Region im Blick im Gespräch mit Lara Felicitas Deus aus Rastatt

Eine der Top 5 Bewerberinnen zur Miss Germany Wahl aus Baden-Württemberg die es in die nächste Runde geschafft hat.

Einmal Miss – Germany sein, dass ist für viele ein großer Kindheitstraum. Viele haben das Bild einer hübschen Prinzessin mit Schärpe, Krönchen und strahlendem Lächeln im Kopf, wenn sie an eine Miss-Germany-Wahl denken, die unter anderem vom Cover eines Mode – Magazins lächelt, ein Auto gewinnt und Werbung für Schönheits-produkte und Mode macht. Zumindest wurde uns in der Vergangenheit, genauso ein Bild vermittelt.

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Doch es hat sich einiges verändert, die klassische Misswahl wurde der gesellschaftlichen Entwicklung angepasst und findet mit neuem Konzept statt. Mittlerweile ist es kein Problem verheiratet oder Mutter zu sein, verwunderlich das diese zeitgemäßen Neuerrungen erst jetzt eingeführt worden sind, ebenso wie die Altersobergrenze. Sie wurde auf 39 Jahre angehoben. Bei Deutschlands bekanntesten Schönheitswettbewerb fand ein schon längst notwendiger Wandel statt. Seit Jahrzehnten zählten bei Miss Wahlen vor allem die Körpermaße und das Aussehen. Im Focus liegen die persönliche Geschichte ,Ausstrahlung, Charisma und innere Werte der Kandidatinnen. Was eigentlich schon lange in unserer Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, findet hier als Imagewechsel statt.

Frauen sind mehr als einfach nur schön. Nur was ist es das Frauen immer noch dazu bewegt bei Miss Wahlen zu kandidieren? Ist es ein Kindheitstraum einmal Prinzessin oder die Schönste zu sein? Die Welt der Schönheits-königinnen ist eine Projektionsfläche für Märchen – und Mädchenträume. Man sagt, Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist aber doch auch, dass unsere Gesellschaft letztendlich unser Schönheitsideal prägt. Mal ehrlich; wie oft hat man sich selbst schon unter Druck gesetzt und sich durch Schönheitsideale in den sozialen Medien nach Perfektion und Schönheit beeinflussen lassen. Geht es nicht vor allem darum ,sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und mit sich selbst in Einklang zu sein? Keinem Idealbild zu entsprechen!

AirBrush 20200419153707 8Lara Falicitas Deus

Im Einklang mit sich selbst scheint auch Lara Felicitas Deus zu sein.
Sie ist eine der Top 5 aus Baden – Württemberg und sie stellt sich dem Wettbewerb um die schönste Frau Deutschlands. Sie ist eine Frau von heute ,für die Haltung, Selbstbestimmung und Sinn für das eigene Aussehen keinerlei Wiederspruch sind. Ihrer Meinung nach kommt wahre Schönheit vor allem durch die eigene Individualität zum Strahlen und genau diese Einzigartigkeit sollten wir Frauen an uns selbst wertschätzen. Frauen können mit ihrer Haltung die Welt positiv beeinflussen und anderen Frauen dabei Mut machen, sich so zu akzeptieren wie man nun mal ist und immer zu sich selbst zu stehen. Denn wie bei so vielen Dingen ist es das Innere und nicht das Äußere, was zählt.

Region im Blick wollte mehr über das Frauenbild unserer Gesellschaft, den Wandel bei den Miss Germany Wahlen und Kindheitsträume wissen und Lara Felicitas Deus aus Rastatt stellte sich den Fragen im Interview.

Wie empfinden Sie diese Entwicklung? Zeigt sich hier ein gesellschaftlicher Wandel? War dieser Wandel wichtig?

