Die gefräßigen Raupen sind wieder auf dem Vormarsch

(djd). Sie bilden eine bis zu zehn Meter lange Kolonne und fressen bei ihrem Marsch durch die Gehölze alles kahl:

Im Frühsommer sind wieder die gefürchteten Eichenprozessionsspinner zugange. Die Raupen des Nachtfalters treten oft in großen Gruppen auf und befallen bevorzugt Bäume und Sträucher an warmen, trockenen Standorten. Seit etwa Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland aus, hierbei auch immer stärker im städtischen Bereich, sodass zunehmend auch private Gärten von den gefräßigen Tieren betroffen sind.

p 64028bild4Foto djdRAL Guetegemeinschaft Baumpflege eVWilfried GerharzWer solch ein weißes Gespinst im Baum hängen sieht, hält besser großen Abstand, denn die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner können allergische Reaktionen und Entzündungen hervorrufen. Foto: djd/RAL Gütegemeinschaft Baumpflege e.V./Wilfried Gerharz

Brennhaare enthalten Nesselgift
Wer die Nimmersatten oder deren Gespinstnester in seinem Garten entdeckt, sollte nicht eigenmächtig handeln, sondern sich umgehend an einen Fachmann wenden. Denn die Tiere tragen Brennhaare, die ein gesundheitsschädliches Nesselgift enthalten. "Das Thaumetopoein kann bei Kontakt mit Haut, Augen oder Schleimhaut starke Irritationen und Entzündungen auslösen", warnt Manuel Schuster, Baumpfleger aus Dülmen-Buldern. Besonders an direkt betroffenen Stellen wie Arm, Bein, Nacken und Gesicht treten in den meisten Fällen innerhalb von 24 Stunden Quaddeln und starker Juckreiz auf. Unbehandelt dauern diese Beschwerden je nach Kontaktausmaß und individueller Konstitution zwischen zwei Tagen und zwei Wochen an. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Atemwegsentzündungen und Atembeschwerden führen. Nach Augenkontakt können Bindehaut- und Hornhautentzündungen auftreten. Auch systemische Beschwerden wie Schwindel, Fieber und in seltenen Fällen auch Schockzustände wurden beschrieben. Professionelle Baumpfleger wissen um die Gefahren und können die Eichenprozessionsspinner fachgerecht entfernen. Zertifizierte Betriebe findet man beispielsweise unter www.ral-baumpflege.de.

Entfernen der Nester durch Absaugung
Um der Plage an Bäumen Herr zu werden, arbeitet Manuel Schuster beispielsweise von einer Hubarbeitsbühne aus und nutzt dabei eine typische Verhaltensweise der Raupen. "Wenn die Larven das dritte Larvenstadium erreicht haben, sammeln sie sich unter den Hauptästen in Nestern. Die Nester werden zunächst mit einer klebenden Flüssigkeit am Baum fixiert. Anschließend lassen sie sich recht einfach absaugen" erläutert der Profi sein Vorgehen, bei dem auch die gefährlichen Brennhaare mit aufgenommen werden. Das Abbrennen der Nester lehnt Manuel Schuster dagegen grundsätzlich ab. Denn durch die Hitze entwickelt sich eine Thermik, die die Brennhaare weit verteilt. Außerdem lassen sich die Raupen fallen, um der Gefahr zu entkommen. Ein sachgerechtes Entfernen der Raupen und Brennhaare liegt also bei dieser Methode nicht vor.

p 64028bild3Foto djdRAL Guetegemeinschaft Baumpflege eVWilfried GerharzIm Umgang mit Eichenprozessionsspinnern ist eine professionelle Schutzkleidung nötig, denn die gefährlichen Brennhaare verteilen sich auch in der Luft. Foto: djd/RAL Gütegemeinschaft Baumpflege e.V./Wilfried Gerharz

Wie erkennt man den Eichenprozessionsspinner?

(djd). Die Raupen des Nachtfalters sind vollständig mit Brennhaaren bedeckt. Sie werden bis zu fünf Zentimeter groß und weisen eine gelblich-braune bis gräuliche Färbung auf. Ihre Gespinste hängen wie Nester an Bäumen oder Sträuchern. Man sollte sie auf keinen Fall berühren oder in die Nähe gehen, denn die Brennhaare können allergische Reaktionen auslösen. Fachbetriebe, wie etwa von der RAL Gütegemeinschaft Baumpflege, entfernen die Plagegeister professionell. Die Nester der unbehaarten Gespinstmotte ähneln übrigens denen der Eichenprozessionsspinner, sind aber völlig ungefährlich. Bäume und Büsche scheinen komplett von einem weißen Schleier überzogen. Solche harmlosen Gespinste können einfach herausgeschnitten werden.