Das Weinland Breisgau in Corona-Zeiten: Kopf in den Sand oder Steh-auf-Männchen?

Emmendingen, den 07. Mai 2020: Die Breisgauer Weinprinzessin Lisa Bader aus Lahr-Hugsweier und die Geschäftsführerin der Breisgauer Wein GmbH Isabella Vetter im Interview über aktuelle Themen im Breisgau.

Corona: Einschränkungen für eine Weinprinzessin. Wie erlebst Du das Lisa?

Lisa Bader: Privat wie jeder andere auch. Mundschutz tragen beim Einkauf von Brötchen, Online-Vorlesungen anstatt Präsenzunterricht im Studium, keine Handballspiele, kein Glas Wein mit Freunden. Als Weinprinzessin muss ich aktuell auf alle Termine verzichten, die nach und nach abgesagt wurden und kann meinem Amt leider nicht nachkommen.

Lisa Bader Frühling 002Lisa Bader

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich dein Jahr als Weinprinzessin verlängert. Was bedeutet das für Dich?

Lisa Bader: Ich freue mich riesig, dass durch die Verlängerung der Amtszeit bis August 2021 für mich die Chance besteht, noch mehr für die Winzer im Breisgau zu tun. Eine neue Weinprinzessin würde auch keinen Sinn machen, da sie viel weniger Termine als üblich hätte. Und dafür steht das Amt. Die Weine, Winzer und die Region zu vertreten und zu präsentieren.

Die Winzer haben mit einbrechenden Umsätzen durch die fehlende Gastronomie und den Rückgang an Verkäufen ab Hof zu kämpfen. Gibt es auch positive Entwicklungen?

Isabella Vetter: Es sind unglaublich schwere Zeiten für die Weinbetriebe. Existenzängste und Ungewissheit über die Entwicklung in den nächsten Monaten schwingt in vielen Gesprächen mit. Trotzdem weckt diese Krisensituation auch den Kampfgeist unserer Winzer. Nicht nur der Online-Verkauf wird angekurbelt, Kooperationen mit Metzgereien, Online-Weinpartys, Online-Weinproben, Schorle-Fenster oder Schorle-Mobil: viele neue Ideen wurden geboren. Und auch wenn der fehlende Umsatz so einfach nicht wieder aufgeholt werden kann, bin ich sicher, dass diese Aktionen Aufmerksamkeit auf die Betriebe lenkt, die ansonsten nicht entstanden wäre.

Weintourismus im Breisgau, gibt es hier Neues?

Isabella Vetter: Das Projekt ist im Dezember 2019 ausgelaufen und wurde für ein weiteres Jahr verlängert, in dem man die langfristige Ausrichtung klären möchte. Vieles hat sich bereits getan und die Kommunen und Winzer rücken immer mehr zusammen. Das Weinland Breisgau ist eine versteckte Perle, die gefunden werden will. Neugierige aus Nah und Fern sind eingeladen auf Entdeckungstour zu kommen. Auf dem Radweg oder auf den Wanderwegen. Regelmäßige Weinproben wurden organisiert und viele Weinguides ausgebildet. Nähere Informationen bei allen Tourist-Informationen oder auf der Website. Insgesamt findet viel mehr Kommunikation untereinander statt und erste Kontakte zur Gastronomie wurden auch geknüpft. Wir sind bereit nach der Corona mit voller Tatkraft weiter zu machen.

Lisa, was möchtest Du den Winzern mitgeben?

Lisa Bader: Zuerst möchte ich mich bei allen Winzerinnen und Winzern für ihre Arbeit und den Zusammenhalt bedanken. Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich mein Bestes tun werde um online und bald auch wieder offline unsere Heimat, das Weinland Breisgau zu vertreten. Bleibt gesund und verliert nicht den Mut.

Weitere Informationen unter www.weinlandbreisgau.de.

Text / Bild: Breisgauer Wein GmbH