Bei allen Diskussionen um gesunde Lebensmittel und damit verbunden Genmanipulation, Massentierhaltung und vieles mehr, passen BIO-Produkte aus Eichstetten bestens an diese Stelle.

Regionale, frische Produkte – am besten in Bio-Qualität? Wo man diese am besten bekommt und ganz geballt, verrate ich Ihnen, denn ich war für Sie unterwegs und habe mich umgeschaut.

Fahren Sie ins Biodorf Eichstetten, kaufen Sie bei den Bio-Erzeugern ein und machen Sie einen Spaziergang durch die wunderbare Natur. Es lohnt sich allemal und es gibt viel zu entdecken. Viel Spaß dabei. 

Auf dem Land oder besser gesagt hier im badischen Ländle ist der Begriff “Bio” sicher nicht in seinem Stellenwert so hoch im Kurs wie üblicherweise in städtischen Regionen, in Ballungsgebieten oder Regionen, in denen es klimatisch nicht so begünstigt ist, wie hier bei uns. Wir als Verbraucher vertrauen den vielen Hofläden, den Erzeugern, der Gastronomie hier in Baden. Wir wissen, was gut ist, dass die vielen Gemüse- oder Obstsorten hier wachsen und sicherlich weder genmanipulierte noch ionisierend bestrahlt sind. Unser Kinder wissen noch, wo Äpfel wachsen, was Weinberge sind oder kennen freilaufende Hühner und sie wissen, dass es die „lila Kuh“ nicht gibt und schon gar nicht schokoladeproduzierend.

Als Bio-Lebensmittel werden Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft bezeichnet. Der Begriff ist in der EU selbstverständlich gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm angebaut.

Die globale Landwirtschaft braucht einen Paradigmenwechsel, der den Ressourceneinsatz minimiert und im Kreislauf führt. Überkonsum wie Unterernährung, Überbeanspruchung wie Verödung des Bodens gilt es gleichermaßen zu überwinden.

Vor diesem Hintergrund suchten die Initiatoren des Projektes 2000m2 nach einem verständlichen Symbol und nach einem Rahmen, im dem sich diese komplexe Materie bildhaft darstellen und in einfachen Geschichten erzählen lässt. Wie können abstrakte Themen wie Bodenerosion, Biodiversität, gesunde Welternährung, Klimaanpassung, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf vielen Menschen so fassbar werden, dass sie den eigenen Beitrag schätzen und gemeinsame Veränderungen einschätzen können, dabei Spaß haben und Mut bekommen zu eigenen Schritten?
Die Tatsache, dass 1,4 Milliarden Hektar Ackerfläche weltweit rund 7 Milliarden Menschen ernähren, bietet ein eingängiges Bild. Auf 2000m2, etwa einem Viertel Fußballfeld, muss alles wachsen, was ein Mensch an Ackerfrüchten verbraucht.
Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat dieses Feld zunächst gezeichnet und beschrieben. Auf einer Webseite, in Leporellos und Broschüren erklärt sie in verschiedenen Sprachen was es mit "meinen 2000m2" auf sich hat. Zusätzlich wurde tatsächlich ein "Kleiner Weltacker an der Havel" angelegt, der seit 2014 öffentlich bestellt wird. Zuerst spiegelte er wieder, was weltweit auf 1,4 Mrd. ha angebaut wird. Jetzt wird gezeigt, dass 2000m2 mehr als genug sind, um einen Menschen gut und gesund zu ernähren.

rathaus Ende 2015 erhielt die kleine Gemeinde Eichsteten eine besondere Auszeichnung, verbunden mit einem Preisgeld von 5.000€. 

Der Sonderpreis „BodenWertSchätzen“ ging an das „BioDorf Eichstetten“
im Finale im Wettbewerb von Rat für Nachhaltige Entwicklung und Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
19 „Leuchtturmprojekte“ waren von einer Fachjury aus den insgesamt knapp 160 Bewerbungen für das Finale in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt nominiert worden. Die
Hauptpreise in den fünf Kategorien wanderten nach Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Mit Sonderpreisen wurden weitere Projekte bedacht, unter ihnen das Dorf Eichstetten.
Den Sonderpreis für Eichstetten nahmen Bürgermeister Michael Bruder, Wilhelm Rinklin von Naturkost Rinklin und Christian Hiß Gründer und Vorstand der Regionalwert AG entgegen.


