Testosteronmangel im Alter kann die Lebensqualität einschränken

(djd). Bei der Arbeit fehlt der Biss, für Hobbys und Unternehmungen die Energie und selbst für die schönste Nebensache der Welt ist keine Lust vorhanden?

Wenn bei Männern ab 50 plötzlich in vielen Bereichen tote Hose herrscht, wird das oft unter Midlife-Crisis oder normalen Alterserscheinungen verbucht. Doch nicht selten steckt auch ein Testosteronmangel dahinter. Denn der Spiegel des "Männerhormons", der ein wichtiger Faktor für Vitalität und Libido ist, sinkt etwa ab dem 40. Lebensjahr langsam ab. Kommen weitere Risikofaktoren dazu, kann der Wert unter den Normbereich fallen. Untersuchungen zufolge weist etwa jeder fünfte Mann über 50 einen spürbaren Mangel auf.

p 66242nbild1Foto djdDR KADEBESINSGetty ImagesPeopleImagesPower weg, Stimmung tief - bei Männern ab dem mittleren Alter ist nicht selten ein Testosteronmangel die Ursache. Foto: djd/DR. KADE/BESINS/Getty Images/PeopleImages

Begleiterkrankungen erhöhen das Risiko

Stark gefährdet für ein Testosterondefizit sind Männer, die unter bestimmten Begleiterkrankungen leiden. So wirkt sich Übergewicht - besonders der typische "Bierbauch" - ungünstig auf den Hormonspiegel aus, ebenso Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin). Aber auch Stress, übermäßiger Alkoholkonsum oder die längere Einnahme von Opioiden zur Schmerzlinderung können die Testosteronproduktion im Körper hemmen. Mit dem Testosteron schwindet dann oft die Lebensfreude, denn Symptome wie Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit, Erektionsprobleme, Leistungsschwäche, Muskelabbau, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen können Job und Privatleben empfindlich beeinträchtigen. Gerade die Partnerschaft leidet, wenn plötzlich sowohl im Bett als auch bei gemeinsamen Unternehmungen nichts mehr richtig läuft. Erste Anhaltspunkte für einen Testosteronmangel kann beispielsweise der Selbsttest unter www.mannvital.de/selbsttest geben. Weist der Test beziehungsweise die Symptomlage auf ein Hormondefizit hin, sollte ein Arzt, am besten ein Urologe oder Androloge, aufgesucht werden. Er kann eine Testosterontherapie verordnen, etwa mit einem Gel, das einmal täglich auf Schultern und Oberarme aufgetragen wird.

Unterstützung durch die Partnerin
Viele Männer scheuen allerdings den Gang zum Arzt und schieben die Beschwerden zunächst auf Stress im Job oder andere äußere Bedingungen. Dann ist es oft an der Partnerin, das Problem anzusprechen und einen sanften Schubs in Richtung Arztpraxis zu geben. Da die Männlichkeit und vor allem die Potenz sehr heikle Themen sind, sollte man als Frau hier ohne Druck und mit viel Feingefühl agieren. Ein offenes Gespräch ohne Vorwürfe ist aber in jedem Fall besser als verschämtes Totschweigen.