Den Schwarzwald Westweg von Pforzheim nach Basel kennt wohl jeder Wanderfreund in der Region.

Er zählt zu den großen Klassikern unter den deutschen Fernwanderwegen. Auf Ostweg und Mittelweg trifft man dagegen deutlich weniger Etappen-Wanderer.

Fast ausnahmslos alle sind hier im Sommer unterwegs. Doch für Günter Kromer aus Karlsruhe, dessen Fernwanderleidenschaft bereits 1986 auf dem Westweg erwachte, ist der Winter die schönste Zeit für diese Wege. Daher wanderte er nun im Rahmen seines D-Wanderer Projekts, für das er innerhalb von zwei Jahren 10.000 Kilometer auf Deutschlands schönsten Fernwanderwegen fotografiert, alle drei Wege noch einmal in der kalten Jahreszeit.

Mittelweg Günter Kromer fotografiert bei Sonnenuntergang nahe HöchenschwandMittelweg Günter Kromer fotografiert bei Sonnenuntergang nahe Höchenschwand

 „Natürlich sind die Etappen im Schnee anstrengender und oft auch sehr anspruchsvoll“, erzählt er. „Doch dafür bieten Winterwanderungen viel intensivere und unvergesslichere Erlebnisse als normale Sommerspaziergänge“.  Zu den besonderen Reizen solcher Touren zählt es, dass die Streckenverhältnisse im Winter häufig wechseln.

Ob man sich seinen Weg durch den Schnee selbst spuren muss, vom Sturm oder Holzfällern über den Weg gelegte Bäume das Vorankommen erschwere oder steinige Pfade wegen Eis zu spannenden Rutschpartien werden, bleibt unvorhersehbar. Beim Westweg musste Günter Kromer vor zwei Jahren zwischendurch wegen sehr tiefem Neuschnee von der Originalroute abweichen, am Mittelweg wanderte er dagegen in den letzten Weihnachtsferien fast komplett auf schneefreiem Untergrund.

Ostweg Schwenninger MoosOstweg Schwenninger Moos

Doch Günter Kromer schwärmt: „Im Winter begeistert mich nicht nur der Zauber der verschneiten Märchenlandschaft. Der Schwarzwald ist dann auch viel stiller als im Sommer. Man hört keine Motorräder, keine lauten Wandergruppen, nur den Wind und die eigenen Schritte auf dem Boden“.  Günter Kromer empfiehlt, bei langen Touren im Winter auf jeden Fall eine Stirnlampe mitzunehmen, denn es kann vorkommen, dass man bei schlechten Wegverhältnissen oder wegen einer Streckensperrung  wegen Forstarbeiten viel später als geplant das Ziel erreicht. Außerdem wandert er im Winter grundsätzlich immer mit Stöcken, da dies die Sicherheit auf vereistem Boden oder im Tiefschnee erhöht. Einige Streckenabschnitte sind im Winter wegen Gefahr durch Eis oder Lawinen gesperrt, auf anderen darf man Langlaufloipen nicht betreten. Eine gute Wanderkarte braucht man im Winter auf jeden Fall, um alternative Routen zu suchen.

Zu den schönsten Erlebnissen zählen für Günter Kromer die Tage, an denen er unter wolkenlosem, blauen Himmel wandert und hinab auf das Nebelmeer blickt, das die Täler bedeckt. „Solche Stunden sind für mich unbezahlbar“, schwärmt er.  Viele Wanderer können sich nicht vorstellen, in der kalten Jahreszeit tagelang draußen unterwegs zu sein. Doch im Winter kann man sich mit guter Bekleidung gegen die Witterung schützen. „Ich fühle mich mit einer warmen Jacke und Handschuhen an einem eisigen Tag viel wohler als bei schwülen 30 Grad im Sommer“, erzählt er. „Außerdem gibt es im Winter keine Gewitter und die Fernsicht ist meist viel klarer.“ Milliarden funkelnder Eiskristalle im gefrorenen Hochnebel, schneebedeckte Tannen, kristallklarer Blick zu den Alpen, Wunderwerke aus Eiszapfen an den Bächen und Wasserfällen, Wege, auf denen man selbst die ersten Fußspuren in den Schnee setzt - diese ganz besondern Wandererlebnisse sind der Lohn für alle Mühen. 

Ostweg bei SchömbergOstweg bei Schömberg

Auf seiner Homepage www.d-wanderer.de erzählt er mit jeweils 80-100 Fotos von diesen drei faszinierenden Winter-Abenteuern.  

https://d-wanderer.de/wanderungen.php?w=4013&Wanderung=Schwarzwald_Mittelweg

https://d-wanderer.de/wanderungen.php?w=1197&Wanderung=Schwarzwald_Ostweg_im_Winter

   https://d-wanderer.de/wanderungen.php?w=1&Wanderung=Schwarzwald_Westweg_im_Winter 

Bilder: Günter Kromer

Quelle: Günter Kromer