Neuer Ausbildungsberuf: Kaufmann/-frau im E-Commerce

Im August 2018 wird die IHK den neuen Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ einführen und damit einen weiteren Schritt hin zur Digitalisierung der Wirtschaft machen.

Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen online anbieten, können ihren Nachwuchs in diesem Bereich künftig selbst ausbilden.

Die Wirtschaft wird zunehmend digitaler und damit wächst auch der Onlinehandel: Deutsche Onlinekäufer geben inzwischen durchschnittlich mehr als 100 Euro im Monat online aus. Der Bedarf an kompetenten und gut ausgebildeten Fachkräften für diese Branche steigt stetig an. Um für entsprechend qualifizierten Nachwuchs zu sorgen, werden in erster Linie bestehende Berufsbilder überarbeitet und um die neuen Anforderungen ergänzt. Doch in manchen Fällen reicht das nicht aus. „Gerade im E-Commerce haben sich viele völlig neue Prozesse und Geschäftsmodelle mit sehr spezifischen Anforderungen, Inhalten und Arbeitsweisen herausgebildet“, weiß Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein. „Um diesem Bedarf gerecht zu werden, war ein maßgeschneiderter Ausbildungsberuf dringend nötig.“
In den vergangenen Monaten hat daher die IHK-Organisation zusammen mit Fachverbänden und Unternehmensvertretern aus der Praxis den Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im E-Commerce ins Leben gerufen, der ab August 2018 starten soll. Letzte Gremien müssen noch gehört werden, bevor das Bundeswirtschaftsministerium die neue Ausbildungsordnung zu Beginn 2018 im Bundesgesetzblatt erlassen wird.

Der Beruf Kaufmann/-frau im E-Commerce richtet sich schwerpunktmäßig an den Handel (Einzel-, Groß- und Außenhandel) und setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus. Er kann aber auch für andere Branchen wie touristische Unternehmen, Dienstleistungsanbieter oder Hersteller, die ihre Angebote online vertreiben, infrage kommen. „Das neue Berufsbild kann praktisch in allen Branchen sinnvoll eingesetzt werden. Gerade, wenn das Onlinegeschäft in Ergänzung zu anderen Vertriebskanälen eingesetzt wird, fehlt es intern oft am nötigen Know-how. Diese Lücke möchte der neue Ausbildungsberuf schließen“, erklärt Kaiser. Ziel ist es außerdem, auch solche Betriebe für die duale Ausbildung zu gewinnen, die bisher wenig oder gar nicht ausbilden, da bislang ein entsprechender Beruf fehlte.

Der Kompetenzerwerb findet über 36 Monate hinweg sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt. Zu den Inhalten des neuen Berufsbildes gehören unter anderem die Auswahl und der Einsatz von passenden Vertriebskanälen des E-Commerce, die Analyse des Nutzerverhaltens, die Kooperation mit internen und externen Dienstleistern sowie rechtliche Regelungen. Weitere Schwerpunkte legt die Ausbildung auf die Kundenkommunikation über verschiedene Kanäle, die Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen des Online-Marketings, das Planen und Optimieren der sogenannten Customer Journey sowie die Anbahnung und Abwicklung von Online-Waren- und Dienstleistungsverträgen (inkl. der Organisation von Rückabwicklungsprozessen).

Interessierte Betriebe sollten darauf achten, dass alle Mindestinhalte bei ihnen abgebildet werden können und die Ausbildungsberechtigung vorliegt. Sobald die Ausbildungsordnung erlassen worden ist – voraussichtlich im Januar 2018, sollte mit den Ausbildungsberatern der IHK geklärt werden, ob alle vorgesehenen Lernziele im jeweiligen Betrieb umsetzbar sind.

Aber auch vorab können sich ausbildungswillige Betriebe bei speziellen oder allgemeinen Fragen rund um die duale Ausbildung gerne an die IHK wenden.

Ansprechpartner in der IHK Südlicher Oberrhein ist Sunay Gün, Ausbildungsberater kaufmännische Berufe, Telefon 0761 3858-180, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Um in Erfahrung bringen, wie groß das Interesse am geplanten Beruf ist und mit wie vielen Ausbildungsverhältnissen voraussichtlich gerechnet werden kann, hat die IHK Südlicher Oberrhein zudem eine Umfrage gestartet. Die Zahl der Ausbildungsplätze entscheidet zum Beispiel auch über den Schulstandort. Unter folgendem Link können interessierte Betriebe an der Umfrage teilnehmen:
www.suedlicher-oberrhein.ihk.de/e-commerce