenden und glücklichen Gesichter der Festivalbesucher, die vielen positiven Feedbacks der Künstler, die großartige und wertschätzende Zusammenarbeit mit sämtlichen Dienstleistern oder aber auch die top Stimmung am Samstagabend trotz des schlechten Wetters war. Hinzu kommen mehr als 100 nationale und internationale Journalistinnen und Journalisten, die bis heute positiv und facettenreich über das Festival berichtet haben.  Oft sind es auch die kleinen Momente oder persönlichen Geschichten, die uns immer wieder in Erinnerung rufen, warum wir ein solches Festival auf die Beine gestellt haben. Ich habe von Anfang an gesagt, dass es unser größtes Ziel ist, jeden Festivalbesucher, jeden Gastronomen, jeden Winzer, jeden Dienstleister sowie jeden Künstler und jedes Crewmitglied positiv auf unser Festival zurückblicken zu lassen. Jede und jeder Einzelne soll an die Tage zurückdenken und sagen, das war ein wundervolles Erlebnis und ich freue mich aufs nächste Mal. 

Wie sehen Sie die Zukunft des Pinot and Rock Festivals und gibt es bereits Pläne für die nächste Ausgabe?

Kerem Sargut: Hierzu möchte ich in diesem Moment nur sagen, dass wir uns in einigen Wochen sicherlich dazu äußern werden.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei der Planung und Durchführung des Festivals?

Kerem Sargut: Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben bei der Planung und Durchführung des Festivals eine große Rolle gespielt. Das Verkehrskonzept wurde darauf ausgelegt, dass möglichst viele Personen mit dem Nahverkehr, den Zügen, mit von uns angebotenen Shuttles, Rikschas oder dem Fahrrad anreisen können. Auch hierzu kurz die Information, dass fast 30 % unserer Festivalbesucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist sind. Normalerweise liegt diese Quote weit unter 20 %. Wir haben keinerlei Flyer oder andere Plastikmaterialien zugelassen, die nach dem Festival weggeworfen wurden. Wir haben bereits während des Festivals auf Mülltrennung geachtet. Wir haben mit 100 Prozent Naturstrom gearbeitet. Die Teller, auf denen gegessen wurden, waren aus kompostierbaren Materialien produziert, und sämtliche Flaschen, die genutzt wurden, waren Pfandflaschen. Außerdem haben wir mit Viva Con Aqua, der Stefan Morsch Stiftung, der Ralf Puchmeier Stiftung, der Lebenshilfe, Fluss e.V. und der Matthias-Ginter Stiftung zusammengearbeitet. Wie Sie sicherlich wissen, haben wir, um das Festival stattfinden lassen zu können, auch Bäume versetzen, also aus- und an einer anderen Stelle wieder einpflanzen lassen. Um diese Bäume wird sich die nächsten Jahre weiterhin gekümmert, um zu garantieren, dass sie gesund bleiben und weiterwachsen.

Welche Bedeutung hat das Festival für die Stadt Breisach und wie wurde es von den Einheimischen angenommen?

Kerem Sargut: Das Feedback von den Einwohnern der Stadt Breisach war fast durchweg positiv. Insbesondere im Nachhinein haben wir zu 99 Prozent positive Nachrichten erhalten und Unterstützung angeboten bekommen. Wir haben uns allerdings auch von Anfang an Mühe gegeben, insbesondere die dem Festivalgelände nahe liegenden Anwohner in die Planung zu integrieren und auch an dem Festival positiv teilhaben zu lassen. Natürlich haben uns regionale Größen, wie Betty BBQ auch sehr dabei geholfen, in der Region schnell bekannt und auch „freundschaftlich begrüßt“ zu werden. Denn Betty hat unseren Wunsch, die Region zu fördern und noch bekannter zu machen, sehr schnell verstanden und so konnten wir entsprechend schnell gemeinsam, loslegen. Von städtischer Seite haben wir nicht nur unglaublich gute Unterstützung erfahren, sondern bis heute ebenfalls durchgängig positives Feedback erhalten. Auch hierfür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz besonders bei der Stadt Breisach und Herrn Burgermeister Rein bedanken.

Impressionen vom Pinot & Rock Festival 2024

Text: Daniela Hiebel /Bilder: Frank Scherer

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