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Nachrichten aus Blickpunkt: Moderne Frauen

Stabübergabe der Gleichstellungsbeauftragten an der Hochschule Kehl

Prof. Dr. Britta Kiesel folgt auf Prof. Dr. Annegret Eppler

Kehl. Zum 1. September 2025 ist Prof. Dr. Britta Kiesel die neue Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Kehl. Sie folgt auf Prof. Dr. Annegret Eppler, welche ihr Amt an ihre bisherige Stellvertreterin übergibt und nun die Funktion der Studiendekanin im Masterstudiengang „Europäisches Verwaltungsmanagement“ übernimmt. Gleichzeitig wurde Prof. Dr. Tanja Häßler die neue stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte.

Amtsübergabe von Prof. Dr. Annegret Eppler (links) an die bisherige stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Prof. Dr. Britta Kiesel (rechts). Prof. Dr. Tanja Häßler (Mitte) wird neue Stellvertreterin.

„Der größte Wurf der letzten Jahre war unser erfolgreicher Antrag im Professorinnenprogramm“, strahlt Prof. Dr. Eppler. Im Rahmen dieses Programms fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die hälftigen Kosten für bis zu drei (Regel-)Professuren für jeweils fünf Jahre, wenn diese mit weiblichen Erstberufenen unbefristet besetzt werden. Darüber hinaus steht im gleichen Programm, auch mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK), ungefähr noch einmal so viel Geld für weitere gleichstellungsfördernde Maßnahmen zur Verfügung. „Glücklicherweise konnten wir bereits zum Sommersemester 2025 in der Fakultät II eine Professorin neuberufen. Auch kann endlich ein kleines Gleichstellungsbüro an der Hochschule Kehl aufgebaut werden, Professorinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen können – etwa bei besonderen Forschungsvorhaben – finanziell unterstützt, und weitere gleichstellungsfördernde Maßnahmen, Anreize und Strukturen können etabliert werden“, berichtet die Professorin.

Das Ziel der Gleichstellungsarbeit an der Hochschule Kehl ist klar – den Frauenanteil in allen Statusgruppen zu erhöhen. Während unter den 1.300 Studierenden ca. 70 Prozent weiblich und ca. 30 Prozent männlich sind, zeichnet sich bei der Professorenschaft ein entgegengesetztes Bild ab. Der Anteil von Frauen liegt unter den derzeit 48 Professorinnen und Professoren seit vielen Jahren stetig bei ca. 20 Prozent. „Wir sind derzeit insgesamt zehn Frauen und stellen damit nur 20,8 Prozent der Professorenschaft“, rechnet Prof. Dr. Kiesel aus. In Fakultät I für Rechts- und Kommunalwissenschaft beträgt der Frauenanteil unter den Professuren mit drei Frauen 13 Prozent, in Fakultät II für Wirtschafts-, Informations- und Sozialwissenschaften mit derzeit sieben Frauen immerhin 28 Prozent. Mit der Wahl von Prof. Dr. Ina Klingele zur Prorektorin für Studium & Lehre ist seit Juli 2025 nun erstmalig in der über 50-jährigen Geschichte der Hochschule Kehl eine Frau Mitglied des Rektorats. „Das ist ein riesiger Erfolg für die Gleichstellung an unserer Hochschule“, betont Prof. Dr. Eppler.

Um den Weg hin zu einer Professur zu erleichtern, engagiert sich Prof. Dr. Kiesel im Programm „TraumProf+“, welches Nachwuchswissenschaftlerinnen aktiv auf dem Weg zur Professur betreut. So betreut Hochschulprofessorin Dr. Michèle Bernhard bspw. bereits über das Programm eine Mentee im One-to-One Verhältnis. „Es ist gar nicht so einfach, geeignete Bewerberinnen zu finden“, bedauern die beiden Professorinnen. Denn die Berufungsvoraussetzung an HAWen sind nach § 47 LHG fünf Jahre Berufserfahrung (davon drei Jahre außerhalb einer Hochschule), und es müssen auch alle Neuberufenen der Hochschule Kehl promoviert sein. Die Hochschule hat über 300 externe Lehrbeauftragte, was im Vergleich zu anderen Hochschulen verhältnismäßig viel ist. Von diesen sind auch ca. 50 Prozent weiblich, aber es fehlt ihnen oft die Promotion. Die Hochschule hat auch, trotz des an HAWen typischerweise fehlenden festen Mittelbaus, viele (allesamt durch erfolgreiche Drittmittelprojekte finanzierte) Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an ihrem Institut für Angewandte Forschung (KIAF). Von diesen sind viele weiblich, sie benötigen aber nicht nur eine Promotion, sondern auch die entsprechende Berufserfahrung, um berufungsfähig zu werden.

Text/Bild: Hochschule Kehl

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