Hinter jedem Erfolg steckt eine Idee 

Die Idee des biologischen Landbaus wurde aus englischer Kriegsgefangenschaft mit nach Eichstetten gebracht, wurde erklärt.  In der Folge stellten sechs Landwirte aus Eichstetten auf den biologischen Landbau um. Im Laufe der Jahre gab es noch zahlreiche weitere Umstellungen, so dass die Gemeinde auf ihrer Gemarkung heute mit ca. 26 % anerkannt ökologisch bewirtschafteter Fläche – fast 5 mal so viel wie der Bundesdurchschnitt – vorweisen kann.
Das Hauptmotiv der frühen Umsteller war die Sorge um die Bodenfruchtbarkeit. Dementsprechend kann man heute sagen, dass ein erheblicher Teil des Bodens auf Eichstetter Gemarkung schon jahrzehntelang aufbauend bewirtschaftet wird.
Von Eichstetten gingen im Laufe der Jahre wesentliche Impulse für den ökologischen Landbau in Deutschland aus. So wurde die Gründung des Biolandverbands 1972 von Eichstetten stark mitinitiiert.
Eine weitere Zielgruppe der Eichstetter BioBauern sind die Konsumenten. Im Laufe von 60 Jahren gab es unendlich viele Veranstaltungen zur Aufklärung der Konsumentenschaft über die Besonderheiten des Ökologischen Landbaus in Bezug auf den Boden und seiner Fruchtbarkeit.

Und was lehrt uns nun die Tatsache, dass wir hier in Baden weitaus mehr Bio-Lebensmittel bekommen, wie beispielsweise in einer Großstadt? Wir sollten bewusster mit diesen Schätzen umgehen, sie kaufen und in unser tägliches Leben einbauen. Das fällt nicht schwer, denn nur am Beispiel Eichstettens gibt es unglaublich viel Potential und Ideenreichtum zum Thema “Bio” - aber lesen Sie selbst.

Produktauswahl

Den besten Biowein Baden-Württembergs findet man beispielsweise im ökologischen Weingut Schmidt. Ausgezeichnet wurde der Rotwein Maréchal Foch & Léon Millot in der Sonderkategorie „Pilzwiderstandsfähige Rebsorten”.
Und noch ein besonderes Unternehmen findet man in Eichstetten, RINKLIN NATURKOST. Rinklin gehört zu den Pionieren der Biobewegung – in vielerlei Hinsicht. Wilhelm Rinklin Senior stellte seinen Gemischtbetrieb bereits im Jahr 1955 auf ökologische Landwirtschaft um. Später gründete Rinklin Senior mit anderen Bauern den Bioland Verband. Sein Sohn Wilhelm Rinklin schlug als studierter Agrarwirt ebenfalls eine bäuerliche Laufbahn ein. Zur Vermarktung der eigenen Produkte schloss er sich 1975 mit anderen Betrieben der Region zu einer Erzeugergemeinschaft zusammen. Über die Erzeugergemeinschaft, die eng mit dem Bioland-Verband verknüpft war, wurden später auch Produkte anderer Ökobetriebe vermarktet.

rinklin markt außen Seit 1981 versorgt Wilhelm Rinklin als Einzelunternehmer Naturkostfachhändler in der Region mit Frischwaren und stetig erweitertem Trockensortiment.
Die Nachfrage nach biologisch erzeugten Waren ist seit der Gründung der Rinklin Naturkost GmbH stetig gewachsen. In den 80er Jahren kauften vor allem Angehörige einer abgegrenzten Öko-Bewegung Bio-Lebensmittel. Der Vertrieb erfolgte über kleine Strukturen, Garagengeschäfte und Einkaufsgemeinschaften. Inzwischen kaufen mehr als die Hälfte der Bevölkerung regelmäßig Teile ihres Lebensmittelbedarfs in Bio-Qualität. Auch die konventionellen Lebensmittelmärkte und selbst die Discounter handeln inzwischen mit Bio-Lebensmitteln. Die Rinklin Naturkost GmbH beliefert ausschließlich reine Naturkostläden.
rinklin produkteMit dem Jahr 2013 ist die Übergabe der Rinklin Naturkost GmbH an die folgende Generation eingeleitet. Die Firma bleibt in der Familie und wird jetzt neben Wilhelm Rinklin auch von den Söhnen Armin, Harald und Jochen geleitet. 
In der Gemeinde Eichstetten ist Rinklin übrigens der größte Arbeitgeber.

