Aus der Not: Klaus Friderich verschenkt Tausende Zwiebelblumen

„Zum Wegwerfen sind die Zwiebelblumen zu schade, deshalb geben wir einen Teil kostenlos an verschiedene Einrichtungen ab“, erklärt der Chef der Pflanzenmanufaktur Klaus Friderich aus Sasbach.

Für die Pflegeheime in der Umgebung, in Breisach, Endingen, Vörstetten, Bahlingen, Wyhl und Emmendingen gab es aufgrund der Corona-Zeiten eine Spende von jeweils etwa 200 Töpfe als Ostergruß, stellvertretend von allen Angehörigen und Freunden, die leider im Moment nicht zu Besuch kommen dürfen. „Damit wollen wir Freude schenken“, so das Ehepaar Friderich.

ehepaar 002Petra und Klaus Friderich spenden an Kommunen und Pflegeeinrichtungen.

Gemeinde-Bauhöfe in Sasbach, Wyhl und Endingen bepflanzen Freiflächen großzügig mit Zwiebelblumen, teilweise gleichzeitig mit der Saat von Sommerblumen als Bienenweide, eine gute Idee und laut Friderich zum Nachahmen empfohlen. In Endingen und Sasbach sind das jeweils um die 5.000 Zwiebelblumen, die dieser Tage in den Boden kommen und so passend zu Ostern trotz Corona allen Freude bereiten.

Die Gemeinden in der Umgebung hätten sich alle sehr über die Gesten gefreut, berichten Petra und Klaus Friderich. Bürgermeister Ferdinand Burger (Wyhl) beispielsweise freut sich über die tolle Idee und die schöne Geste. Sasbachs Rathauschef Jürgen Scheiding betont dass es sich in Sasbach um eine gemeinsame Pflanzaktion mit den Erzieherinnen beider Kindergärten handeln wird. Aufgrund der Schließungen helfen diese nun, die Zwiebelblumen in den Boden zu bringen.
Einige haben die Pflanzen schon abgeholt, um öffentliche Plätze, Kreisverkehre oder sonstige Flächen zu bepflanzen. Wyhl hat bereits die etwa 900 kleinblumigen Narzissen eingepflanzt.

07 002Die beiden Gärtner vom Gemeindebauhof Wyhl, Albert Nübling und Peter Ganter, pflanzten zwei ein halb Tage an die 900 Blumenzwiebeln.

„Gerne schenken wir auch einige Narzissen, Muscari und andere Zwiebelblumen an Gastronomen, da diese auch arg gebeutelt sind, wir wissen aber nicht, wer Platz und Zeit zum Pflanzen hat“, so Klaus Friderich, der dieses Angebot unterbreitet hat. Als Gärtner pflanze man Blumenzwiebeln im Herbst, wie die schönen kleinblumigen Narzissen Tête à tête. Die Zwiebeln werden in der Regel in Holland gekauft, weil dort der Anbau und Handel eine jahrhundertealte Tradition hat. In unserem Fall sind das ca. 600.000 Blumenzwiebeln. „Wir sitzen derzeit noch auf der Hälfte der Menge, wegen der Ausgangsbeschränkungen ist der Verkauf an den Handel komplett zum Erliegen gekommen. Nach Ostern werden Zwiebelblumen auch in normalen Jahren nicht mehr gekauft“, so Klaus Friderich. Pro Topf rechnet Klaus Friderich mit einem Preis von 1,50 Euro bis zwei Euro. Da komme schon eine Summe zusammen. Aber das Schöne: die Zwiebeln werden auch im nächsten Jahr wieder blühen.

Text/Fotos: Heike Scheiding-Brode