Region im Blick – Beck Zelte, Eventausstattung & Getränke Reute

Interview – Daniel Beck

Neue Wege in wilden Zeiten

UnknownAnfang März gingen die ersten Meldungen durch die Presse, wie sind sie damit umgegangen?

Daniel Beck: Zu Beginn, Anfang Februar, haben wir das alles noch ganz locker gesehen. Wir waren privat auf Veranstaltungen und hatten – wie viele andere damals auch – etwas belächelnd den Gedanken im Kopf: „Leben am Limit“.

Täglich überschlugen sich dann die Neuigkeiten. Wir hatten uns erstmal darauf eingestellt, dass im März und April keine Veranstaltungen stattfinden können. Das hat uns selbstverständlich getroffen und wir fingen ganz langsam an umzudenken. Dass die Situation sich dann aber so entwickelt hat, hätte ich mir nie vorstellen können. Die Stornierungen flattern seit Mitte März tagtäglich zu Hauf in unser Emailpostfach.

Wie haben Ihre Mitarbeiter auf die Entscheidung der Kurzarbeit reagiert?

Daniel Beck: Nach ersten schlaflosen Nächten und Gesprächen mit unseren Mitarbeitern haben wir entschieden Kurzarbeit anzumelden. Es war uns wichtig, den Mitarbeiter-Pool halten zu können, daher haben wir von Kündigungen abgesehen. Sehr schnell wurden die Homeoffice-Zugänge für unsere Verwaltungsmitarbeiter eingerichtet. So konnten wir zumindest, so gut es noch ging, unsere Mitarbeiter schützen. Es hat sich aber herausgestellt: Homeoffice wird überbewertet. Wir hatten einfach keine Aufträge und keine Arbeit mehr. So war die Kurzarbeit unausweichlich.

Unser Team hat einen so guten Zusammenhalt, das ist uns auch außerhalb der Krise sehr wichtig, so dass sie vollstes Verständnis für die Situation haben. Wir freuen uns alle darauf, wenn wir mit geballter Kraft wieder loslegen können.

Seit 1979 besteht ihr Familienbetrieb, wie reagiert die Familie darauf?

Daniel Beck: Unserer Eltern hatten 1979 die Firma Getränke Beck gegründet. Eine kleine Scheune/Garage, war der Firmensitz. Nach dem frühen Tod unseres Vater hat unsere Mutter Tag und Nach gearbeitet. Sie hatte uns drei Kinder und wir haben immer gemeinsam an einem Strang gezogen. Familie ist für uns alles und wir sind gemeinsam schon durch schwere Zeiten gegangen. So werden wir auch hier Hand in Hand durch diese Situation gehen und das Beste daraus machen.

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Wie ist die Situation mit dem Getränkemarkt?

Daniel Beck: Zum 31.12.2019 hatten wir uns entschieden, den Ladenverkauf zu schließen. Der Fokus steht seit dem 01.01.2020 auf die Auslieferung von Getränken und dem Veranstaltungswesen. Durch die Schließung der Gastronomie sind uns sehr viele Lieferungen weggefallen. Auch Getränkelieferungen in Büros sind ausgefallen, da ja auch dort nun viele Mitarbeiter nur noch im Homeoffice tätigt sind.

Das alles bringt einen nicht ausgelasteten Fuhrpark mit sich. Aktuell unterstützen wir mit unseren Kühlwägen das rote Kreuz, diese verwenden unsere Anhänger als Lagerräume. So kann der Leerstand zumindest für den guten Zweck eingesetzt werden.

Gibt es neue Konzepte und Ideen für die Zeit in und nach der „Krise“?

Daniel Beck: Im Austausch mit der Uniklinik haben wir zu Beginn der Corona-Krise ein Schleusenzelt gebaut. Auch andere Krankenhäuser haben hier Bedarf angemeldet. Die Schleusenzelte möchten wir nun an Schulen und Einzelhandelsunternehmen anbieten, so dass die Menschen, bevor sie die Gebäude betreten, bereits desinfizierte Hände haben. Wir könnten auch für die komplette Ausstattung der Zelte sorgen und diese fix und fertig liefern.

Einige Firmen haben aktuell Lagerengpässe, da nicht genügend Abnehmer für die Waren vorhanden sind. Dadurch entstehen Lagerengpässe, die mit einem Lagerzelt gelöst werden können. Lagerzelte werden auch zu „normalen“ Zeiten immer mal wieder bei uns gemietet, falls die Lagerkapazitäten eng werden. So haben wir uns in diesem Thema schon im Vorfeld gut aufgestellt. Hierzu haben wir auch eine separate Homepage: www.lagerzelte-freiburg.de

Gerade im Einzelhandel ist es bei schlechtem Wetter schwer umsetzbar, dass die Kunden vor der Tür stehen. Hier bestehen ja aktuell Eintrittsbeschränkungen. Bisher haben hier alle von dem super Wetter im März und April profitiert, aber es ist zu vermuten, dass das so nicht immer weiter geht. Auch hier gibt es eine Lösung: Die Möglichkeit Faltzelte durch uns zu mieten und aufstellen zu lassen. So stehen die Kunden bei Wind und Wetter im Trockenen. Gleichzeitig kann hier auch schon die Händedesinfektion stattfinden.

Grundsätzlich waren wir schon immer ein Freund von Kooperationen. So haben wir uns nun auch mit dem Obsthof Sehringer in Schallstadt/Mengen zusammengeschlossen um einen Spargelverkauf mit „Drive-In“ bei uns in Reute zu ermöglichen. Spargel und Getränke können telefonisch oder per e-mail vorbestellt werden, Zahlungen sind in bar oder per Karte möglich. Durch unser hohes Wachstum, gerade flächenmäßig, in den letzten Jahren, haben wir den perfekten Platz für einen Drive-In, der uns auch heute zu Gute kommt und welchen wir in den nächsten Wochen noch deutlich ausbauen werden.

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Wie sehen Sie die Zukunft?

Daniel Beck: Es ist eine ungemütliche Zeit! Aber es ist nicht alles schlecht - wir schmieden neue Pläne, von denen wir auch in Zukunft profitieren können. Wir arbeiten Dinge ab, für die wir im Alltagsgeschäft gar keine Zeit mehr gefunden hatten.

Auf keinen Fall werden wir aufgeben, denn unsere Familienunternehmen ist uns so wichtig wie die Familie.

Unser vorrangiges Ziel ist, dass wir dieses Jahr gut überstehen und hoffen wir auf ein positives Jahr voller Aufschwünge in 2021.

Foto: Firma Beck

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