breitenwegerhofUnd weitere Bio-Spezialitäten findet der Verbraucher in Eichstetten beim Breitenwegerhof. Hier werden viele verschiedene Käsesorten und Joghurt aus der Milch der eigenen Kühe produziert. Ob Bergkäse jung oder mittelalt, das Winzerlaible oder den Blumengruß, Bibiliskäs mit Kümmel oder Schnittlauch. Die Käseherstellung erfolgt nach handwerklicher Tradition in kleinen Mengen. Die langjährige ökologische Bewirtschaftung der Wiesen und Futterflächen, sowie die schonende Verarbeitung der Milch ist die Grundlage für Qualität.

 

Damit aber lange nicht genug, wenn schon Bio, dann richtig.

Die Biohöfe Frischekiste ist ein weiterer Partnerbetrieb der Regionalwert AG. Als unternehmerisch eigenständiger Lieferservice übernimmt sie für die anderen Partner die Belieferung von Haushalten und Büros in der Region.
Das Gemüse für die Biohöfe-Frischekiste kommt zum großen Teil von der Gärtnerei Querbeet in Eichstetten. Gerd Feldmann, Jannis Zentler und ihre Mitarbeiter bauen auf ca. 12 ha Freiland und 2500 qm Glasfläche eine Vielzahl von Gemüsearten und Gemüsesorten an. Eine Besonderheit des Betriebs ist die überwiegende Verwendung von samenfesten Sorten, d.h. Nicht-Hybriden. Das hat Tradition, denn schon der Betriebsgründer Christian Hiß hat bereits Anfang der 90er Jahre begonnen, eigene Sorten zu züchten und eigenes Saatgut zu produzieren. So entstanden Gemüsesorten, die sich durch besonderen Geschmack auszeichnen.
Die Gärtnerei kann seinen Düngerbedarf für die Gemüsekulturen durch die enge Kooperation mit dem Breitenwegerhof über gereiften Kompost fast vollständig selbst beschaffen. So wachsen Karotten, Rote Bete, Fenchel, Salate, Kräuter und alles was Sie in Ihrer Biohöfe-Frischekiste vorfinden auf sorgfältig biologisch-dynamisch gepflegtem Boden.
Der Betrieb ist Teil des Netzwerkes und im Eigentum der Regionalwert AG, er zählt zu den beiden Ursprungsbetrieben dieser neuen Organisationsform der regionalen Bio-Landwirtschaft. Die Flächen werden teilweise bereits seit 60 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet, da er aus dem ursprünglichen Demeterhof der Familie Hiß in Eichstetten hervorging.

60 Jahre Bioanbau

Eichstetten ist durch seine starke landwirtschaftliche Ausrichtung geprägt: mit ca. 100 ha ist es auch eine der großen Bio-Anbaugemeinden Baden-Württembergs. Auf dieser Fläche werden Wein, Gemüse und Obst nach verschiedenen Methoden der ökologischen Landwirtschaft angebaut. Unter dem Motto „Genießen beim Erzeuger“ können die Produkte direkt auf den Erzeuger-Betrieben in Hofläden gekauft werden.
In der Gemeinde bauen 11 Weinbaubetriebe auf nahezu 400 ha Wein an.
 

Regionalwert AG

Der Breitenweger Hof ist beispielsweise ein Partnerbetrieb der Regionalwert AG Bürgeraktiengesellschaft in der Region Freiburg.
Das bedeutet, der Hof ist im Eigentum von ca. 520 Anteilseignern. Die Regionalwert AG wurde 2006 gegründet und verfolgt das Ziel, Betriebe der regionalen ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu finanzieren. Vor allem für Landwirte, die selbst keinen landwirtschaftlichen Hof geerbt haben, schafft die Regionalwert AG die Chance auf unternehmerische Selbständigkeit. Der Betrieb wird als KG von den Betriebsleitern geführt, die Regionalwert AG ist Gesellschafterin.
Aber nicht nur Betriebe der Produktion werden finanziert, auch an Betrieben der Verarbeitung und des Handels ist die Regionalwert AG finanziell beteiligt. So bildet die Regionalwert AG die ganze Wertschöpfungskette vom Acker bis auf den Teller ab.
Jeder Betrieb arbeitet unternehmerisch selbständig im Verbund mit anderen für den ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwert der Region.
Info: Christian Hiß, Gründer und Vorstand der Regionalwert AG Freiburg,
www.regionalwert-ag.de