AirBrush 20201022161007Lara Felicitas Deus: Ich empfinde diese Entwicklung als sehr positiv und fortschrittlich. Ich denke, dass wir Frauen nicht nur auf unser Äußeres reduziert werden wollen, wie es bei der klassischen Miss-Wahl bisher meistens der Fall war. Die Miss Germany Corporation ist sich diesem gesellschaftlichem Wandel der Frauen bewusst und bietet uns nun eine ganz neue Möglichkeit und Plattform, unsere Botschaft nach außen zu tragen, weg vom reinen Schönheitswettbewerb. Und ja, ich denke dieser Wandel war wichtig, da viele Frauen einen klassischen Schönheitswettbewerb wohl nicht mehr als zeitgemäß empfinden. Durch die Möglichkeit, sich nun so präsentieren zu dürfen, wie man ist, authentisch und unabhängig von einer bestimmten Kleidergröße, wird die Miss-Germany-Wahl für viele Frauen interessant. Es gilt nicht mehr die 90-60-90-Regel, stattdessen zählen Individualität und Authentizität. Auch darf man mittlerweile verheiratet sein, Kinder haben und die Altersgrenze wurde auf 39 angehoben. Früher lag sie bei 29, ledig zu sein war ein Muss.

Was hat sie bewogen, sie bei dieser Miss-Wahl zu bewerben? War das schon immer ein Kindheitstraum? Warum wollen Sie Miss-Germany werden?

Lara Felicitas Deus: Ich habe letztes Jahr mal an einer Miss-Wahl teilgenommen, die noch „traditionell“ ablief. Dadurch habe ich mitbekommen, dass sich das Konzept der Miss-Germany-Wahl bald ändert, und ich habe das ganze weiterverfolgt. Nachdem das neue Konzept dann vorgestellt worden war, habe ich beschlossen, mich zu bewerben. Ich war begeistert von dem Wandel und davon, dass die Frauen nun die Möglichkeit haben, über Dinge zu sprechen, die sie bewegen oder ihnen wichtig sind. Auch die Tatsache, dass sich alle Frauen bewerben können, egal wie groß, welche Haarlänge, welche Konfektionsgröße, hat mich sehr angesprochen. Ein Kindheitstraum war es eigentlich nicht – im Gegenteil, ich war früher eher unsicher im Bezug auf mich selbst. Bei einer Miss-Wahl teilzunehmen hätte ich mir damals sicher nicht zugetraut!  Auch die Teilnahme letztes Jahr an der Miss-Schwarzwald-Wahl war eher ein Experiment und ein spontaner Entschluss. Für das Treppchen hatte es leider nicht gereicht, doch mir wurde gesagt, dass ich doch einfach dranbleiben und es nochmal versuchen solle. Meiner Meinung nach ist Miss Germany zu sein eine große Chance, seine Botschaft in die Welt zu tragen, gerade jetzt, wo das neue Konzept ins Leben gerufen wurde. Diese Chance möchte ich gerne nutzen. Und natürlich ist es allgemein eine Ehre, als Miss Germany die eigene Heimat zu repräsentieren.

Was machen Sie beruflich?

Lara Felicitas Deus: Ich bin gelernte Friseurin und Stylistin und jetzt seit über vier Jahren als Flugbegleiterin in der ganzen Welt unterwegs.

Wie sind die Reaktionen im Familien- und Freundeskreis dazu?

Lara Felicitas Deus: Tatsächlich waren die Reaktionen über meine Teilnahme durchweg positiv. Alle haben sich mit mir gefreut, dass ich es soweit geschafft habe, und unterstützen mich auf dem weiteren Weg. Auch über die sozialen Kanäle habe ich viel Zuspruch erhalten. Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil ich gar nicht mit so viel Unterstützung gerechnet habe!

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Wahl zur Miss-Germany und was erhoffen Sie sich dadurch?

20201021 195549Natürlich ist das alles eine sehr spannende Zeit für mich. Man rechnet ja auch erstmal nicht damit, es überhaupt so weit zu schaffen. Daher versuche ich mich einfach über alles zu freuen, dass ich bei meiner Miss-Germany-Reise erleben darf. Egal ob es für mich noch weiter geht oder nicht- ich habe in jedem Fall gewonnen! Wann hat man schonmal ein Interview mit der Cosmopolitan oder ein Shooting für Tamaris? Natürlich würde ich mich unglaublich darüber freuen und hoffe, als Miss Baden-Württemberg am großen Finale teilzunehmen – ich gönne es aber auch allen anderen Teilnehmerinnen, und versuche daher, das Ganze nicht zu eng zu sehen.

