Unternehmer bieten Ausbildungsbewerbern vielfältige Informationsangebote rund um die Themen Ausbildung, Studium und Praktika

„In zehn Minuten zur Lehrstelle“ lautet das Motto des Speed-Datings auf der Job-Start-Börse in Freiburg. Die ideale Gelegenheit für Schüler und Jugendliche, ihre Berufsvorstellungen zu konkretisieren, persönliche Kontakte zu Firmen zu knüpfen und damit vielleicht den ersten Schritt zu einem Ausbildungsplatz zu machen.

Der Gong ertönt. Teilweise erleichtert, meist zufrieden und gespannt wechseln Jugendliche von einem Tisch zum nächsten. Dort haben sie zehn Minuten Zeit, um sich einem Personalverantwortlichen im persönlichen Gespräch vorzustellen. Dieses sogenannte „Speed Dating“ gehört zu den Highlights der Job-Start-Börse in der Messe Freiburg. „Ich war zwar etwas nervös, aber ich hatte zwei gute Gespräche und die Verantwortlichen waren sehr nett“, berichtet Milan Torbiza, einer der Teilnehmer.

PM 06 JSB Nachbericht 01 002Beim Speed-Dating auf der Job-Start-Börse hatten die Jugendlichen 10 Minuten Zeit, sich bei Personalverantwortlichen von Unternehmen zu präsentieren. /Foto: IHK Südlicher Oberrhein (Olga Heiland)

Der 22-jährige studiert aktuell noch Biologie im dritten Semester. „Das Studium ist aber nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich möchte mehr praktisch lernen und informiere mich jetzt hier über Duale Studiengänge“, sagt Torbiza. Eine weitere Teilnehmerin ist Maxi Kamenzin. Eigentlich hatte sie sich für eine Ausbildung als Industriekauffrau interessiert. Spontan hat sie sich beim Speed Dating dann noch für Gespräche mit zwei Firmen entschieden, die Ausbildungen zur Groß- und Außenhandelskauffrau anbieten. „Bei den Gesprächen haben mich die Personalverantwortlichen darüber aufgeklärt, was man bei dieser Ausbildung so macht“.

Das fand die 19-jährige so spannend, dass sie sich dort nun ebenfalls bewerben möchte. „Mir hat das Speed-Dating super geholfen“, ist ihr Fazit.
Betriebe aus fast allen Branchen sind beim Speed-Dating vertreten. Die Bandbreite reicht von der Industriebranche über Handel und Dienstleistung bis hin zu Logistik, Gastronomie, Handwerk oder Soziales. Für die teilnehmenden Unternehmen sind die Mini-Bewerbungsgespräche eine gute Gelegenheit, sich mit ihren Angeboten zu präsentieren und so neue Auszubildende zu finden. „Als Firma können wir heutzutage nicht mehr warten, bis Bewerber zu uns kommen“, ist Klaus Huber von Götz + Moriz überzeugt. In Zeiten des Fachkräftemangels ist einfach alles im Wandel. Und auch die Bewerber selbst sind heute anders als in der Vergangenheit. „Drei der Teilnehmer haben sich heute bei mir nur mit dem Vornamen vorgestellt. Das gab es früher so nicht. Aber wir müssen uns eben darauf einstellen, dass diese Generation anders ist“, betont Huber. Für die Bewerbung zur Kauffrau/mann für Bürokommunikation hat er bereits mit mehreren sehr motivierten Bewerberinnen und Bewerbern gesprochen. „Die Messe ist eine wichtige Sache, die mir viel Spaß macht“, sagt Huber.

PM 06 JSB Nachbericht 02 002Für elsässische Schülerinnen und Schüler aus der Grenzregion gab es auf der Job-Start-Börse ein extra Programm. /Foto: IHK Südlicher Oberrhein (Olga Heiland)

„Die Gespräche sind prima, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Danach bieten wir Interessenten ein weiteres Gespräch bei uns an und wenn das passt, folgt ein Schnupperpraktika“, erzählt Sarah Möllinger, die vor Ort WeinTrans und den Badischen Winzerkeller vertritt. Sie ist bereits mehrere Jahre auf der Messe und konnte dort auch bereits Auszubildende akquirieren. „Man merkt, dass die Jugendlichen inzwischen qualitativ besser vorbereitet sind und man mit ihnen gezieltere Gespräche führen kann, das ist super“, berichtet Möllinger.

„Ideal ist es, wenn die Jugendlichen einen Lebenslauf dabeihaben. Dann hat man die Eckdaten bereits vor sich und kommt schneller ins Gespräch“, lautet der Tipp von Banu Balkis am Stand von Schafferer. Auch sie ist sehr zufrieden mit dem Verlauf des Speed-Datings. „50 Prozent der bisherigen Bewerber könnte ich mir gut bei uns vorstellen“, verrät Balkis. Das Speed-Dating ist Teil der Job-Start-Börse Freiburgs, auf der sich in diesem Jahr über 180 Aussteller über vielfältige Angebote für Aus- und Weiterbildungen sowie über Studiengänge informieren. „Hier hat man die Gelegenheit, kleine, mittlere und große Firmen aus der Region mit ihrem Angebot kennen zu lernen“, erklärt Susanne Stuckmann, Koordinatorin der Job-Start-Börse von der IHK Südlicher Oberrhein. Mitmachaktionen, Vorträge oder auch ein Bewerbungsmappen-Check ergänzen das Angebot. „Viele Unternehmen bringen ihre eigenen Azubis mit – diese können dann hautnah und auf Wellenlänge mit den Jugendlichen aus ihrem Ausbildungsalltag berichten“, weiß Stuckmann.

PM 06 JSB Nachbericht 03 002Rund 9.000 Besucher informierten sich auf der Job-Start-Börse über Aus- und Weiterbildungen sowie Studium. / Fotos IHK Südlicher Oberrhein (Olga Heiland)

Die Job-Start-Börse steht jedoch nicht nur für deutsche Besucher offen. Auch elsässische Schülerinnen und Schüler aus der Grenzregion nutzten in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, sich über das System der dualen und grenzüberschreitenden Ausbildung, anerkannte Ausbildungsberufe in Deutschland sowie Betriebspraktika in deutschen Betrieben zu informieren. Am zweiten Messetag kamen rund 130 französische Schülerinnen und Schüler aus drei Collèges entlang des Rheins zur Job-Start-Börse. Die IHK Südlicher Oberrhein hatte mit ihren elsässischen Partnerorganisationen ein extra Programm entworfen mit einer Informationsveranstaltung zur dualen Ausbildung in Deutschland und grenzüberschreitenden Ausbildungsmöglichkeiten.

Veranstaltet wurde die Job-Start-Börse von der FWTM. Zu den Kooperationspartnern gehören die IHK Südlicher Oberrhein, die Badische Zeitung, die AOK Südlicher Oberrhein, die Agentur für Arbeit Freiburg, die Handwerkskammer Freiburg und die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Quelle: Text u. Fotos  IHK Südlicher Oberrhein (Olga Heiland)