Dieses Buch sollte jede Working Mom lesen – von der Redaktion „Region meets Business“ empfohlen.

Heute im Fokus: Der „Anti-Stress-Trainer für Working Moms“ von Dunja Schenk.

Dunja Schenk unterstützt als Expertin für Effizienz Menschen dabei, sich besser zu organisieren, ohne in Stress zu geraten. Sie ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 3 und 7 Jahren. Mit ihrem Coachingprogramm „Weiblich. Stark. Erfolgreich.“ ermutigt sie Frauen, ihr Potenzial zu entfalten und beruflich durchzustarten.

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Wie kamen Sie dazu, dieses Buch zu schreiben?

Dunja Schenk: Seit 2011 unterstütze ich als Trainerin und Coach deutschlandweit Unternehmen bei der Optimierung von Arbeitsabläufen im Büro. Effizienz unter Stressvermeidung ist also schon immer mein Thema. Bei vielen Terminen werde ich immer wieder vor allem von Müttern gefragt, wie Sie Familie und Job noch besser vereinbaren können. Sie fragen mich vor allem, wie ich meinen Job mit den vielen Reisen trotz Familie organisiert bekomme und immer „so locker und gelassen wirke“. Aus diesem Grund habe ich 2019 beschlossen, ein Buch darüber zu schreiben.

Der Anti-Stress-Trainer richtet sich an arbeitende Mütter. Warum haben Working Moms aus Ihrer Sicht ein besonders hohes Stresspotenzial? Gibt es hier einen Unterschied zu Working Dads?

Anti Stress TrainerDunja Schenk: Working Moms befinden sich in einem ständigen Spagat zwischen Job und Familie. Jede dieser Rollen verlangt Zeit und Aufmerksamkeit und viele Working Moms möchten beiden Rollen gleichermaßen gerecht werden. Doch der Tag hat nur 24 Stunden und so endet diese Herausforderung nicht selten in einer Zerreißprobe. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass Working Dads ein wesentlich höheres Level an Gelassenheit besitzen und leichter mal Fünfe gerade sein lassen können. Da ich selbst Mutter und berufstätig bin, kenne ich die Herausforderungen und habe das Buch speziell an Frauen gerichtet. Allerdings kenne ich auch Working Dads, die das Buch gelesen haben und ebenfalls wertvolle Tipps mitnehmen konnten.

Welches sind die größten Stressfaktoren bei Working Moms?

Dunja Schenk: In meinem Buch beschreibe ich 10 typische Stressfaktoren. Einer der bekanntesten ist der Perfektionismus. Viele Frauen neigen dazu, alles zu 150% erledigen zu wollen. Hier wirken innere Antreiber, die sie veranlassen, Dinge zu tun, die so in der Ausprägung übertrieben sind: Das Haus wird noch einmal geputzt, bevor der Besuch kommt, die Powerpoint-Präsentation wird für den Chef drei Mal überprüft und die Torte für den Kindergeburtstag wird farblich zu den Einladungskarten abgestimmt. Wer zu hohe Ansprüche an sich selbst stellt, gerät schnell in Stress, weil schlicht und einfach die Zeit nicht reicht.

Ein weiterer typischer Antreiber ist das Kontrollmotiv. Dieser ist zum Beispiel aktiv, wenn man gerne alles bis ins kleinste Detail plant, sich um alles kümmert und immer die Kontrolle über alle Dinge behalten will. Der Klassiker: Die Familie fährt in den Urlaub und Mutti kümmert sich um das komplette Urlaubsgepäck, muss dabei aber an alles für jeden denken. Das stresst auch und ist vor allem total unnötig.

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Wie können Working Moms diese Antreiber loswerden?

Dunja Schenk: Die Antreiber sind nichts anderes als negative Glaubenssätze, die sich im Kopf festgesetzt haben. Meist ist das schon in der frühen Kindheit passiert. Sätze wie „Male nicht über den Rand hinaus“ bei einem 3-jährigen oder „Das nächste Mal machst Du im Diktat nicht schon wieder solche Leichtsinnsfehler“ im Schulkindalter können langfristig zum Perfektionismus führen, der dann im Erwachsenenalter zu Stress führt. Dann sind Antreiber aktiv wie beispielsweise „Ich darf keine Fehler machen, ich muss perfekt sein“. Sobald man aber erkannt hat, dass der eigene Stress aus einem Glaubenssatz resultiert, kann man ihn bearbeiten. Idealerweise wandelt man diesen in einen positiven „Erlaubersatz“, wie zum Beispiel: „Ich darf auch mal Fehler machen.“

Warum sollten sich Working Moms mit dem Thema Stress befassen?

Dunja Schenk: Das Leben ist zu wertvoll um ständig gestresst zu sein. Wir tun unserem Körper nichts Gutes dabei und können richtig krank werden. Erst vor kurzem habe ich für meinen Podcast (den Anti-Stress-Podcast für Working Moms) eine Mutter interviewt, die von Ihren Depressionen und Burnout berichtet hat. Als diese Episode online ging, habe ich unzählige Nachrichten bekommen von Müttern, die sich angesprochen gefühlt haben. Da habe ich wieder gemerkt, wie relevant das Thema ist und wie viele Working Moms ein viel zu hohes Stresslevel haben.

Was ist Ihr persönliches Anti-Stress-Rezept? Um auf die Frage Ihrer Kundinnen zurückzukommen: Wie schaffen Sie es, so locker und gelassen zu sein?

Dunja Schenk: Nun, zunächst einmal muss ich sagen, dass auch ich nicht perfekt bin! Ich wirke vielleicht nach außen hin immer locker und gelassen, doch auch bei mir gibt es Stress – wie wohl bei jeder Working Mom. Ich habe viel an mir selbst gearbeitet. Vor meinen Kindern war mein Perfektionismus sicher viel stärker ausgeprägt als jetzt. Ich habe gelernt, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wenn bei uns mal wieder das Chaos zu Hause vorherrscht, nehmen wir es mit Humor und Gelassenheit. Meine Devise ist: „Ich könnte mich jetzt aufregen, aber das ändert nichts an der Situation.“ Ich setze dann Prioritäten und das ist nicht immer das aufgeräumte Haus und meine Arbeit, sondern immer öfter die wertvolle Zeit mit meinen Kindern.

Podcast CoverDer Anti-Stress-Trainer für Working Moms
Springer Gabler 2019
132 Seiten
12,99 Euro
ISBN 978-3658267605

Passend zum Buch finden den kostenlosen „Anti-Stress-Podcast für Working Moms“ bei Itunes, Spotify oder podcast.de. 

Das Coachingprogramm „Weiblich. Stark. Erfolgreich.“ startet wieder im Herbst 2020 in Münsingen. Mehr dazu erfahren Sie bei Dunja Schenk unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  .