Was sagen ihrer Meinung nach Miss-Wahlen über unser Frauenbild und unsere Gesellschaft aus?

Lara Felicitas Deus: Frauen sind so emanzipiert und selbstständig wie nie zuvor, und es ist jeder selbst überlassen, ob sie sich gerne auf einer Miss-Wahl präsentiert. Ich denke, das tut dem Bild der eigenständigen Frau keinen Abbruch, im Gegenteil, es ist eine eigenständige und mutige Entscheidung. Dennoch neigt die Gesellschaft vielleicht dazu, die Teilnehmerinnen weiterhin nur auf ihre Äußerlichkeiten zu reduzieren. Durch das neue Konzept werden wir Frauen jedoch besser in unserer Eigenständigkeit unterstützt und es spiegelt außerdem das heutige Bild der selbstbewussten, authentischen Frau. Hier zeigt sich eben auch eindeutig der Wandel des Frauenbilds innerhalb der Gesellschaft.

Sie haben es unter die Top 5 in Baden-Württemberg geschafft. Wie bereiten Sie sich auf die Miss-Wahl vor? Welche Wettbewerbe liegen hinter Ihnen und welche Hürden liegen noch vor Ihnen zur Wahl der Miss-Germany 2021?

Lara Felicitas Deus: Eine klassische Miss-Wahl gibt es für die Top5 nicht; anhand von unterschiedlichen Bildmaterialien, Videos, von uns verfassten Texten und Statements wird nun von der Jury entschieden, wer es in die Top2 schafft. Ein großer, erster Schritt war sicher die Online-Bewerbung, mit der alles begonnen hat. Man muss eine aussagekräftige Bewerbung schreiben, Bilder und Videos aufnehmen, die einen selbst möglichst gut beschreiben. Diese Bewerbung ersetzt die bisherigen Städtewahlen. Anhand dieser Bewerbung wurden dann 10 Frauen pro Bundesland nach Hamburg eingeladen (insgesamt waren es 15000 Bewerbungen). Dort hatten wir mehrere Shootings, unter anderem für die diesjährigen Partner von Miss Germany, C&A und Tamaris, ein Interview mit der Cosmopolitan und es wurde geschaut, wer und wie wir persönlich sind. Danach startete das Online-Voting, jede Woche war ein anderes Bundesland an der Reihe. Hier konnte jeder, der wollte, für seine Favoritin abstimmen. Die 3 Frauen mit der höchsten Durchschnittspunktzahl kamen eine Runde weiter, außerdem wurden 2 weitere von der Jury in die nächste Runde gewählt, die nicht genug Punkte sammeln konnten. Hieraus hat sich dann die Top5 ergeben. Dieser Weg liegt jetzt schon hinter mir, nun steht eben die Entscheidung der Jury an, wer es in die Top 2 schafft. Diese Top2 jedes Bundeslandes kommen dann im November in Detmold nochmal zusammen für weitere Interviews und erste Pressebilder. Erst danach wird entschieden, wer die jeweilige Miss-Bundesland wird und am großen Finale im Europa-Park teilnehmen darf.

Die Wahl zur Miss-Germany hat sich einem Wandel unterzogen und ist kein reiner Schönheitswettbewerb mehr. Dieser Wettbewerb bietet Frauen eine Plattform um eine Botschaft zu vermitteln. Welche Botschaft möchten Sie vermitteln und wofür stehen Sie mit ihrer Person?

