Das Tagebuch der Anne Frank steht im Mittelpunkt eines coolen Musik Videos

Wie es der Zufall so wollte, bekamen wir zum Start unserer wöchentlichen Redaktionssitzung wieder ein Musik-Video zugesendet.
„Geschichtsunterricht mal anders“, so der Titel. Nun wurden wir neugierig und trotz strengem Zeitplan schenkten wir diesem Video unsere ganze Aufmerksamkeit.

Was wir in diesem Video sahen, begeisterte und machte zugleich betroffen.

Die Botschaft ist unmissverständlich schwere Thematik, auf den ersten Blick sehr politisch. Dies führte in unserem Team zu einer Diskussion, da wir uns nach unseren Leitregeln des Magazins frei von jeglichen politischen Themen ausgesprochen haben.

Schnell waren wir uns einig, dass es in diesem Video eigentlich nicht um Politik ging, hier ging es vielmehr um eine Botschaft bezüglich Ängsten von Jugendlichen.

Wir wollten die Hintergründe und Menschen zu dieser Geschichte kennenlernen und nahmen Kontakt zu Marco- Sharif Khan auf, um uns zu einem Interview zu treffen.
Treffpunkt war das Jugend-Musik-Werk Baden. Dort lernten wir auch Mona Isenmann und Julia Müller die eigentlichen Hauptpersonen des Videos kennen.
Was bewegt zwei Mädchen im Alter von 15 und 19 Jahren, sich diesem schweren Thema anzunehmen?

Ist doch die heutige Gesellschaft der Meinung, dass unsere Jugend naiv in vernetzten Verhältnissen lebt und die digitalen Medien ein großer Teil ihrer Lebenswelt sind.

Nur hier wurden wir eines Besseren belehrt: die Medien werden dazu genutzt, eine Botschaft zu übermitteln. Dabei wird außerdem versucht, die Gesellschaft ein wenig wach zu rütteln.

Ein heikles Thema, aber aktueller denn je. Umso überraschender, dass diese in einem Song verarbeitete Thematik den Nerv der Jugend trifft.
Es ist beruhigend zu sehen, dass die Bereitschaft zum politischen Engagement wieder bei vielen Jugendlichen geweckt wird, sie sich am gesellschaftlichen Leben wieder aktiv beteiligen und Interesse zeigen. Offen über ihre Zukunftsängste sprechen und wie in diesem Fall rappen wie im Video „Es fängt wieder von vorne an“.

Hier bei Mona Isenmann und Julia Müller ist es schön zu sehen, dass sie spezifische Wertorientierungen, soziales Engagement, Kreativität und natürlich viel Mut mit einbringen sich diesem Thema anzunehmen.

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Sie wollen etwas verändern, wachrütteln, sich einsetzen für eine bessere friedvolle Welt. Mit Hilfe des Jugend-Musik-Werks Baden hatten sie die Unterstützung ihre Vision und Idee auch musikalisch umzusetzen. Die Idee, ein Video über das Thema Anne Frank zu drehen, kam wohl im Zuge eines Schulprojekts von Mona Isenmann auf. Warum eine langweilige Präsentation, sie verpackte alles in einem Rap. Innerhalb von drei Tagen hatte sie den kompletten Text dazu geschrieben.

Die Geschichte der Anne Frank hat sie so sehr berührt, dass sie ihre Gefühle und ihre Wut in diesem Songtext verarbeitete. In Julia Müller fand sie das perfekte und ergänzende Gegenstück, um diesem Video den passenden Cut zu geben.

Hautnah erleben wir hier das Tagebuch der Anne Frank aber mit aktuellen Botschaften.

P1150534Beeindruckend, wie Mona und Julia sich der Macht der Musik bedienen, sie ausspielen, neu interpretieren. Da ist keine Spur von Politikverdrossenheit und „Null Bock Generation“ zu erkennen.
„Wir wollen hiermit der Gesellschaft ein anderes Bild der Jugend aufzeigen, erklären, dass es auch anders gehen kann“.
„Chapeau - Hut ab“, für so viel Ideenreichtum, Engagement und Mut.

„Wenn jeder seinen Beitrag zu einer besseren, friedvollen Welt beiträgt, dann gibt es auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, so Julia Müller.

Wie sagte schon einst Richard Freiherr von Weizäcker: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.“

 Mehr Informationen zum Verein unter: https://www.jugendmusikwerkbaden.de/

Text: Daniela Hiebel