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„Klassisches Schwarz-Weiß-Denken hat ausgedient“

Birte Hackenjos ist seit Mai 2020 CEO der Freiburger Haufe Group. Zu den Themen, die sie als Chefin von mehr als 2.000 Mitarbeitenden an 19 nationalen und internationalen Standorten umtreiben, gehört vor allem die Frage nach der Arbeitswelt der Zukunft. Im folgenden Beitrag gewährt sie Einblick hinter die Kulissen eines innovativen Familienunternehmens und wie fortschrittliches Arbeiten in Zukunft aussehen kann.

Birte Hackenjos, CEO Haufe Group

Wir stehen am Wendepunkt der Arbeitswelt, wie wir sie bisher kannten. Die letzten beiden Jahre der Corona-Pandemie waren für uns alle herausfordernd und anstrengend, kein Zweifel. Dennoch habe ich in unserem Unternehmen auch in den vergangenen Monaten Zuversicht, Tatendrang und den unbedingten Willen gespürt, diese schwierige Zeit gemeinsam zu meistern. Das hat uns näher zusammengebracht.

Zwei wesentliche Faktoren waren und sind entscheidend, wenn wir jetzt die Weichen stellen. Zum einen, dass wir unternehmerisch und wirtschaftlich die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist uns bislang gut gelungen. Zum anderen, dass wir die “traditionelle” Arbeitswelt nach den Erfahrungen der vergangenen Monate in ein neues Zeitalter überführen.

Die zentrale Frage, die sich für uns stellt: Wie werden unsere Mitarbeitenden in Zukunft arbeiten? Dabei stellen wir uns nicht mehr die Frage, ob wir remote oder im Büro vor Ort arbeiten. Es geht vielmehr darum, moderne Konzepte zu entwickeln, in denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiederfinden. Um es konkret zu sagen: Konzepte, die von oben nach unten diktiert werden und für alle gleichermaßen gelten, werden in modernen Unternehmen nicht mehr funktionieren. Wir sind alle Individuen und als solche zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten kreativ und produktiv. Die Covid-Pandemie hat neue Ideen hervorgebracht und Verhalten und Gewohnheiten nachhaltig verändert. Nun gilt es, diese weiterzuentwickeln und in die Zukunft zu überführen. Zum Status Quo von vor Corona werden wir nicht zurückkehren.

Wir haben in einer Mitarbeiterbefragung klar gespiegelt bekommen, dass die Arbeitswelt der Zukunft ein hybrides, flexibles und gestaltbares Lösungsmodell sein muss. Klassisches Schwarz-Weiß-Denken hat ausgedient. Das müssen wir gemeinsam verstehen, daraus lernen und uns mit den Herausforderungen weiterentwickeln. Es ist ein Experimentieren und Ausprobieren. Lernen ist nicht nur eines unserer zentralen Geschäftsfelder, wir sind auch selbst eine stetig lernende Organisation und gehen auf eine spannende Reise, um das „neue Normal“ zu finden.

Ich freue mich, dass wir genau das mit unserem hybriden Arbeitskonzept bei der Haufe Group anstoßen konnten. Es vereint die Vorteile mobiler, unabhängiger Arbeit und den persönlichen Austausch vor Ort in einem Raum. Die Eigenverantwortung der Kolleginnen und Kollegen steht dabei im Vordergrund. Für uns im Management ist es selbstverständlich, die Verantwortung für die beste Form der Zusammenarbeit dort zu verorten, wo sie hingehört – in die einzelnen Teams.

Die Teams entscheiden also selbst, wie sie passgenau und am entsprechenden Bedarf ausgerichtet arbeiten möchten. Wir haben dieses neue Modell bereichsübergreifend gemeinsam entwickelt und haben bewusst auch Zeiträume eingeplant. Diesen Sommer werden wir wieder eine Mitarbeiterbefragung durchführen, um gemeinsam festzustellen, was wir noch verbessern müssen und was auf jeden Fall weitergeführt werden soll. So wird das gemeinsame Lernen konkret und liefert für uns alle nachvollziehbare Ergebnisse und eine positive Veränderung.

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