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Vertrauensstelle außerfamiliäre Hofübergabe beim BLHV eingerichtet

Bei zwei Dritteln der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland steht in den nächsten Jahren die Übergabe des Hofes an. Weil ein Nachfolger aus der Familie fehlt, stehen immer mehr Landwirtinnen und Landwirte vor der Frage, "Wie geht es mit dem Hof weiter?". Ein neues Angebot, die Vertrauensstelle, vermittelt anonym den Kontakt zwischen interessierten Landwirten ohne Hof und Betriebsleitern, die keine Nachfolge haben. 

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in den Berufsschulen stammen nicht vom Hof, in Villingen-Schwenningen beispielsweise kommen nur zwei Schüler aus einer Klasse mit 17 Schülern von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Gleichzeitig gibt es viele Höfe in Südbaden, bei denen die Betriebsleiter das Rentenalter erreicht haben, aber noch keine Nachfolge feststeht. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Verschiedene Akteure im ländlichen Raum beobachten die Problematik seit Jahren. Es gibt einige (Online-) Angebote zur Hof-Vermittlung, diese sind jedoch oftmals überregional und man muss direkt viel über sich preisgeben. Außerdem fehlt die persönliche Komponente. Die Vertrauensstelle für außerfamiliäre Hofübergabe, ein Gemeinschaftsprojekt des Regierungspräsidiums Freiburg, des Bildungshauses Kloster St. Ulrich, des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), des Bundes Badischer Landjugend (BBL) und des LandFrauenverbands Südbaden, arbeitet anders.

Ab 1. November können sich interessierte Landwirtinnen und Landwirte, die auf der Suche nach einem Betrieb sind, sowie Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ohne Hofnachfolge bei der Vertrauensstelle im BLHV melden. Dort werden Kontaktdaten und erste Informationen aufgenommen, die dann bei einem Betriebsbesuch oder bei Hofsuchenden in einem Gespräch vertieft werden. Die Betriebsbesuche erfolgen durch fachkundige Beraterinnen mit viel Erfahrung im Thema außerfamiliäre Hofübergabe sowie einem Berater vom Regierungspräsidium, der das Betriebswirtschaftliche im Blick hat. So finden eine Beratung und eine Standortbestimmung für Übernehmende und Übergebende statt. Die Personen werden anonym in eine Kartei aufgenommen und werden zu einem Kennenlernen vermittelt, wenn beide Parteien ernsthaftes Interesse aneinander zeigen

Ziel der Vertrauensstelle ist es, die Vielfalt an landwirtschaftlichen Betrieben zu erhalten, so dass es in Südbaden auch weiterhin eine kleinstrukturierte Landwirtschaft gibt. Gleichzeitig bekommen junge Menschen ohne Betrieb eine Chance auf ihren Lebenstraum, während älteren Landwirtinnen und Landwirten die Möglichkeit gegeben wird, ihr Lebenswerk fortgeführt zu wissen. 

Text/Bild: Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband e.V.

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