Es ist angerichtet:Theaterfreude mit Freunden

Endingen. „50 Jahre sind eine lange Zeit, es ist eine Goldene Hochzeit“, begrüßte am Mittwochvormittag in goldfarbenem Outfit Annette Greve, Direktorin der DEUTSCHEN KAMMERSCHAUSPIELE bei herrlichem Sonnenschein vor dem Endinger Bürgerhaus.

45Zu den Gästen zählten auch Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz und ihre Schauspielkollegin und Freundin Cornelia Schmidt aus Kenzingen.
Das Theater DEUTSCHE KAMMERSCHAUSPIELE, deren Leitung Annette Greve inne hat, ging 1993 aus den von Georg A. Weth 1967 gegründeten „Badischen Kammerschauspielen“ hervor, die sich als Tourneetheater in Deutschland sowie im Ausland einen guten Ruf machten. Zusammen mit der Umfirmierung hat im Jahre 1993 die Schauspielerin, Regisseurin und Theaterwissenschaftlerin Annette Greve die Leitung des Theaters übernommen.

Der Verwaltungssitz ist seit dem Jahr 2000 in Endingen. Einige Touren führten das Theater nach Singapur, Japan, Moskau oder auch Schweden. Mehrere Produktionsgruppen zeichnen die DEUTSCHEN KAMMERSCHAUSPIELE aus: Theater aktuell, bei dem das Zeitgeschehen auf die Bühne gebracht wird, Themen wie Rechtsradikalismus oder Aids, aus aktuellem Moment hinaus inszeniert und kreiert. Im kommenden Jahr steht das Stück „Immer Ärger mit den Frauen“ um chronische Erkrankungen als Thema, heiter aufbereitet, im Spielplan. „Aktuell sind wir als Theater immer, es gibt nur ein hier und jetzt“, betont Greve 57und verweist darauf, dass das im Film anders sei, da könne man auch mal wiederholen. Die Darsteller kreierten ihr Handwerk und Talent für den einen Moment und dazu gebe es dann Reaktionen oder Emotionen seitens des Publikums. Zu den DEUTSCHEN KAMMERSCHAUSPIELEN zählen auch „DIA MUSICANA“, das Klassische Kindertheater und die „Bürgerbühne StadtErlebnisEndingen“. „DIA MUSICANA“ setzt Persönlichkeiten der Welt in den Kontext ihrer Zeit und macht sie damit für den Zuschauer lebendig. Bei der Bürgerbühne StadtErlebnisEndingen, die es seit 2005 gibt, wird die über 1250 Jahre währende Historie der Stadt Endingen gemeinsam mit Endinger Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Die Zuschauer erleben eine Zeitreise vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit mit Musik., Gesang, Tanz und Schauspiel. Die Stadt Endingen wird dabei zum Bühnenbild für dieses Theaterstück mit zehn verschiedenen Schauplätzen.

Jubiläumsprogramm

Zum Jubiläum soll natürlich auch entsprechend gefeiert werden:

40Das Jubiläumsfestival präsentiert zwischen dem 29. Oktober und 12. November 2017 ein vielfältiges, interessantes Programm unter dem Motto „Theaterfreude mit Freunden“. „Das Programm reicht von D nach D - von Dornröschen bis zur Dreigroschenoper“, drückte es Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz aus. „Hier in Endingen sind wir stolz so ein Theater zu haben und ihm eine Heimstatt zu geben, immerhin seit 17 Jahren“. Schwarz verwies auch auf das  StadtErlebnisEndingen "Sag, wem gehört die schöne Stadt?", das von Annette Greve geleitet, disponiert und organisiert würde.  „Ein Geburtstagsfest beim Theater kann ja nur ein bunter Strauß Kultur sein“, drückte Schwarz seine Freude über das Thema Kultur in Endingen aus – immerhin mit neun Veranstaltungen“. Als Opernfreund freue er sich auf „Pimpinone oder die Ungleiche Heirat“ mit Génération Baroque, die zum dann dritten Mal in Endingen gastieren.

Musicaldarstellerin Susanne Back eröffnet den Jubiläumsreigen am Sonntag, 29. Oktober um 17 Uhr mit drei weiteren Kolleginnen mit „Schöne Mannheims: Hormonyoga“. Auch an den Gründer der DEUTSCHEN KAMMERSCHAUSPIELE Georg A. Weth, der 2015 verstarb, gibt es mit „Die zwei Gesichter von Hermann Hesse“ eine Hommage.


Schauspielerin Cornelia Schmidt ist zusammen mit zwei weiteren Protagonisten in dem selbst konzipierten Kabarett um Glauben und Nichtglauben, Kirche und Nichtkirche "Geh aus mein Herz... und such die Leut!" zu hören und zu sehen.
Außerdem gehört sie schon seit 10 Jahren zum Ensemble des Theaters und wird auch in Dornröschen zu sehen sein. Hier spielt sie die Rolle der 13. Frau, die nicht eingeladen wurde, nur weil zu wenig Geschirr im Schrank war.

Zum Thema „Märchen“ und dem Stück „Dornröschen“ sagt Greve: „Wir zeigen den Kindern das Erbe unserer Weltkultur. Die Tradierung der Märchen, besonders derer der Brüder Grimm, sind uns eine Herzensangelegenheit“. Ihre Märchen seien Ratgeber und Vorbilder für verschiedene Lebenslagen.

Die verschiedenen Sonntagsvorstellungen beginnen, auch im Hinblick auf ältere Bürger, bereits um 17 Uhr. Kulinarisch bewirtet wird im Bürgerhaus vom StadtErlebnisEndingen in den Pausen.

Greves Dank galt der Stadt für die verschiedenen Orts-Möglichkeiten Theater zu spielen, egal ob Stadthalle oder Bürgerhaus.
www.deutsche-kammerschauspiele.de

Karten für die Vorstellungen gibt es auch in der Buchhandlung Vollherbst-Koch, oder unter www.reservix.de


Foto: Haben gut lachen, v.r. Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz, Annette Greve (Direktorin DEUTSCHE KAMMERSCHAUSPIELE und Schauspielerin Cornelia Schmidt.

Text/ Foto: Heike Scheiding-Brode