Michael BruderInterview Bürgermeister Michael Bruder  / Foto: privat

 „Wie fühlt es sich für dich als Bürgermeister an, in einem Biodorf zu leben und zu arbeiten?“

Bruder: „ Das fühlt sich natürlich sehr gut an, was aber nicht nur am Biodorf an sich liegt, sondern an Eichstetten, denn hier fühle ich mich wohl. Bio ist eine neue Diskussion mit den Biolandwirten und seither liegt Eichstetten tiefer in diesem Thema und dem Gedanken, der sich dahinter verbirgt. Heute ist der Umweltschutz ein großes Thema, das war vor 60 Jahren so noch nicht der Fall. Damals war die Bodenfruchtbarkeit das Ansinnen, nicht der Umweltschutz. Ein gutes Bodenleben mit entsprechendem Fruchtwechsel für gesunde Lebensmittel ohne Kunstdünger und Spritzmittel. Wir haben hier keine spleenigen Landwirte, sondern diese haben gesehen, wie es früher funktioniert hat“.

 

 „Spielt Bio in deinem Leben und auf deinem Speiseplan eine wichtige, zentrale Rolle?“

Bruder: „Ja natürlich und unser Vorteil in Eichstetten ist sicherlich der Biosupermarkt im Dorf. Meine Ehefrau Simone kauft da gerne ein. Auch der Käse vom Breitewegerhof spielt bei uns daheim eine Rolle“.

 

„Wie stolz kann Eichstetten auf diesen Titel verbunden mit dem Sonderpreis im bundesweiten Wettbewerb sein?“

Bruder: „ Das ist schon eine Besonderheit mit Bedeutung und Wertschätzung in Bezug auf die Landwirte, die sich oft schon in der 3. Generation dem Thema widmen. Die biologische Landwirtschaft zeigt den Stellenwert für biologischen Landbau in Eichstetten. Wir haben hier eine kleinparzellige Landwirtschaft mit Weinbau, Gemüse und Stauden. Des Weiteren die tolle Vielfalt mit dem Großlieferanten Rinklin, sowie Honig, Käse, Gemüse, Obst und Weinbau in etwa 20 Landwirte oder Betriebe, die sich hier den biologischen Landbau auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dazu liegt übrigens auch ein Flyer aus, „60 Jahre Bioanbau“.“

 

„Wie unterstützt die Gemeinde die Bio-Akteure?“
Bruder: „ Wir haben hier in Eichstetten das Jahr 2015 unter das Motto „BIO“ gestellt, dazu gab es auch einen Vortrag auf der Hochburg.  Die Gemeinde hat einen Flyer erstellt, der unsere Biolandwirtschaft präsentiert und wir haben dann noch unsere Pachtverträge mit dem Fokus kein gentechnisch behandeltes oder verändertes Saatgut, sonst erfolgt die Kündigung. Bei uns wird etwa zu 25 % biologisch und zu 75 % konventionell angebaut.“

 

Anzumerken ist hierzu, dass in Eichstetten das Gemüsefest am 4. September 2016 rund um den Bahnhof gefeiert wird – ein Termin, den man sich vormerken sollte.

 

 

harald rinklinInterview mit Harald Rinklin 

„Wie leben Sie persönlich den Bio-Gedanken?“
Harald Rinklin: „Ich habe das Glück, dass ich in einer "Biofamilie" aufgewachsen bin und von klein auf beobachten konnte, wie andere sich auf ihre individuelle Weise für ökologische Landwirtschaft und nachhaltigem Umgang mit unserer Schöpfung eingesetzt haben. Nach wir vor faszinieren mich Menschen, die sich mit viel Herzblut politisch, gesellschaftlich - oder auch ganz privat für die wichtigen Themen engagieren. Da gibt es viele Themen, die für mich unter die Kategorie "Bio-Gedanke" fallen. Wir als Familienunternehmen sehen immer wieder die Möglichkeit, hier einen Teil dazu beizutragen. Sei es durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Erzeugern, Herstellern und Kunden oder durch die Unterstützung wichtiger Projekte beispielsweise bei Saatgut und tierethischen Fragen“.  

