Die Reise zum Mond in 30 Minuten

Ein besonderes Erlebnis zur Stummfilmära ist am kommenden Samstag in der Klosterkirche unter dem Motto „30 Minuten Abendmusik“ zu erleben.

Mit einer überdimensionalen Leinwand verwandelt sich der Kirchenraum in einen Kinosaal, um zwei Klassiker aus Kinozeiten originalgetreu zu präsentieren. Eine Idee von Reiko Emura und Jörg Hartmann, die sich zum Ziel gesetzt haben, ihr Publikum mit auf eine Zeitreise zu nehmen, um einzutauchen in eine Welt, als bewegte Bilder laufen lernten und der Ton zweispurig von Sprechern und Musikern gestaltet wurde.

Foto Sabine Zoller Klosterkirche Bad HerrenalbFoto Sabine Zoller Klosterkirche Bad Herrenalb

Ausgewählt wurden zwei Filme, die bereits über 100 Jahre in den Archiven der einstigen Filmemacher schlummerten und sich mit dem Wunsch des Menschen beschäftigen, den Mond zu erobern. „Le Voyage dans la lune“ – Die Reise nach dem Mond – ist ein Science-Fiction-Film des französischen Filmpioniers Georges Méliès aus dem Jahr 1902 und berichtet über eine Kapsel, die Wissenschaftler mit einer gigantischen Kanone zum Mond katapultiert. Auch im zweiten Film steht der Mond im Mittelpunkt des Geschehens. Mit „Un matrimonio“ wird ein italienischer Stummfilm aus dem Jahr 1910 gezeigt, der ein Liebespaar aus Mars und Mutter Erde bei einer interplanetarischen Hochzeit auf dem Mond vereint.

„Stummfilm war nie stumm“, so der Tenor von Pianistin Reiko Emura. Die in Sendai, Japan geborene Musikerin kam nach einem Kompositionsstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Kunst in Tokyo nach Deutschland und studierte Liedgestaltung an der Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe. Gemeinsam mit Hochschuldozent und Stummfilmsprecher Jörg Hartmann aus Heidelberg ist daraus ein eingespieltes Team geworden. Um dem Publikum die Handlung des Films näher zu bringen, verleiht Hartmann den Charakteren auf der Leinwand seine Stimme und Reiko Emura improvisiert frei am Klavier, während ihre 13-jährige Tocher Momo Arima "Die Reise zum Mond" zudem mit der Geige und dem Schlagzeug begleitet.

Samstag, 22.08.2020, 17.00 Uhr
Klosterkirche Bad Herrenalb – Eintritt ist frei, Spenden erbeten