Lara Felicitas Deus:Ich möchte Frauen darin ermutigen, ihrem Herzen zu folgen und das zu tun im Leben, was sie lieben. Das klingt erstmal ein bisschen abgedroschen, spielt für mich aber eine sehr wichtige Rolle. Ich selbst habe einen eher unkonventionellen Werdegang gehabt: Nach meinem Abitur habe ich mich für eine Friseurlehre entschieden. Dafür musste ich einige Kritik einstecken. Friseur mit Abitur? Warum denn das? Wenn ich dann erklärt habe, dass ich Spaß an dem Beruf habe, weil ich kreativ und mit Menschen zusammenarbeiten kann, bin ich oft auf Unverständnis gestoßen. Mit Abitur muss man doch studieren?!
Auch meine Entscheidung, Flugbegleiterin zu werden, wurde nicht von allen gutgeheißen. Trotzdem habe ich mein Ding durchgezogen und bin heute sehr glücklich mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe. Für mich waren es definitiv die richtigen! Deswegen möchte ich andere dazu ermutigen, auch mal unangepasst zu sein, und sich nicht zuerst an der Meinung anderer zu orientieren. Wenn du etwas tun willst, dann tu es! Meistens ist das der persönliche Weg zum Glück. Außerdem finde ich, dass wir alle unsere Einzigartigkeit und Individualität mehr schätzen sollten, auch wenn wir nicht den vorgegebenen Schönheitsidealen entsprechen, die wir täglich in der Werbung oder auf Instagram sehen; jeder hat irgendwo eine Falte oder Delle, aber statt sich darüber aufzuregen, sollten wir dem eigenen Körper lieber dankbar sein, dass er uns so gut durchs Leben trägt.

Wie schätzen Sie die anderen Kandidatinnen ein?

Lara Felicitas Deus: Alle Kandidatinnen, die ich bisher kennen lernen durfte, sind einzigartige tolle Frauen mit einer besonderen Geschichte. Die Entscheidung wird daher wirklich schwer, denke ich. Und ich gönne es jeder, weiterzukommen. Neid und Missgunst haben hier keinen Platz, im Gegenteil, wir sind eine wirklich tolle Community, in der die eine die andere unterstützt.

Was würden Sie sich als Miss Germany vornehmen?

Lara Felicitas Deus: Meine Nachricht möchte ich natürlich weiterhin nach außen tragen und mich dafür einsetzen, Mädels und Frauen zu bestärken auf ihren eigenen, individuellen Wegen. Und so ein bisschen gegen das festgefahrene, vorherrschende Schönheitsideal rebellieren. Es ist Zeit für mehr Diversität.

Info:

Die Top 80 aus allen 16 Bundesländern, die es geschafft haben, setzen sich im Voting durch, welches vom 7. September 2020 bis 7. Oktober 2020 stattgefunden hat. In diesem Jahr konnten wir dabei neue Rekordzahlen beim Online-Community-Voting erzielen. Über den genannten Zeitraum stimmten über 500.000 User*innen für die jeweilige Top10 aus den Bundesländern ab, wodurch über 1.5 Mio. Votes erzielt wurden. Zahlen, die die Erwartungen bei weitem übertrafen und zeigen, dass die Message von Miss Germany ernstgenommen und gelebt wird.

Weitere Kandidatinnen aus Baden-Württemberg:
Dana Holzner, 34 Jahr aus Obersontheim
Julia Schäfer, 27 Jahr aus Kraichtal
Sarah-Liv Weyler, 35 Jahre alt aus Stuttgart
Weihua Wang, 26 Jahre alt aus Schwetzingen

MG Logo Charcoal RGBÜber Miss Germany Corporation
Die Miss Germany Corporation (MGC) mit Hauptsitz in Oldenburg ist ein innovatives Familienunternehmen in dritter Generation. 1999 sicherte sich die MGC die Exklusiv-Rechte an der Marke "Miss Germany" beim Europäischen Markenamt und ist seitdem alleiniger Veranstalter der Miss Germany-Wahlen. Das Familienunternehmen wurde durch Horst Klemmer gegründet und wird mittlerweile durch Ralf Klemmer (2.Generation) und Max Klemmer (3. Generation) in dritter Generation geführt. Mehr Infos: Miss Germany Corporation www.missgermany.de

Text: Daniela Hiebel
Quelle / Miss Germany Corporation
Bilder: Miss Germany Corporation / Lara Felicitas Deus

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