„Laufen um zu helfen, das ist meine Berufung“, betont Helmut Haberkost im Gespräch mit Heike Scheiding-Brode vom RIB-Magazin.

Sehr aufmerksam seiner Umwelt gegenüber und hoch konzentriert im Interview sitzt der Läufer mit Herz, der Herzensläufer mir gegenüber.

  Ihm ist es ein Anliegen, Spenden zu sammeln um Menschen zu helfen. Schon immer gab er gerne, erinnert sich Haberkost zurück, galt der knapp 50-Jährige in den Jahren 2009 bis 2016 als „Postbote mit Herz“. Postbote ist er heute nicht mehr, Helmut Haberkost hat seine Berufung gefunden als Herzensläufer, der an seine Grenzen geht, einen großen Bekanntheitsgrad anstrebt um Spenden für Kranke zu sammeln.

Sechs Jahre war seine Frau Erika krank, schließlich starb sie am 8. Juni 2010 an Brustkrebs und hinterließ eine große Lücke. Viele kennen sicher den Schmerz bei Verlust, die Bewältigung dessen kann auf vielen Wegen erfolgen, bei Helmut Haberkost war der Schmerz allerdings ein Ansporn. „Wille und Stärke mit Herz“ so sein Motto. 2011 hat er für sich das Laufen entdeckt, Im März 2012 lief er seinen ersten Halbmarathon am Rhein, ein halbes Jahr später war er bereits als Spendenläufer unterwegs. „Für  mich war das Laufen keine bewusste Trauerbewältigung“, sagt er. Deutlich wird, dass  Haberkost seinen eigenen Weg geht, seine eigene Wahrheit verfolgt und durch  Einblicke in feinstoffliche Ebenen – die man rationell nicht erklären kann – einen  Teilfrieden gefunden hat. Er sei felsenfest davon überzeugt, dass nichts zufällig  passiere. 

Bilder Helmut In der Traurigkeit die eigene Motivation finden, aus Schmerz einen starken Antrieb und Freude herstellen und Herzensläufer werden – so der Weg. Er wollte schon immer etwas bewegen, helfen, sich sozial engagieren und er habe stets gespürt, dass er nicht immer Postbote bleiben wird, dass da noch etwas anderes kommt.

Mit aller Kraft gegen den Krebs - Krebs geht uns alle an und nicht nur am Weltkrebstag

Es gibt viele Gedenktage im Jahreskreislauf, bekannte, gut vermarktete, weniger bekannte und auch viele, an die man nicht denkt. Am 4. Februar steht der Weltkrebstag im Kalender. Dieser hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und wurde vor 11 Jahren von der Union internationale contre le cancer, der Weltgesundheitsorganisation und anderen Organisationen ins Leben gerufen. In diesem Jahr nun lautet das weltweite Motto „Wir können – Ich kann...“ – was dafür steht, dass Menschen durch einen gesunden Lebensstil dazu beitragen können, vielen Krebsarten tatsächlich vorzubeugen. Weiterlesen…

Auf die Frage, die sich sicher viele stellen, ob er mit dem Laufen vor irgendetwas, vor der Trauer, dem Tod seiner Frau, weggelaufen sei, verneint er. „Man kann auch zu etwas  hinlaufen, auf etwas zusteuern, sich auf den Weg machen und schauen wohin dieser  führt“. Die Denkansätze Haberkosts sind augenscheinlich andere Wege, die eine Möglichkeit eröffnen, über die sicher viele Menschen nicht sofort nachdenken, die nicht  so offensichtlich nahe liegen. Immer wieder verweist der Herzensläufer auf das „ich  hab’s geschafft, Ihr könnt das auch schaffen – Wille und Stärke mit Herz“. Ja, er hatte  Selbstmordgedanken, wollte so nicht mehr weiter leben – aber aus diesem Tief hat er  sich selbst befreit, heute spricht er offen über den Tod seiner Frau, dieser ist präsent,  aber nicht mehr  lähmend.

 Inzwischen liegt auch schon der härteste Ultra-Marathon der Welt, in Yukon/ Kanada, hinter ihm. Hier startete er im Februar 2015 und lief 100 Meilen bei bis zu minus 50 Grad, um Spenden zu sammeln. Am Sonntag, 25. Juni 2017 findet mit Hilfe der „Baden-Badener Sportstiftung Kurt Henn“ sowie dem „Round Table Baden-Baden“ erstmalig sein initiiertes Benefiz-Event der Familientag „Herzensläufer bewegt Generationen“ in Baden-Baden statt. Dabei sei es ihm ein Anliegen, auch andere Menschen in Bewegung zu bringen. Und Helmut Haberkost tüftelt aktuell auch an seinem Markenaufbau „Herzensläufer“, eine Vereinsgründung ist bereits erfolgt. „Ich möchte als Herzensläufer leben, Gelder generieren, Impulsvorträge geben“. Haberkost setzt sich dabei zum Ziel, zu zeigen, wie man eigene Ziele erreichen kann.  Achtsam und aufmerksam mit der Gesundheit umzugehen, den Menschen bewusst machen, wie man gesünder leben kann. „Der Körper ist Sprache deiner Seele. Meine Vision ist es, durch Abenteuerläufe und Events, Menschen nachhaltig zu helfen. Kinder stehen bei Herzensläufer e.V. ganz besonders im Fokus, denn Kinder sind unsere Zukunft“.
„Wir sind doch alle auf der Suche nach irgendetwas und ich sehe mich als Impulsgeber, der Menschen berührt, inspiriert, bewegt für ein glückliches Sein“, so Haberkost. In jedem Menschen schlummern Erinnerungen, Wünsche und da brauche es manchmal nur einen Impuls, einen Anstoß, um den Weg zur Berufung im Leben zu finden. „Wenn ich über meine Grenzen gehe, begegne ich mir selbst“ und auch das möchte er vermitteln, „denn Energie folgt der Aufmerksamkeit“.

Bild HelmutBis zu dreimal wöchentlich trainiert er für seinen Herzensläufe und er weiß heute, dass ihm das Laufen enorm über den Schmerz geholfen hat, „aber die Vision – Laufen um zu helfen - hat mir letztendlich die Kraft gegeben“.
Am 21. Mai wird er 50 Jahr alt, als Ultra-Läufer bezeichnet er sich nicht, aber er läuft los und findet auf dem Weg Antworten. Ganz seiner Natur entsprechend, gibt er dem Markenaufbau des „Herzensläufers“ Zeit. Es muss stimmig sein und etwas bewirken. So wie letztendlich bei Helmut Haberkost selbst. Ihm gelang es aus seiner Krise heraus zu finden, jetzt möchte er anderen helfen – auf vielen verschiedenen Arten, aber stets mit Herz. „Helft mir zu helfen“ seine Bitte.

http://herzenslaeufer.de
Text: Heike Scheiding-Brode