»FESTMUSIK VON SCHÜTZ BIS RIHM – KLANG ALS REPRÄSENTATION«

Kassel/Karlsruhe. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Karlsruhe und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe veranstaltet die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft e.V. unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann im Zeitraum 10. – 13. Oktober 2019 das 50. Internationale Heinrich-Schütz-Fest in Karlsruhe.

Das unter dem Motto »Festmusik von Schütz bis Rihm – Klang als Repräsentation« steht und ein spannendes und abwechslungs-reiches Veranstaltungsprogramm bietet.

CoroPiccolo Karlsruhe 2 privatCoroPiccolo Karlsruhe

Ob Heinrich Schütz jemals persönlich in Durlach, der Keimzelle des modernen Karlsruhe weilte, lässt sich bislang nicht belegen. Er selbst und seine Musik waren in Durlach aber bekannt. Ein anlässlich der Hochzeit des Otto von Hessen-Kassel mit Katharina Ursula von Baden-Durlach im Jahr 1613 in Kassel erschienener Festdruck verzeichnet unter den Kasseler Hofmusikern auch Heinrich Schütz. Erhaltene Musikdrucke aus Durlacher Beständen belegen, dass seine Musik noch in den 1640er Jahren dort aufgeführt wurde.
Einige dieser Werke sowie Kompositionen der Durlacher Hofmusiker Eusebius Veit, Georg Christoph Strattner und Leonhardt Sailer werden im Eröffnungskonzert des Johann Rosenmüller Ensembles am 10. Oktober 2019 zum ersten Mal seit ca. dreihundert Jahren wieder in der Durlacher Stadtkirche zu hören sein.

Am 11. Oktober nimmt der CoroPiccolo Karlsruhe unter der Leitung von KMD Christian-Markus Raiser die Zuhörer mit auf eine vokale Zeitreise von Schütz bis Rihm. Im Anschluss präsentiert der Dresdner Kammerchor unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann eine Auswahl aus den vor genau vierhundert Jahren veröffentlichten Psalmen Davids von Heinrich Schütz.

Am 12. Oktober kommt Musik zur gräflichen Hochzeit von 1638 in Rudolstadt durch das Bremer Barock Consort unter der Leitung von Manfred Cordes zur Aufführung. Am Abend bringen der Kammerchor des Karlsruher Instituts für Technologie, der Kammerchor der Christuskirche und das Gambenconsort Les Escapades unter der Leitung von Nikolaus Indlekofer und Peter Gortner eine Auswahl von Kompositionen des 116. Psalms aus der 1623 erschienenen Sammlung »Angst der Hellen und Friede der Seelen« zu Gehör.

Dredsner Kammerchor Foto Stephan Floss DresdenDredsner Kammerchor Foto Stephan Floss Dresden

Ergänzt wird das musikalische Programm durch einen Kurs von Hans-Christoph Rademann zur Interpretation und Aufführungspraxis der Musik von Heinrich Schütz, eine Stadtführung durch Durlach, einen Orgelspaziergang, eine musikalisch umrahmte Bildbetrachtung in der Kunsthalle Karlsruhe sowie ein Podiumsgespräch im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung, für das auch der Komponist Wolfgang Rihm seine Teilnahme zugesagt hat.

Den traditionellen Schlusspunkt des Schütz-Festes bildet der Abschlussgottesdienst am Sonntag, dem 13. Oktober um 10.30 in der Ev. Stadtkirche Karlsruhe, der musikalisch durch die Chöre Cantus Juvenum Karlsruhe, Lutherana Karlsruhe, die Durlacher Singschule sowie das Nordbadische Blechbläserensemble gestaltet wird. Im Anschluss präsentiert das Nordbadische Blechbläserensemble unter der Leitung von Armin Schäfer ein Konzert mit mehrchöriger Musik vom Frühbarock bis zur Neuzeit.

Bereichert wird das Karlsruher Schütz-Fest auch durch ein von Prof. Dr. Jürgen Heidrich (Münster) und Prof. Dr. Walter Werbeck (Greifswald) organisiertes wissenschaftliches Symposion mit dem Titel »Repräsentationsmusik in Residenzen der Schütz-Zeit« in der Badischen Landesbibliothek. Im Zentrum des Symposions steht die Musik als Teil höfischer Repräsentation und damit die Einbindung von Musik in im weitesten Sinne politische Kontexte. Die Referent*innen des Symposions – Historikerinnen, Musikologen, aber auch ein Theologe – spannen mit ihren Themen einen Bogen von der Frage nach höfischer Repräsentation über theologische Repräsentationsformate und den Hofsänger bis zu Repräsentationsmusiken aus deutschen, englischen und französischen Residenzen.

Das detaillierte Veranstaltungsprogramm finden Sie im Anhang zu dieser Pressemitteilung. Eintrittskarten sind ab sofort online unter www.schuetzgesellschaft.de  erhältlich.