Gesundheit & Wellness in Baden

Gesundheit & Wellness ist ein Gesundheitsmagazin
für die Menschen in der Region Südbaden. Es informiert mit vielfältigen und interessanten
Beiträgen zu vielen Themen aus den Bereichen Gesundheit und Wellness mit einem intensiven Bezug zur Region.
Der lokale Bezug wird über Expertenstatements, Interviews, Adresslisten, Vor-Ort-Besuche und Porträts über
die Leistungserbringer in der Region Südbaden hergestellt.

Das geht ganz einfach ...

Wenn sich das Leben schlagartig verändert und man sich als Eltern damit konfrontiert sieht, dass man das eigene Kind überleben wird, dann wird aus Licht Schatten und Hilfe ist vonnöten.

Bild Sabine Kraft 20160120 336 002Rund 40 000 Kinder und Jugendliche sind deutschlandweit lebensverkürzend erkrankt – hinter ihnen stehen Eltern und Geschwister, die ihre Ängste und Sorgen auffangen und damit oft selbst an
ihre Grenzen geraten. Für all diese Familien lebt und arbeitet der Bundesverband Kinderhospiz e.V., allen voran Geschäftsführerin Sabine Kraft, die jüngst in Buenos Aires auch zur Vorsitzenden des internationalen Kinderhospiz-Dachverbandes ICPCN ernannt wurde.

Frau Kraft, wie sehr freut Sie diese Wahl?

Das ist kaum in Worte zu fassen. Ich engagiere mich nunmehr seit 2005 für lebensbedrohlich erkrankte Kinder und habe früh schon darauf gepocht, dass sich die Engagierten in diesem Bereich auch weltweit vernetzen müssen, um voneinander zu lernen. Ich freue mich sehr, dass man mir diese ehrenvolle Aufgabe zugesprochen hat, die ich nun ehrenamtlich ausfülle. Meine Tätigkeit
ist primär steuernder und beratender Natur. In der Praxis bedeutet dies: Telefonkonferenzen mit Experten aus aller Welt, Austausch mit dem Personal, Ideen- und Spendensammeln für die internationale Arbeit Der Vorsitz ermöglicht mir den Zugang zu Experten, die ich früher nicht einfach so anrufen konnte. Das kommt der Arbeit hier vor Ort zugute.

Sie sind also gar nicht in aller Welt unterwegs?

Nein, es ist nicht erforderlich, dass ich für die ICPCN international unterwegs sein werde. In erster Linie geht es darum, gemeinsam noch mehr für alle schwerstkranken Kinder zu erreichen. Wenn beispielsweise Russland bei uns um Hilfe bei Fortbildungen bittet, dann können wir unser Konzept zur Verfügung stellen und auch Hospitationsplätze in Deutschland anbieten. Andererseits lernen unsere Mitarbeiter, wie man dort mit dem Thema Tod und Sterben umgeht, und wir können so beispielsweise die Reaktionen anderer Kulturen auf den Tod eines Kindes besser einschätzen
und damit letztlich besser helfen.Vernetzung ist für alle wichtig.

Welche Ziele haben Sie sich für die neue Aufgabe gesetzt?

Primär möchte ich eine bessere Vernetzung verwirklichen und verstärkt auf die Belange der kranken Kinder aufmerksam machen. Es soll und darf keine Rolle spielen, wo Kinder sterben müssen – sie alle haben ein Recht auf einen würdigen Tod ohne Schmerzen. Um diesen Zustand zu erreichen, bedarf es eines „Bewusstmachens“, denn der Tod wird oft und gerne ausgeblendet, besonders wenn es um Kinder geht. Ich wünsche mir eine Welt, in der man darüber spricht und sich gegenseitig stützt. Nicht nur in Deutschland ist es so, dass Kinderhospize nahezu ohne gesicherte
Einnahmen auskommen müssen und sich zusätzlich über Spenden finanzieren. In der öffentlichen Wahrnehmung sind es Orte des Todes – dabei sind es tatsächlich Orte des Lebens. Betroffene Familien können sich hier eine Auszeit nehmen, um sich zu erholen. Sie werden betreut und haben die Sicherheit, dass ihr Kind in besten Händen ist. Dieses Wissen muss verbreitet werden, denn es nimmt die Angst vor einem Tabuthema.

Liegt die Versorgung in Deutschland auch noch im Argen?

Leider ist dies tatsächlich der Fall. In Baden-Württemberg beispielsweise gibt es noch überhaupt kein stationäres Kinderhospiz, so dass die Familien weit reisen müssen, um mit ihrem Kind im Kinderhospiz aufgenommen zu werden. Die Arbeit des Bundesverbands Kinderhospiz umfasst auch Verhandlungen mit Kassen und Abgeordneten, um eine stetige und effektive Finanzierung zu erreichen. Entgegen der vorherrschenden Meinung betreiben wir nämlich keine eigenen Kinderhospize, sondern vertreten deren Interessen als Dachverband auf Bundesebene. Weder der Bundesverband Kinderhospiz noch die ICPCN erhalten öffentliche Gelder für ihren Einsatz, all diese Arbeit muss komplett über Spenden finanziert werden.

Der Verband

Der Bundesverband Kinderhospiz wurde auf Initiative von ambulanten und stationären Kinderhospizen im Jahre 2002 gegründet. Er ist Ansprechpartner für Politik, Wissenschaft, Ärzte, Kliniken, Kostenträger, und berät Betroffene, Fachkräfte, Initiativen und Einrichtungen.

Oskar 500 252 168Das Sorgentelefon „Oskar“ ist täglich rund um die Uhr unter 0800/8888 4711 erreichbar (kostenlos).

Ein Spendenkonto ist eingerichtet

bei der Sparkasse Hochschwarzwald,
IBAN: DE-58 6805 1004 0004 7707 07.