Experte für die Behandlung von Knochenbrüchen und gelenkerhaltender Chirurgie / Ausweitung der Tumorchirurgie und der minimalinvasiven Chirurgie bei Diabetes geplant

Prof. Dr. Hagen Schmal (49) hat zum 1. November das Amt des Ärztlichen Direktors der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg übernommen.

Der gebürtige Magdeburger ist auf die Behandlung komplexer Knochenbrüche mit den Schwerpunkten Becken- und Kindertraumatologie spezialisiert sowie auf die orthopädische, gelenkerhaltende Chirurgie von Hüfte, Knie und Füßen. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören die Behandlung unfallbedingter Gelenkschäden mit im Labor gezüchtetem Knorpelgewebe, die muskuloskelettale Stammzellforschung sowie die traumatologische Versorgungsforschung. Neben seiner langjährigen Tätigkeit in Freiburg hat er in Ann Arbor/USA, in Zürich/Schweiz und Odense/Dänemark gearbeitet, wo er zuletzt die erste Professur für Traumatologie in Dänemark innehatte. Über eine Adjunktprofessur an der Süddänischen Universität bleibt er dem Norden verbunden.

Prof Hagen SchmalProf Hagen Schmal

Prof. Schmal folgt damit auf Prof. Dr. Norbert Südkamp, der die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg fast 20 Jahre lang geleitet hat. Prof. Südkamp ist ab sofort hauptamtlicher Dekan der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Folgeschäden durch Tumore und Diabetes mindern

Zu Schmals Zielen gehört die verstärkte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Krebs und chronischen Erkrankungen wie Diabetes. In beiden Fällen steigt aufgrund einer deutlich verbesserten medizinischen Versorgung – und damit höheren Lebenserwartung – die Zahl derer, die unter Langzeitkomplikationen leiden. „Unser Fach hat Beziehungen zu beiden Schwerpunkten, und die werden wir perspektivisch stärken“, sagt Schmal. „In der Tumorchirurgie sind die handwerklichen Anforderungen enorm, weshalb wir diesen Bereich stärken wollen“, so Schmal. Bei Patienten mit Diabetes sieht er ebenfalls großes Potenzial: „Gerade bei diesen Patienten können wir mittels minimal-invasiver Chirurgie Wundheilungsstörungen durch kleine Schnitte vermeiden.“

Ideen-Import aus Großbritannien – trotz Brexit

Der persönliche Schwerpunkt des Orthopäden war und ist das Becken. „Oft geht es hier am Anfang ums Überleben, aber gerade die spätere Wiederherstellung des Hüftgelenkes ist chirurgisch sehr herausfordernd“, sagt Schmal. Hier steht in den nächsten Jahren die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes an. „Orthopädische Chirurgie bedeutet aber nicht nur Operieren“, stellt Schmal klar. „Gerade für unsere älteren Patienten kann es überlebenswichtig sein, fachübergreifend Hilfe zu bekommen. In Großbritannien ist es seit Jahrzehnten üblich, dass Geriater die Behandlung auf orthopädischen Stationen unterstützen. Diese Idee ist erfolgreich, eigentlich simpel, wissenschaftlich gut belegt, wäre trotz Brexit zollfrei und sollte sich somit auch in Freiburg umsetzen lassen“, sagt Schmal.

Quell: Universitätsklinikum Freiburg

Bild: Britt Schilling / Universitätsklinikum Freiburg