„Gibt es bei Ihrem im Speiseplan nur „Bio“ oder auch mal etwas anderes?“
Harald Rinklin: „ Wir sind absolute Fans von biologischen Lebensmitteln, zuhause kochen wir gerne, was an regionalem und saisonalem in unserem Sortiment zu haben ist. Außer Haus, in der Gastronomie oder auf Reisen, genießen wir es auch einmal, andere Produkte, Gerichte und Essgewohnheiten kennen zu lernen“.

RIB: „Was bedeutet für Sie die Auszeichnung Eichstettens zum Biodorf?“
Harald Rinklin: „Wir haben im Ort viele Familien, teilweise ja schon in der dritten Generation, die sich über die Region hinaus auf die vielfältigste Art und Weise für die Entwicklung des Ökologischen Landbaus einsetzen. Ich kenne viele der Projekte und Ziele, für die meine Kolleginnen und Kollegen täglich hart und engagiert arbeiten und da freut es mich natürlich, wenn im Rahmen der Auszeichnung darüber berichtet wird“.

„Rinklin baut wieder – wie hat sich der Markt entwickelt, wie wird er von der Region angenommen?“
Harald Rinklin: „Erfreulicherweise sind biologische Lebensmittel weiter auf dem Vormarsch, was auch uns in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum ermöglicht hat. Der Fachhandel leistet hier einen wichtigen Beitrag. Dank der guten Arbeit in den Fachgeschäften im Südwesten konnten in den vergangenen Jahren immer mehr Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. Mit unserer baulichen Erweiterung mit sehr umweltfreundlicher Kühltechnik werden wir die gute Infrastruktur in der Logistik weiter verbessern“.

„Welches ist Ihr persönliches Bio-Produkt, ohne das es im „Leben“ nicht geht?“
Harald Rinklin: „Oh, das ist schwer. Ich liebe die Abwechslung, freue mich über die saisonalen Besonderheiten, probiere mich leidenschaftlich gerne durch die Sortimente... Zu meinen Lieblingsprodukten zählen die Vorzugsmilch vom Schwalbenhof in Bräunlingen, der Comé "Marcel Petite" aus dem französischen Jura, das Holzofenbrot vom Landhof Rothaus, der Grauburgunder vom Weingut Rinklin...“

 

Und dann gibt es auch noch die badische Nudelmanufaktur – direkt in Eichstetten

theo hofmann Ja, ich habe diese Nudeln probiert, die Bandnudel und ja, ich habe den Unterschied geschmeckt. Ganz deutlich schmecken diese Bio-Nudeln anders und warum das so ist – ganz einfach, das liegt am hohen Anteil an Bioeiern. Wer es nicht glaubt, sollte selbst einmal diesen Versuch starten. 30 %hoch ist der Ei-Anteil, dafür wird man mit ausgezeichneter Qualität belohnt und man kann die Nudeln auch wunderbar, sollte man nicht alle gegessen haben, wieder anbraten, aufwärmen, essen und genießen.
Bei meinem Besuch in der Badischen Nudelmanufaktur in der Hauptstraße 140 in  Eichstetten, treffe ich auf Theo Hoffmann.  Seit September 2014 produziert er Spaghetti, Bandnudeln, Spinatnudeln – insgesamt neun Bio-Sorten mit ausgewählten Zutaten.
nudeln
Die Bioeier liefern seine Tochter vom Breitenwegerhof, oder Rinklin Naturkost, aber auch die Domäne Hochburg in Emmendingen, der Bio-Dinkelgries kommt aus dem Elsass. Das Produkt an sich sei sehr aufwändig hergestellt, bedingt durch einen langsamen Trocknungsprozess.
20 Std Trocknung Vom Feldberg kommt das Ehepaar Anette und Theo Hoffmann, bereits in Rente wollen sie noch etwas „reißen“. Sie sahen die Bionudel als Chance und das hat funktioniert. „Ein Spitzenprodukt aus der Region“, das ist unser Ziel, dabei ein „leckeres und ansprechendes Produkt herstellen“. Selbstverständlich sind diese Nudeln zertifiziert, das wird auch immer wieder überprüft. In 300 Gramm oder 500 Gramm Beuteln sind die Leckereien erhältlich, vorwiegend  in Biogeschäften.
Unter www.badische-nudelmanufaktur.de kann man nachlesen, wo diese besonderen regionalen Nudeln zum Kauf angeboten werden.

 

Also auf nach Eichstetten und mal so ganz „Bio“ shoppen – Sie werden sehen, das macht unheimlich viel Spaß und ist einfach gesund.

Text/Fotos: Heike Scheiding-Brode